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Sportartikel Fünf ernsthafte Bieter: Vor allem Finanzinvestoren interessieren sich für Adidas-Tochter Reebok

Für die US-Tochter gibt es eine Handvoll ernsthafter Interessenten. Ein Verkauf könnte im Sommer über die Bühne gehen. Doch einfach ist der Deal nicht.
04.06.2021 - 11:23 Uhr Kommentieren
Reebok entwickelte sich zuletzt weiter schwächer als die Kernmarke Adidas. Quelle: picture alliance / SvenSimon
Reebok

Reebok entwickelte sich zuletzt weiter schwächer als die Kernmarke Adidas.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

München, Frankfurt Bei Adidas laufen derzeit die Vorbereitungen für die Fußball-Europameisterschaft auf Hochtouren. Das am 11. Juni beginnende Großereignis ist ein wichtiger Umsatzbringer. Diesmal bezieht zudem die deutsche Nationalmannschaft ihr Quartier auf dem Firmengelände in Herzogenaurach.

Doch gleichzeitig muss ein entscheidender strategischer Schritt umgesetzt werden: Der Verkaufsprozess für die schwächelnde US-Tochter Reebok geht in die heiße Phase.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Finanzkreisen gibt es derzeit etwa fünf ernsthafte Bieter. Demnach hat ein strategischer US-Interessent ein unverbindliches Gebot eingereicht, die übrigen Interessensbekundungen kommen von Finanzinvestoren.

Adidas-Chef Kasper Rorsted hatte angekündigt, dass der Verkauf in diesem Jahr vollzogen werden soll. Laut Reebok-Chef Matt O’Toole ist die erste Angebotsrunde vorüber. Nun wolle man in wenigen Wochen mit einem kleineren Kreis von Bietern in die zweite Runde gehen, sagte er in einem Interview mit „SportBusiness“.

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    In Branchenkreisen gilt es derzeit als etwas wahrscheinlicher, dass Reebok an einen Finanzinvestor verkauft wird. Adidas wollte sich nicht zum konkreten Stand des Verkaufsprozesses äußern.

    Bei einem strategischen Interessenten könnte es sich um die Authentic Brands Group handeln. Das amerikanische Markenmanagement-Unternehmen hat sich nach Informationen der „New York Post“ mit dem Schuhhersteller Wolverine World Wide zusammengetan und etwas über eine Milliarde Dollar geboten.

    Verkauf von Reebok bis Ende Juli ist möglich

    Nach Einschätzung in der Branche dürfte sich Adidas sehr schwertun, den einstigen Kaufpreis von gut drei Milliarden Euro wieder hereinzuholen. In Finanzkreisen geht man davon aus, dass Adidas maximal noch einen Kaufpreis im „niedrigen Milliardenbereich“ erwarten könne. In den Büchern von Adidas stand die Marke zum Jahresende noch mit einem Wert von 733 Millionen Euro.

    Den Kreisen zufolge könnte ein Verkauf bis zur Sommerpause – also etwa bis zum Beginn der bayerischen Schulferien Ende Juli – über die Bühne gehen, wenn alles glattläuft. Es gibt aber eine Reihe von Hürden.

    Rorsted hatte im Gespräch mit dem Handelsblatt Fehler bei der Integration der US-Tochter eingeräumt. Der Konzern habe viel Energie in die Marke Adidas gesteckt und den Umsatz in Amerika innerhalb von vier Jahren verdoppelt. „Dabei ist ein Fokus auf Reebok verloren gegangen. Reebok hat darunter gelitten, dass wir Adidas stärker gemacht haben“, sagte Rorsted.

    Es war allerdings sein Vorgänger Herbert Hainer, der Reebok im Jahr 2005 gekauft hatte. „Der Kauf ist eine einmalige Gelegenheit für uns“, schwärmte Hainer. Mit dem Zukauf verdoppelte Adidas die Umsätze in den USA, dem wichtigsten Sportartikelmarkt der Welt, und rückte näher an den Branchenprimus Nike heran.

    Die Integration jedoch misslang. Die Marke Reebok galt zeitweise als zu wenig profiliert. Auch Rorsted schaffte es nicht, aus dem Zukauf eine späte Erfolgsgeschichte zu machen. Er beschloss die Trennung.

    Grafik

    Reebok entwickelte sich zuletzt weiter schwächer als die Kernmarke Adidas. Die Marke sei gerade bei jüngeren Kunden nicht besonders „in“, sagte ein Branchenkenner. Reebok steht mittlerweile für weniger als zehn Prozent des Umsatzes – zum Zeitpunkt des Kaufes waren es etwa 20 Prozent.

    Reebok-Chef O’Toole sagte, die Marke könne nach der Trennung von Adidas aufblühen. Er verwies unter anderem auf eine starke Position im Segment Frauen-Fitness und die jüngsten Investitionen in den E-Commerce. Im ersten Quartal stiegen die Reebok-Umsätze laut O’Toole währungsbereinigt um 15 Prozent auf 486,7 Millionen Dollar. Die Marge liege im mittleren einstelligen Prozentbereich.

    Online-Handel dürfte hohe Wachstumsraten verzeichnen

    Eine Bewertung ist laut Finanzkreisen auch schwierig, weil niemand genau wisse, wie sich das Geschäft nach der Corona-Pandemie auf etwas längere Sicht entwickelt. Die Sportartikelhersteller hatten unter den Lockdowns heftig gelitten, weil sie ihre Läden zeitweise schließen mussten.

    Allerdings verzeichnen die großen Anbieter wie Nike, Adidas und Puma spätestens seit dem vierten Quartal 2020 wieder deutlich anziehende Umsätze. Bei Puma beispielsweise stiegen im ersten Quartal dieses Jahres die Erlöse währungsbereinigt um 26 Prozent.

    Der Adidas-Chef hatte angekündigt, dass der Verkauf noch in diesem Jahr stattfinden soll. Quelle: Reuters
    Kasper Rorsted

    Der Adidas-Chef hatte angekündigt, dass der Verkauf noch in diesem Jahr stattfinden soll.

    (Foto: Reuters)

    Angesichts der wieder anspringenden Geschäfte und der angekündigten Trennung vom Problemkind Reebok hat die Adidas-Aktie ihre Corona-Verluste wieder aufgeholt. Derzeit notiert der Anteilsschein im Bereich des Allzeithochs bei knapp 300 Euro.

    Die großen Anbieter profitieren insbesondere davon, dass in der Coronazeit die Internet-Umsätze stark anzogen. Der E-Commerce soll auch in den nächsten Jahren ein wesentlicher Wachstumstreiber sein. Adidas zum Beispiel will den Internethandel bis 2025 auf acht bis neun Milliarden Euro nochmals verdoppeln.

    Im Fall von Reebok können Interessenten Finanzkreisen zufolge aber nur schwer einschätzen, wie sich der Internethandel entwickeln wird. Ohnehin wird es nicht einfach, die gemeinsamen Strukturen mit Adidas wieder zu lösen.

    An sich gilt die Branche als attraktiv. Laut einer Studie der Boston Consulting Group (BCG) soll der Sporthandel weltweit bis 2025 um jährlich sieben Prozent auf 670 Milliarden Dollar steigen. Der Internethandel werde dabei prozentual zweistellig zulegen – und damit dreimal schneller wachsen als der stationäre Handel. Das macht den Markt auch für Finanzinvestoren attraktiv.

    Mehr: Adidas-Chef Rorsted: „Die nachhaltigen Produkte sind fast, aber nur fast genauso profitabel“

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