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Sportartikelhersteller Puma übertrifft Jahresziele und wird Nummer drei im deutschen Sporthandel

Der Konzern legt auf Quartals- und Jahressicht stark zu, die Prognose ist zweistellig. Adidas und Nike überholt Puma so nicht – aber alle anderen.
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Der Turnschuh-Hersteller ist vergangenes Jahr enorm gewachsen – und so soll es auch weiter gehen. Quelle: dpa
Björn Gulden

Der Turnschuh-Hersteller ist vergangenes Jahr enorm gewachsen – und so soll es auch weiter gehen.

(Foto: dpa)

Herzogenaurach Shirts, Shorts und Sneakers von Puma sind weltweit gefragt. Im vierten Quartal sei der Sportkonzern in allen Regionen und sämtlichen Kategorien gewachsen, teilte der börsennotierte Konzern am Donnerstag mit. Der Umsatz ist zu konstanten Wechselkursen um ein Fünftel geklettert, auf gut 1,2 Milliarden Euro. Der Gewinn schoss von gut zwei Millionen auf knapp 15 Millionen Euro nach oben.

Auch das gesamte Jahr war für den Turnschuh-Hersteller ein voller Erfolg. So stiegen die Erlöse währungsbereinigt um rund 18 Prozent auf knapp 4,7 Milliarden Euro. Unterm Strich blieben 187 Millionen Euro übrig, fast 40 Prozent mehr als 2017.

Damit hat der ehemalige Profi-Fußballer und heutige Vorstandvorsitzende Bjørn Gulden, 53, seine im November angehobene Prognose für 2018 sogar übertroffen. Im vergangenen Frühjahr hatte er noch lediglich zehn Prozent Umsatzplus in Aussicht gestellt, im Herbst kündigte er dann 14 Prozent an.

„Das zweistellige Wachstum in allen Produktsegmenten zeigt, dass wir unser Produktangebot weiter optimiert haben“, sagte Gulden am Morgen in Herzogenaurach. „Wir müssen immer noch viel verbessern, aber wir bewegen uns mit unserer Marke und dem Unternehmen in die richtige Richtung“, ergänzte der 53-Jährige.

Ein Grund für den Aufstieg: Die Sporthändler räumen für das Label immer mehr Platz in ihren Regalen frei. „Die haben mir ihren Kollektionen einen immens guten Job gemacht“, sagt Andreas Rudolf, Geschäftsführer des Händlerverbunds Sport 2000. Das Management kümmere sich vorbildlich um die Ladenbesitzer.

Auch die Warenverfügbarkeit sei gut. „Puma hat es geschafft, sich als drittgrößter Lieferant zu etablieren“, betont Rudolf. Damit reiht sich Puma gleich hinter die Marktführer Nike und Adidas. Für die Fachhändler sei das wichtig, denn sie wollten eine Alternative zu den ganz großen Anbietern. Vor Jahresfrist stand Puma unter den umsatzstärksten Marken der Kette noch auf Rang sechs. Sowohl den Laufspezialisten Asics, als auch die Amer-Gruppe mit Marken wie Salomon und Atomic haben die Franken nun überholt. 

Die Investoren sind schon länger begeistert von Puma. Binnen Jahresfrist ist der Aktienkurs um rund die Hälfte nach oben gestiegen. Der MDax hat im selben Zeitraum hingegen etwa fünf Prozent an Wert verloren.

Von Under Armour abgesetzt

Analysten glauben trotz der guten Entwicklung in den vergangenen Monaten, dass es an der Börse weiter aufwärts geht. Für Goldman Sachs zählen die Papiere des Sportartikelherstellers 2019 zu den sogenannten „Top Picks“ in Europa, schrieben die Analysten um John Sawtell jüngst in einer Studie. Wachstum bei europäischen Unternehmen sei rar, daher würden dynamische Firmen mit einem hohen Aufschlag gehandelt. Bei Puma mit seinem strukturellen Wachstum sei diese Prämie verdient.

Auch die Credit Suisse sieht Puma nach wie vor positiv. Der Sportartikelmarkt gehe schwungvoll in das Jahr 2019, urteilt Analyst Jay Sole. Es gebe Indizien dafür, dass sich das starke globale Wachstum fortsetzt. Er erwartet es in diesem Jahr bei fünf Prozent. Puma bleibe vor diesem Hintergrund eine seiner top Anlage-Ideen.

Puma ist zudem deutlich besser gestellt als sein Rivale Under Armour, mit dem die Franken um Rang drei in der Sportbranche rangeln. Vergangenes Jahr kletterte der Umsatz der US-Amerikaner lediglich um vier Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar (4,6 Milliarden Euro). Under Armour ist nur im Ausland gewachsen, auf dem Heimatmarkt USA sind die Erlöse im Jahr 2018 um zwei Prozent zurückgegangen. Puma hingegen verbuchte in den USA ein Umsatzplus von 17 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Dazu kommt: Under Armour schrieb einen Verlust von 46 Millionen Dollar.

Die Franken werden sich dieses Jahr von Under Armour absetzen – wenn Gulden seine Prognose denn erfüllt. Under-Armour-Chef Kevin Plank peilt ein schmales Umsatzplus von drei bis vier Prozent an. Gulden hingegen will die Erlöse um zehn Prozent in die Höhe treiben. Auch der Gewinn soll deutlich zulegen.

Der Puma-Chef hat noch einiges mit dem Traditionsunternehmen vor. Ende September ist das Label in den USA wieder ins Geschäft mit Basketball eingestiegen. Guldens Ziel ist es, damit langfristig in den USA zum ernst zu nehmenden Wettbewerber von Nike zu werden. Der Konzern von der amerikanischen Westküste dominiert in den Sportläden zwischen New York und Los Angeles. Zielgruppe sind weniger die Sportler selbst, es geht eher um jugendliche Trendsetter.

Der Vorstandschef hat den Investoren vergangenes Jahr versprochen, den Umsatz bis 2022 im Schnitt jedes Jahr um zehn Prozent zu steigern. Damit nicht genug, die Marke mit dem Raubtierlogo soll auch deutlich profitabler werden. Die operative Marge werde spätestens bis dahin auf zehn Prozent klettern.

Vergangenes Jahr lag sie bei gut sieben Prozent. Darüber hinaus kündigte Gulden an, jährlich zwischen 25 und 35 Prozent des Gewinns an die Aktionäre auszuschütten. Für 2018 erhalten die Anteilseigner 3,50 Euro je Aktie, das entspricht 28 Prozent vom Ergebnis. Wie Puma im Vergleich zu Adidas abgeschnitten hat, wird sich in vier Wochen zeigen. Dann legt der Lokalrivale seine aktuellen Zahlen vor.

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