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Sportartikelhersteller Testosteron-Experimente: Doping-Skandal trifft Nike

Der Chef-Coach des „Oregon Project“ von Nike ist wegen Dopings gesperrt worden. Auch CEO Mark Parker soll davon gewusst haben.
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Erst am Montag hat die US-Doping-Aufsicht USADA den Chef-Coach des „Oregon Project“, Alberto Salazar, für vier Jahre gesperrt. Quelle: AP
Alberto Salazar

Erst am Montag hat die US-Doping-Aufsicht USADA den Chef-Coach des „Oregon Project“, Alberto Salazar, für vier Jahre gesperrt.

(Foto: AP)

New York Es war ein Projekt der Superlative: Die besten Athleten, die besten Trainer, die beste Technik. Im Camp des Nike-eigenen „Oregon Project“ trainierten die Sportler in Wasserbecken, ließen ihre Körperfunktionen von der neuesten Software analysieren und schliefen in Sauerstoff-reduzierten Häusern, um ein Höhenklima vorzutäuschen und so die Produktion der roten Blutkörperchen anzukurbeln.

Doch mit den jüngsten Doping-Vorwürfen droht der Erfolg des Trainings-Camps in einen Skandal umzuschlagen, der Nike und dessen Vorstandsvorsitzenden Mark Parker schaden könnte. Schließlich soll auch Parker von den Doping-Versuchen gewusst haben.

Erst am Montag hat die US-Doping-Aufsicht USADA den Chef-Coach des „Oregon Project“, Alberto Salazar, für vier Jahre gesperrt. Salazar soll „verbotenes Doping-Verhalten orchestriert und gefördert“ haben. Dazu gehören neben Carnitin-Infusionen auch Experimente mit Testosteron-Gel. Dabei rieb Salazar seine eigenen Söhne mit dem Gel ein, um zu prüfen, ab welcher Menge eine Doping-Kontrolle das nachweisen könnte.

Nun kam heraus, dass auch der seit 13 Jahren amtierende Nike-CEO Parker von diesen Testosteron-Experimenten gewusst hat, wie Emails aus den Jahren 2009 bis 2011 beweisen. „Wir müssen die Mindestmenge des Gels feststellen, die ein Problem wäre“, schrieb Salazar an Parker. Der wiederum antwortete: „Es wäre interessant, die Mindestmenge von topischer männlichen Hormonen festzustellen, die nötig ist, um einen positiven Test zu erreichen“.

Die offizielle Darstellung von Nike dazu lautet, dass Salazar besorgt war, andere könnten seine Sportler mit Testosteron-Tüchern berühren, um sie so des Dopings zu überführen. In einer Email an seine Mitarbeiter schrieb Parker am Dienstag: „Nike hat sich nie daran beteiligt, Läufer systematisch zu dopen. Allein der Gedanke daran macht mich krank“.

Parker ist selbst passionierter Läufer und großer Fan des „Oregon Project“, das schon vor seiner Zeit ins Leben gerufen wurde. Nach den enttäuschenden 90er-Jahren wollte der Sportartikelhersteller mit seinem eigenen Trainingscamp dafür sorgen, dass die USA auch bei den Läufern wieder zur Weltspitze gehören.

Später nahm das Camp gleich neben der Nike-Zentrale in Beaverton in der Nähe von Portland, Oregon, auch ausländische Sportler und Sportlerinnen wie die deutsche Konstanze Klosterhalfen auf. Salazar steht unter anderem hinter den vier Olympiasiegen und sechs Weltmeistertiteln des britischen Läufers Mo Farah.

Deutsche Hersteller wie Puma und Adidas haben keine vergleichbaren Trainingsprogramme. Sie treten lediglich als Sponsoren auf und haben daher keine so engen Beziehungen zu Sportlern, Trainern und Ärzten wie Nike.

Für Nike ist es ein weiterer Skandal, der das Unternehmen innerhalb innerhalb weniger Jahre trifft: Mehrere Top-Manager mussten gehen, nachdem sich Mitarbeiterinnen über sexuelle Belästigung beschwert hatten. Dann wurde bekannt, dass Nike Strafen in seine Verträge schrieb, sollten Athletinnen schwanger werden. Nun soll das Doping vor der eigenen Haustür geschehen sein.

Mehr: Der US-Markt für Schuhe ist hart umkämpft. Mit seinem neuen Geschäftsmodell will der Sportartikelhersteller Nike die Kunden wieder stärker an die Marke binden.

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