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Sportartikelhersteller Adidas verliert ein Drittel vom Umsatz

Der Sportkonzern stürzt im Frühjahr tief in die roten Zahlen. Jetzt zieht das Geschäft wieder an. Eine Prognose wagt Vorstandschef Rorsted nicht.
06.08.2020 Update: 06.08.2020 - 13:23 Uhr Kommentieren
Adidas, Aktie, Adidas-Aktie Quelle: REUTERS
Volle Lager bei Adidas

Die Läden den Sportartikelriesen waren weltweit wochenlang geschlossen.

(Foto: REUTERS)

München
Die Läden wochenlang dicht, die Sportligen ausgesetzt, die Fußball-EM abgesagt: Die Corona-Pandemie hat Adidas im Frühjahr schwer getroffen. So ist der Umsatz des Sportkonzerns im zweiten Quartal um mehr als ein Drittel auf rund 3,6 Milliarden Euro eingebrochen. Unterm Strich stand ein Verlust von rund 300 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahr erzielte der Turnschuhhersteller im selben Zeitraum 462 Millionen Euro Gewinn.

Inzwischen gehe es aber aufwärts, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted: „Ein Großteil unserer Stores hat wieder geöffnet, und die Lage im stationären Groß- und Einzelhandel normalisiert sich. Wir sehen Licht am Ende des Tunnels.“

Momentan seien 92 Prozent der eigenen Shops in Betrieb, wenngleich nicht alles normal laufe. So seien die Öffnungszeiten verkürzt und es kämen weniger Konsumenten als sonst. „Die in vielen Märkten eingeführten ‚Social Distancing‘-Regelungen beeinflussen die Umsatzentwicklung von Adidas weiterhin negativ“, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag mit. 

So gehe das Unternehmen davon aus, dass sich der Umsatz im dritten Quartal wesentlich verbessern, aber dennoch um fünf bis neun Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen werde. Das Betriebsergebnis werde zwischen 600 Millionen und 700 Millionen Euro betragen. Das entspreche einer Verbesserung von etwa einer Milliarde Euro im Vergleich zum zweiten Quartal. 

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    Das setze freilich voraus, dass es keine weiteren umfangreichen Beschränkungen gebe und das Kundenaufkommen im stationären Einzelhandel kontinuierlich weiter zunehme. Eine Prognose für das gesamte Jahr wollte Rorsted jedoch nicht geben. Denn immer wieder müssten einzelne Läden schließen, vor allem in den von der Pandemie schlimm betroffenen Vereinigten Staaten. Rorsted rechnet nicht damit, dass in absehbarer Zeit sämtliche Geschäfte öffnen können. 

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    So schlimm wie befürchtet ist es indes im Frühjahr nicht gekommen. Gleich zu Beginn der Coronakrise hatte sich Rorsted Kredite über drei Milliarden Euro gesichert, um auch eine längere Flaute zu überstehen. 2,4 Milliarden davon stammen von der staatseigenen Förderbank KfW. Zum 30. Juni wies Adidas nun flüssige Mittel von rund zwei Milliarden Euro aus. Das ist zwar ein Fünftel weniger als im Vorjahr, aber gleichwohl ein solides Polster.

    Adidas-Aktie legt deutlich zu

    Allerdings kommt Adidas inzwischen auf Nettofinanzverbindlichkeiten von knapp 800 Millionen Euro. Am 30. Juni 2019 hatte Finanzchef Harm Ohlmeyer noch eine Netto-Cash-Position von 392 Millionen Euro berichtet.

    Die Ratingagenturen bewerten den Sportkonzern unterdessen positiv. Standard & Poor’s und Moody’s hätten das Unternehmen in den letzten Monaten umfassend analysiert, so Adidas. Von beiden hätten die Franken erstmalige Investment-Grade-Ratings erhalten. Standard & Poor’s erteilte Adidas demnach die Bewertung „A+“ mit stabilem Ausblick.

    Moody’s bewertete das Unternehmen mit „A2“ mit stabilem Ausblick. Mit diesen Ratings sei Adidas eines der am besten bewerteten Unternehmen der Sportbranche. „Damit haben wir jederzeit Zugang zum Kapitalmarkt“, erläuterte Ohlmeyer. 

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    Wann sich Adidas nun frisches Geld mit einer Anleihe beschaffen will, ließ der Manager offen. Er betonte aber, dass der Staatskredit so schnell wie möglich zurückgezahlt werden soll. Eine halbe Milliarde Euro des Darlehens nutze das Unternehmen derzeit. Insgesamt könne der Konzern momentan auf Kreditlinien von 3,2 Milliarden Euro zurückgreifen. 

    Die Anleger nahmen die Quartalszahlen am Donnerstag wohlwollend auf. Der Kurs legte um mehr als drei Prozent auf rund 249 Euro zu. Damit gehörte Adidas zu den größten Gewinnern im Dax. Analysten betrachten den Konzern unterschiedlich. Die Marke habe im zweiten Quartal im Rahmen der Erwartungen abgeschnitten, die Zahlen seien aber durchwachsen ausgefallen, urteilte James Grzinic vom Analysehaus Jefferies. 

    „Auch wenn fast alle Geschäfte mittlerweile wieder geöffnet seien, so bleibe die Unsicherheit doch außerordentlich groß“, urteilte Volker Bosse von der Baader Bank. Daher sähen sich die Franken nicht in der Lage, eine Jahresprognose zu geben.

    Mehr: Vertrauensbeweis für Kasper Rorsted: Adidas verlängert Vertrag des Konzernchefs vorzeitig

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