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Sportartikelhersteller Adidas sichert sich milliardenschweren KfW-Kredit

Der Sportartikelkonzern besorgt sich drei Milliarden Euro von der Förderbank und Großbanken. Zwei Drittel der Bezüge des Vorstands werden gestrichen, auch die Dividende fällt aus.
14.04.2020 - 19:03 Uhr Kommentieren
Alle bisher getroffenen Sparmaßnahmen reichten nicht aus, begründet der Adidas-Chef den Schritt. Quelle: dpa
Kasper Rorsted

Alle bisher getroffenen Sparmaßnahmen reichten nicht aus, begründet der Adidas-Chef den Schritt.

(Foto: dpa)

München Adidas hat sich einen Kredit über drei Milliarden Euro gesichert. Das sei nötig, um die finanzielle Flexibilität des Unternehmens in der Coronakrise zu sichern, teilte der im Dax notierte Konzern am frühen Dienstagabend mit. Gleichzeitig erklärte der Turnschuh-Hersteller, dass die Dividende ausfalle und der Vorstand auf rund zwei Drittel seiner Jahresvergütung verzichte.

„Die aktuelle Situation stellt sogar gesunde Unternehmen vor ernsthafte Herausforderungen“, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted. Der Däne besorgt sich daher ein Darlehen von 2,4 Milliarden Euro bei der staatseigenen Förderbank KfW. Dem habe die Bundesregierung zugestimmt. Darüber hinaus finanzieren sieben Großbanken einen Kredit über 600 Millionen Euro. Einziges deutsches Institut in dem Konsortium ist die Deutsche Bank.

Eine der Bedingungen für den Staatskredit ist es, dass keine Ausschüttung an die Aktionäre erfolgt. Darüber hinaus hätte der Vorstand entschieden, auf die kurz- und langfristigen Boni in diesem Jahr zu verzichten. Das entspricht knapp zwei Drittel der Gehälter Auch weitere Führungskräfte verzichten auf ihre langfristige Bonuskomponente. Zuvor hatte die Marke mit den drei Streifen bereits angekündigt, erst einmal keine weiteren eigenen Aktien mehr zurückzukaufen.

Alle bisher getroffenen Sparmaßnahmen reichten nicht aus, begründete Rorsted den Schritt, einen Staatskredit zu beantragen. „Darüber hinaus ist der Zugang zu zusätzlicher Liquidität notwendig, um diese Krise zu bewältigen“, so der Manager. Er versprach: „Die in Anspruch genommenen Teile des Kredits zahlen wir inklusive Zinsen und Gebühren so schnell wie möglich zurück.“

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    Adidas leidet darunter, dass seit vier Wochen praktisch alle eigenen Läden in der westlichen Welt geschlossen sind und auch die der unabhängigen Sporthändler. Das habe gravierende Auswirkungen auf Umsatz und Cashflow, so der Konzern: „Infolgedessen sind die stationären Groß- und Einzelhandelsaktivitäten in diesen Märkten, die sonst 60 Prozent des Umsatzes ausmachen, zum vollständigen Erliegen gekommen.“

    Nur in China läuft das Geschäft langsam wieder an. Dort waren die Shops zu Jahresbeginn wochenlang dicht. In Deutschland habe der nach Nike zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt daher 1200 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

    Laufzeit bis Juli nächsten Jahres

    Der Lokalrivale Puma hat jüngst über eine ähnliche Entwicklung berichtet. Auch die Nummer drei der Sportbranche hat Kurzarbeit angeordnet, zudem verzichtet das Management auf Gehalt.

    Wie es dieses Jahr wirtschaftlich weitergehe, lasse sich momentan nicht vorhersagen, so Rorsted. Am 27. April werde er jedoch über die Ergebnisse des ersten Quartals berichten, anderthalb Wochen früher als bisher geplant.

    Rorsted hatte jüngst für öffentliche Empörung gesorgt, als er die Mietzahlung für seine Läden hierzulande aussetzen wollte. Der Manager ruderte aber schnell zurück, entschuldigte sich bei den Konsumenten und versprach, alle Rechnungen zu begleichen.

    Der jetzt vereinbarte Kredit habe eine Laufzeit bis Juli 2021. Er werde zu marktüblichen Konditionen zur Verfügung gestellt. Der Staat beteilige sich damit nicht an der Firma aus Herzogenaurach. Der Aktienkurs von Adidas ist dieses Jahr um gut ein Fünftel eingebrochen. 2019 hatten die Franken noch ein Rekordergebnis erzielt.

    Mehr: Ein Ladensterben wäre eine Katastrophe – besonders für aufstrebende Labels. Mit innovativen Konzepten wollen die Hersteller ihren Händlern nun helfen.

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