Sportartikelhersteller China-Geschäft beschert Adidas-Rivalen Nike Gewinnsprung

Parker lobt die Digitalstrategie des Sportartikelherstellers.
Beaverton Die wachsende Begeisterung der Chinesen für Nike-Produkte hat dem weltgrößten Sportartikelhersteller starkes Wachstum beschert. Der US-Konzern erhöhte Gewinn und Umsatz im vergangenen Geschäftsquartal stark.
In den drei Monaten bis Ende November nahm der Nettogewinn verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 32 Prozent auf 1,1 Milliarden US-Dollar (1,0 Milliarden Euro) zu, wie der Adidas-Rivale am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Erlöse kletterten um zehn Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar.
„Ich war nie optimistischer mit Blick auf die Zukunft des Konzerns“, sagte der scheidende Nike-Boss Mark Parker. Parker, der den Spitzenjob seit 2006 innehat, wird das Amt im Januar an den früheren Ebay-Chef John Donahoe übergeben.
Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten. Dennoch reagierte die Aktie nachbörslich zunächst mit Kursverlusten von zwei Prozent.
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Das Unternehmen aus dem Bundesstaat Oregon versucht verstärkt, Konkurrenten wie Adidas und Vans Marktanteile abzujagen. Dafür setzt Nike auf mehr Werbung mit Sport-Prominenz und rund um Großereignisse.
Parker hob einmal mehr Nikes Digitalstrategie und Innovationen als Wachstumstreiber hervor. So werden immer schneller neue Sneaker-Modelle auf den Markt gebracht. Verkauft werden die Turnschuhe zum Teil exklusiv über eine eigene Nike-App. Auf dem Zukunftsmarkt China wurde die erst kürzlich gestartete Nike-App für den schnellen Schuhverkauf bereits eine Million Mal heruntergeladen, wie Parker am Donnerstag sagte.
Mit diesem Vertriebsweg will das Unternehmen der Konkurrenz auch in der Heimat USA Paroli bieten. Doch gerade auf diesem größten Nike-Markt verlangsamte sich im Berichtsquartal das Umsatzwachstum. Adidas, weltweit die Nummer zwei, ist Nike hier besonders auf den Fersen und konnte dem großen Konkurrenten zuletzt Marktanteile abluchsen.
In Nordamerika blieb das Umsatzplus mit fünf Prozent leicht unter den Prognosen. Trotz Belastungen durch den Handelsstreit verbucht Nike die höchste Nachfrage weiter in China.
Mehr: Nike-Manager Parker klebte zu lange am Chefsessel, meint Handelsblatt-Reporter Joachim Hofer.
(Reporter: Nivedita Balu geschrieben von Elke Ahlswede redigiert von Sabine Ehrhardt Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 069-7565 1236 oder 030-2888 5168)
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