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Sportartikelhersteller Adidas trennt sich von Personalchefin Karen Parkin

Rassismus soll sie nicht entschieden genug entgegengetreten sein. Nun trennt sich Adidas mit sofortiger Wirkung von der einzigen Frau im Vorstand.
30.06.2020 - 19:45 Uhr Kommentieren
Die Personalchefin von Adidas muss gehen, weil sie das Rassismus-Problem im eigenen Haus kleingeredet haben soll. Quelle: Adidas Group
Karen Parkin: Verlässt Adidas nach 23 Jahren

Die Personalchefin von Adidas muss gehen, weil sie das Rassismus-Problem im eigenen Haus kleingeredet haben soll.

München Nach fast einem Vierteljahrhundert in Diensten von Adidas ist jetzt Schluss: Personalchefin Karen Parkin, 55, muss gehen. Die einzige Frau im Vorstand werde den Sportkonzern noch an diesem Dienstag verlassen, teilte das Unternehmen am frühen Abend mit. Vorstandschef Kasper Rorsted werde sich übergangsweise um den Bereich kümmern.

Die gebürtige Engländerin hört nicht freiwillig auf. Adidas benötige einen beschleunigten Wandel, wird Aufsichtsratschef Igor Landau in der Mitteilung zitiert. Diesen Wandel „werde eine neue Leitung an der Spitze des Personalbereichs“ vorantreiben. CEO Rorsted sagte, es gehe jetzt darum, Adidas zu einem „noch vielfältigeren und inklusiveren Unternehmen weiterzuentwickeln“.

Der Dax-Konzern war in den vergangenen Wochen in den USA im Zuge der Black-Lives-Matter-Proteste schwer unter Druck geraten. Intern haben Mitarbeiter in der US-Zentrale das männlich und weiß dominierte Management dazu gedrängt, sich klar zu positionieren. Ein schwarzer Designer verlangte eine Entschuldigung. Als Antwort darauf hat das Unternehmen angekündigt, dass in Zukunft 30 Prozent der Neueinstellungen in den USA Schwarze und Latinos sein müssen.

Besonders umstritten waren Äußerungen, die Parkin vor einem Jahr auf einer internen Veranstaltung der Konzerntochter Reebok in Boston gemacht haben soll. Dabei soll sie Rassismus im eigenen Haus als unbedeutend abgetan haben. Seitdem soll der Widerstand gegen sie unter den Beschäftigten in Amerika massiv zugenommen haben.

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    Die Managerin selbst teilte am Dienstag mit, Adidas habe in vielen Bereichen Fortschritte gemacht. „Doch es gibt noch sehr viel zu tun“, sagte sie. Ihr sei klar geworden: „Um das Unternehmen zu einen, ist es besser, wenn ich mich zurückziehe und den Weg für einen Wandel bereite.“

    Damit endet eine steile Karriere. Parkin fing im Vertrieb der Marke in England an, wechselte dann im Jahr 2004 in die US-Dependance nach Portland. 2014 wurde die verheiratete Mutter einer erwachsenen Tochter Personalchefin, 2017 zog sie in den Vorstand ein.

    Ihren ersten Job aber hatte sie beim Spielwarenhersteller Lego in England. Parkin war nicht die erste Frau in der Vorstandsetage von Adidas. Im November 1992 führte kurzzeitig die Französin Gilberte Beaux den Konzern. Doch nach der Managerin übernahmen wieder komplett die Männer das Kommando. Bis Parkin kam. Nach ihrem plötzlichen Abgang besteht das oberste Führungsgremium nun wieder ausschließlich aus Herren.

    Mehr: Adidas warnt vor Verlust und rechnet mit Rabattschlacht

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