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Sportartikelhersteller Adidas ist profitabel wie nie, kämpft aber mit Engpässen in der Produktion

Europas größter Sportkonzern wächst vor allem in den USA besonders stark. Doch hausgemachte Probleme bremsen den Turnschuh-Hersteller.
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Umsatz steigt, Aktie sinkt. Quelle: dpa
Adidas-Chef Kasper Rorsted

Umsatz steigt, Aktie sinkt.

(Foto: dpa)

HerzogenaurachDie Shirts mit den drei Streifen sind gefragt wie nie. Das allerdings stellt Adidas-Chef Kasper Rorsted vor ein gewaltiges Problem: Der Manager kann gar nicht so viel liefern, wie die Kunden gerne hätten.

Es gebe Engpässe in der Bekleidungsproduktion, warnte der Manager am Mittwoch am Konzernsitz in Herzogenaurach. Dies schmälere das Umsatzwachstum dieses Jahr um ein bis zwei Prozentpunkte, das entspreche zwischen 200 und 400 Millionen Euro.

„Das ist nicht befriedigend“, sagte Rorsted. Er ergänzte: „Wir haben nicht schnell genug reagiert.“ Der Manager hat freilich bereits durchgegriffen: Zu Jahresbeginn hat der 57-Jährige den Beschaffungsvorstand ausgetauscht.

Die fehlenden Fertigungskapazitäten sind nicht die einzige große Herausforderung für Rorsted. Genauso bedrohlich: Ausgerechnet auf dem Heimatmarkt Europa ist das Geschäft um ein Prozent geschrumpft. Die Region steht für knapp ein Drittel des gesamten Umsatzes. Adidas verliert Marktanteile in Europa, denn der Rivale Nike konnte hier zuletzt zulegen.

In den wichtigsten Märkten außerhalb Europas greifen die Kunden dagegen beherzt zu den Turnschuhen der Franken. Am dynamischsten hat sich der Dax-Konzern vergangenes Jahr erneut in China entwickelt. Hier stiegen die Erlöse um 23 Prozent. In Nordamerika kletterte der Umsatz um 15 Prozent. Das ist besonders wichtig, denn in der Heimat von Weltmarktführer Nike hat das Label den größten Nachholbedarf.

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Es gibt noch eine gute Nachricht: Reebok sei wieder profitabel, verkündete Rorsted. Die US-Tochter hat über Jahre hinweg Geld verloren. Details nannte der Däne allerdings nicht.

Insgesamt steht die Marke mit den drei Streifen daher gut da. Das Unternehmen hat den Umsatz vergangenes Jahr zu konstanten Wechselkursen um acht Prozent gesteigert, in Euro beträgt das Plus drei Prozent. Das teilte Adidas an diesem Mittwoch mit. Damit hat Rorsted die im Herbst leicht nach unten korrigierte Prognose gerade noch erfüllt. Der Manager hatte acht bis neun Prozent versprochen. Der Umsatz 2018 betrug damit knapp 22 Milliarden Euro.

Vergangenes Jahr ist Adidas deutlich profitabler geworden. Die operative Marge beträgt 10,8 Prozent, 1,1 Prozentpunkte mehr als 2017 und ein neuer Rekord. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen ist 2018 um ein Fünftel auf 1,7 Milliarden Euro in die Höhe geschossen. Das entspricht dem selbst gesetzten Ziel. Davon profitieren die Aktionäre: Die Dividende steigt auf 3,35 Euro, 29 Prozent mehr als im Vorjahr.

Dieses Jahr soll es weiter aufwärts gehen, aber vermutlich nicht mehr ganz so stark wie 2018. Rorsted verspricht ein Umsatzplus zu konstanten Wechselkursen von fünf bis acht Prozent. Analysten haben bisher bis zu neun Prozent erwartet. Die operative Marge soll dennoch kräftig klettern, auf einen Wert von 11,3 bis 11,5 Prozent. Das wäre erneut ein neuer Rekord. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen soll zwischen zehn und 14 Prozent steigen.

Die Börse zeigte sich dennoch enttäuscht. Mit einem Minus von bis zu vier Prozent waren die Adidas-Papiere am Mittwoch zeitweise die größten Verlierer im Dax.

Analysten zeigten sich allerdings wenig überrascht. Die Jahreszahlen und die Ziele für 2019 hätten ihren Erwartungen weitgehend entsprochen, urteilte Chiara Battistini von der US-Bank JPMorgan. Das operative Ergebnis im vierten Quartal sei allerdings schwächer als erwartet ausgefallen.

Rorsted ließ vor Journalisten offen, wie er zusätzliche Kapazitäten in den Kleiderfabriken bekommen möchte – und wie lange das dauert. Er sagte lediglich, von den Produktionsengpässen sei vor allem das Geschäft in Amerika im ersten Halbjahr betroffen.

Die Franken unterhalten keine eigenen Werke, sondern lassen überwiegend in Asien bei Partnern fertigen. Adidas ordert gewaltige Mengen: Die Firma hat vergangenes Jahr mehr als 900 Millionen Artikel bei seinen Lieferanten bestellt, etwa die Hälfte davon Textilien.

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