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Sportartikelhersteller So probt Adidas in London die digitale Revolution

Im neuesten Laden der Marke finden sich 103 elektronische Anlaufstellen. Bewährt sich das Konzept, soll es bei Sporthändlern weltweit zum Einsatz kommen.
18.11.2019 - 04:00 Uhr Kommentieren
Adidas probt in London die digitale Revolution Quelle: adidas
Flagship-Store von Adidas in London

Der Sportartikelhersteller lockt Kunden mit Glimmer und Glitzer.

(Foto: adidas)

München An diesem Dienstag trifft sich der gesamte Adidas-Vorstand in London. Es gilt, etwas ganz Großes offiziell zu eröffnen: den fortschrittlichsten Laden des Sportkonzerns weltweit. Mit den Technologien, die der Turnschuhhersteller nun an der Oxford Street testet, will das Label in den nächsten Jahren rund um den Globus wesentlich mehr Kunden anlocken.

Genau 103 digitale Anlaufstellen hat die Marke in dem Vorzeigegeschäft in der britischen Hauptstadt eingerichtet. „Wenn sie sich bewähren, werden wir einige dieser Konzepte künftig in weiteren Concept-Stores und bei Handelspartnern einsetzen“, sagte Vertriebsvorstand Roland Auschel dem Handelsblatt. Als Concept-Stores bezeichnet Adidas intern seine Läden.

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In London entscheidet sich damit, was die Adidas-Geschäfte und viele weitere Sportläden in Zukunft an Dienstleistungen bieten werden. Der Konzern verfügt über ein gewaltiges Filialnetz: Europas größter Sportartikelanbieter unterhält mehr als 1300 Läden und bewirtschaftet rund 120 Flächen bei Händlern.

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Standort erkennen

    Zudem betreibt der Konzern über 1000 sogenannte Factory-Outlets, also Verkaufsstellen für Restposten. Insgesamt erzielt das Label knapp ein Drittel vom Umsatz in eigenen Geschäften und dem Onlinestore. Dazu kommen 14.000 Läden von unabhängigen Kaufleuten, die ausschließlich Adidas führen. Und das ist noch nicht alles: Insgesamt ist die Marke mit den drei Streifen bei 150.000 Sporthändlern erhältlich. Sie alle könnten von den Innovationen in London profitieren.

    Die Firma wächst zwar seit Jahren zweistellig im firmeneigenen E-Commerce. Allein im dritten Quartal kletterte der Umsatz um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf Läden vor Ort will das Label trotzdem nicht verzichten. Das Prestigeobjekt in London ist bereits der dritte sogenannte Flagship-Store, nach Paris und New York. „Hier präsentieren wir die Marke genau so, wie wir uns das idealtypisch vorstellen“, so Auschel.

    Die neue Adresse soll denn auch mehr sein als ein reiner Verkaufsraum. „Wir nennen es Retail-Theater“, erläuterte Auschel. „Wir inszenieren die Produkte, weil die Konsumenten emotional angesprochen werden wollen.“ So bietet das Label auf der attraktivsten Fläche im Erdgeschoss weder die neuesten Kickstiefel an noch die begehrtesten Sneaker.

    Digitale Spiegel halten für Kunden weitere Infos bereit. Quelle: adidas
    Adidas-Store

    Digitale Spiegel halten für Kunden weitere Infos bereit.

    (Foto: adidas)

    Stattdessen präsentiert Adidas einen voll wiederverwertbaren Schuh und erläutert das Engagement für den Umweltschutz. Urlauber und Einheimische sollen den Shoppingtempel mit dem Gefühl verlassen, beim Einkaufen etwas Gutes zu tun. Größte Attraktion in dem Shop auf der Londoner Einkaufsmeile sind freilich die digitalen Angebote.

    So können die Konsumenten zum Beispiel per App Shirts, Shorts und Schuhe in ihrer Größe aus dem Lager anfordern. Dafür müssen sie lediglich mit der Handykamera auf den Artikel zeigen. Die Konsumenten dürfen sich anschließend frei im Laden bewegen, das Personal bringt ihnen die Ware dorthin, wo sie gerade sind.

    Die Schlange an der Kasse können die Leute umgehen, wenn sie direkt mit dem Mobiltelefon bezahlen. Athleten dürfen das Video einer Joggingstrecke aus ihrem Londoner Viertel mit nach Hause nehmen. Der Computer generiert den Film, während die Sportler auf dem Laufband schwitzen, um ein geeignetes Schuhmodell zu ermitteln.

    Elektronische Spiegel

    Funktechnik in den Kabinen erkennt, welche Produkte die Kunden zur Anprobe mitgenommen haben. Daraufhin erscheinen weitere Informationen auf elektronischen Spiegeln. Adidas ist nicht der einzige Sportkonzern, der in neue Läden investiert. Der Herzogenauracher Lokalrivale Puma weihte im Sommer eine 1700 Quadratmeter große Filiale an der 5th Avenue in New York ein.

    Auch die Marke mit dem Raubtierlogo hat einen hohen Anspruch. „Wir wollen neue Maßstäbe im Sport, der Mode und der Technologie setzen, und dieser Store ist der nächste Schritt dabei“, sagte Vorstandschef Björn Gulden. Weltmarktführer Nike übernahm diesen Sommer den Datenanalysten Celect aus Boston.

    Die IT-Firma hat sich darauf spezialisiert, Kundenwünsche frühzeitig zu erkennen und die Sortimente in den Läden darauf auszurichten. Im Herbst startete der US-Konzern nun mit dem neuen Shopkonzept „Nike Live“ in Los Angeles und Tokio. Dabei zielt die Firma darauf ab, möglichst genau die Bedürfnisse der lokalen Konsumenten zu befriedigen.

    Sportkonzerne rüsten auf
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