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Sportartikelhersteller Coronavirus belastet Geschäft von Adidas und Puma

Sportartikelhersteller Puma ist in diesem Frühjahr kräftig gewachsen. Doch nun bremst das Coronavirus das Geschäft. Auch Adidas warnt vor den Folgen der Krankheit.
19.02.2020 - 12:03 Uhr Kommentieren
Coronavirus belastet Geschäft von Adidas und Puma Quelle: Imago
Puma-Store in Schanghai

Knapp 15 Prozent vom Puma-Umsatz stammt aus China.

(Foto: Imago)

Herzogenaurach Puma geht es so gut wie nie, doch es ist fraglich, ob sich der Aufwärtstrend in den nächsten Monaten fortsetzt. Denn die Verbreitung des Coronavirus macht der Marke zu schaffen – so wie der gesamten Sportindustrie. Der Konzern sei gut ins Jahr gestartet, sagte Vorstandschef Bjørn Gulden am Mittwoch am Konzernsitz in Herzogenaurach.

Allerdings sei der Betrieb in der Volksrepublik derzeit stark eingeschränkt. Damit nicht genug: „Das Geschäft in anderen Märkten, vor allem in Asien, leidet unter dem Ausbleiben chinesischer Touristen“, warnte Gulden. Noch sei es zwar nicht möglich, die genauen Auswirkungen vorherzusagen.

Es ist aber definitiv keine Kleinigkeit: In China ist Puma vergangenes Jahr um 40 Prozent gewachsen, knapp 15 Prozent vom Umsatz stammt aus diesem Land. Die meisten Läden seien momentan geschlossen, sowohl die eigenen als auch die der Partner, erklärte Gulden. Die Chinesen würden zwar im Internet bestellen, aber die Ware ließe sich nicht ausliefern.

So wie Puma geht es auch anderen Turnschuh-Herstellern. Das Geschäft in der Volksrepublik sei seit Ende Januar um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen, teilte Adidas an diesem Mittwochmorgen mit. China ist der wichtigste Wachstumsmarkt für die Marke mit den drei Streifen.

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    Der Dax-Konzern betreibt in China eigenen Angaben zufolge knapp 500 eigene Läden, gemeinsam mit Partnern kommt das Label auf etwa 12.000 Stores. In den ersten drei Wochen des Jahres sei das Geschäft zwar stark angelaufen, so Adidas. Seit dem chinesischen Neujahr am 25. Januar allerdings seien die Umsätze drastisch zurück gegangen.

    Under Armour mit Gewinnwarnung

    Welche Auswirkungen das auf das Ergebnis in diesem Jahr haben werde, sei momentan unklar: „Angesichts der sich täglich verändernden Lage lässt sich das Ausmaß der Gesamtauswirkungen auf unser Geschäftsjahr 2020 zu diesem Zeitpunkt nicht zuverlässig quantifizieren“, heißt es in der Mitteilung. Weitere Details werde der Turnschuh-Hersteller Mitte März bekannt geben.

    Konkurrent Under Armour hat bereits vergangene Woche vor niedrigeren Umsätzen in China gewarnt. Für die gesamte Sportindustrie ist China enorm wichtig. Die Chinesen kaufen immer mehr Shirts, Shorts und Sneaker, gleichzeitig produzieren die Marken einen bedeutenden Teil ihrer Ware in dem Land.

    Dabei ist Puma gerade richtig gut in Form. Vergangenes Jahr sei der Umsatz um fast ein Fünftel gestiegen, der Gewinn sei sogar um 40 Prozent in die Höhe geschossen, teilte der Konzern am Mittwochmorgen mit. „Diese Leistung spiegelt das internationale Potenzial der Marke wider“, sagte Vorstandschef Bjørn Gulden.

    Mit 5,5 Milliarden Euro erzielte der Turnschuh-Hersteller den höchsten Umsatz aller Zeiten. Der operative Gewinn kletterte auf 440 Millionen Euro, unterm Strich blieben 262 Millionen übrig. Gulden hat damit seine im vergangenen Jahr zwei Mal erhöhte Prognose sogar noch leicht übertroffen. In allen Regionen und über alle Produktkategorien hinweg sei es zweistellig aufwärts gegangen.

    „Es fehlt uns ein Monat in unserem profitabelsten Markt“

    Gulden hat den Investoren vergangenes Jahr versprochen, den Umsatz bis 2022 im Schnitt jedes Jahr um zehn Prozent zu steigern. Damit nicht genug, die Marke mit dem Raubtierlogo soll auch deutlich profitabler werden. Die operative Marge soll spätestens bis dahin auf zehn Prozent steigen. Der Konzern ist auf einem guten Weg: Vergangenes Jahr stieg der Wert um 0,7 Prozentpunkte auf 8 Prozent.

    Puma-Chef Gulden strebt auch in diesem Jahr neue Rekorde an – wenn das Virus die Pläne nicht durcheinander bringt. Ziel für 2020 sei ein Umsatzplus von zehn Prozent und ein deutlich höherer operativer Gewinn. Doch ob das angesichts der Corona-Epidemie zu erreichen ist? „Wir tun dafür alles, was wir können“, unterstrich Gulden. Aber: „Es fehlt uns ein Monat in unserem profitabelsten Markt“.

    Die Fabriken der Lieferanten seien in Betrieb, es fehle jedoch an Arbeitern, erläuterte der Manager. Der Export sei in den letzten Tagen wieder in Gang gekommen, allerdings mangele es an Lastern von den Werken zu den Häfen. Momentan komme es lediglich zu Verzögerungen von zwei, drei Wochen.

    Es sei indes kaum vorherzusagen, was in den Läden in China im März passiere. Wo immer es möglich sei, würden die Shops geöffnet, erläuterte Gulden. Die China-Zentrale von Puma in Schanghai soll am kommenden Montag wieder in Betrieb gehen.

    Zumindest die Investoren ließen sich am Mittwoch von den Schwierigkeiten in China nicht abschrecken. Mit einem Kursplus von rund acht Prozent waren die Aktien Puma der mit Abstand größte Gewinner im MDax.

    Mehr: Nike-Chef John Donahoe spricht über Konkurrenz, den Klimawandel und die Bedeutung des Geschäfts in China.

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