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Sportartikelhersteller So hängt Puma Under Armour ab

Der Turnschuh-Hersteller wächst kräftig, erhöht die Prognose und nimmt dem Rivalen in dessen Heimat USA Marktanteile ab. Die Anleger sind begeistert.
Update: 31.07.2019 - 10:46 Uhr Kommentieren
Adidas-Konkurrent: Puma hebt Ziele für 2019 an Quelle: dpa
Puma-Logo in Herzogenaurach

Der weltweit drittgrößte Sportartikelhersteller setzt die Ziele höher.

(Foto: dpa)

München Es läuft rund bei Puma. Der fränkische Turnschuh-Hersteller ist deutlich dynamischer unterwegs als Under Armour, der Rivale um Platz drei in der Sportbranche. Im zweiten Quartal seien die Erlöse gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent auf gut 1,2 Milliarden Euro in die Höhe geschossen, teilte Puma an diesem Mittwoch mit.

Der Konkurrent aus den USA hatte am Vortag lediglich ein mageres Umsatzplus von einem Prozent auf umgerechnet 1,08 Milliarden Euro verkündet. Größe ist kein Selbstzweck in der Sportbranche. Wer mehr einnimmt, kann mehr für das lebenswichtige Marketing ausgeben und damit die Grundlage für künftiges Wachstum schaffen.

Die Marke mit dem Raubtierlogo verdient deutlich besser als noch vergangenes Jahr. Der Gewinn ist um mehr als die Hälfte auf knapp 50 Millionen Euro in die Höhe geschossen. Under Armour hingegen musste einen Verlust von 15 Millionen Euro verbuchen.

Das zweite Quartal habe sich sehr gut entwickelt, betonte Puma-Vorstandschef Björn Gulden. „Alle Produktsegmente und Regionen verzeichneten einen gesunden Zuwachs.“

Der Norweger blickt daher auch zuversichtlicher auf das gesamte Jahr. Daher hat der ehemalige Profi-Fußballer die Prognose erhöht. So soll der Umsatz jetzt zu konstanten Wechselkursen um rund 13 Prozent steigen. Bisher hatte Gulden lediglich ein Plus von zehn Prozent in Aussicht gestellt. Zum Vergleich: Under Armour erwartet einen Zuwachs von nur drei bis vier Prozent.

Puma werde auch mehr Geld verdienen, versprach Gulden. So werde der Gewinn vor Zinsen und Steuern voraussichtlich zwischen 410 Millionen und 430 Millionen Euro betragen. Zuletzt hatte Gulden eine Spanne von 395 Millionen bis 415 Millionen genannt. Auch das wird Under Armour nicht schaffen. Gründer und CEO Kevin Plank erwartet umgerechnet maximal 210 Millionen Euro.

Erlöse legen weltweit zu

Die T-Shirts, Shorts und Schuhe von Puma sind weltweit gefragt. Rund um den Globus sind die Umsätze gestiegen, am stärksten in Asien und Nordamerika. Puma nimmt Under Armour ausgerechnet in dessen Heimat Marktanteile ab.

So kletterten die Erlöse der Deutschen im zweiten Quartal in Nordamerika um rund ein Fünftel auf 462 Millionen Euro. Under Armour ist zwar wesentlich größer in der Region, doch im jüngsten Quartal ist der Umsatz um drei Prozent gesunken, und zwar auf umgerechnet 731 Millionen Euro.

An dem Abwärtstrend auf dem wichtigsten Sportmarkt der Welt werde sich dieses Jahr nichts mehr ändern, warnte der Under-Armour-Chef am Dienstag. Daraufhin brach der Aktienkurs in New York um zwölf Prozent ein. Zuvor hatten die Papiere seit Jahresbeginn mehr als die Hälfte an Wert gewonnen.

Die Aktien von Puma hingegen legten am Mittwochmorgen um gut sechs Prozent auf rund 62 Euro zu. Puma war der mit Abstand größte Gewinner im MDax. Seit Anfang Januar ging es damit um mehr als ein Drittel nach oben.

Puma ist derzeit auch deutlich dynamischer unterwegs als der Lokalrivale Adidas. Allerdings ist die Marke mit den drei Streifen mehr als viermal so groß wie Puma. Adidas legt seine aktuellen Zahlen Ende kommender Woche vor.

Viele Kooperationen

Gulden greift derzeit weltweit an. Im Fußball hat er gerade erst den englischen Meister Manchester City unter Vertrag genommen. Diese Woche verpflichtete er zudem dessen Trainer Pep Guardiola. Die neuen Trikots von Manchester City seien diesen Monat vorgestellt worden teilte Puma mit, der Verein habe am ersten Tag den erfolgreichsten Trikotverkauf in seiner Geschichte verzeichnet. „Ich bin sehr zufrieden mit der Kooperation“, betonte Gulden.

In Spanien wird der FC Valencia künftig mit den Leibchen der Franken auflaufen. Zudem wird Puma bald den Spielball der spanischen Liga stellen.

Ende September ist das Label zudem in den USA wieder ins Geschäft mit Basketball eingestiegen. Ziel des Norwegers ist es, damit langfristig in den USA zum ernstzunehmenden Wettbewerber von Nike zu werden. Der Konzern von der amerikanischen Westküste dominiert in den Sportläden zwischen New York und Los Angeles. Zielgruppe sind weniger die Sportler selbst, es geht eher um jugendliche Trendsetter. Der Start sei vielversprechend verlaufen, beteuerte Gulden.

Der Vorstandschef hat den Investoren vergangenes Jahr versprochen, den Umsatz bis 2022 im Schnitt jedes Jahr um zehn Prozent zu steigern. Damit nicht genug, die Marke mit dem Raubtierlogo soll auch deutlich profitabler werden. Die operative Marge werde spätestens bis dahin auf zehn Prozent steigen. Der Konzern ist auf einem guten Weg: Im ersten Halbjahr ist sie um einem Prozentpunkt auf 8,8 Prozent gestiegen.

Nur eins bremst Puma momentan ein wenig: der Nachschub. Angesichts drohender Zölle auf chinesische Einfuhren in den USA habe das Unternehmen vermehrt Kapazitäten in anderen Ländern gebucht. Puma besitzt keine eigenen Fabriken, sondern kauft die Ware von Lieferanten in Fernost. Allerdings hätten auch die Wettbewerber umgesteuert, so Gulden.

Daher habe Puma früher bestellen müssen als sonst, auch seien doppelte Kosten entstanden für die sonst unübliche Fertigung eines Modells an zwei Standorten. „Das hat uns viel Arbeit gemacht“, sagte Gulden. Inzwischen stamme allerdings nur noch ein Viertel aller Artikel von Puma in den USA aus China.

Den Zulieferern in China geht die Arbeit trotzdem nicht aus. Schließlich wächst Puma in der Volksrepublik Quartal für Quartal zweistellig und Gulden kann die Sneaker und Leibchen aus lokaler Produktion im Land verkaufen.

Es sieht also alles danach aus, als würde sich die Erfolgsstory von Puma in den nächsten Monaten fortsetzen.

Mehr: Der Sportkonzern ist im Herbst wieder ins Basketball-Geschäft in Amerika eingestiegen. Die erste Bilanz ist positiv. Die Aufholjagd wird aber Jahre dauern.

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