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Sportartikelhersteller Warum Adidas trotz Rekordkurses die Investoren enttäuscht

Im dritten Quartal sind Marge und Gewinn des Sportartikelriesen geschrumpft. Vorstandschef Kasper Rorsted sieht den Konzern trotzdem auf Rekordkurs.
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Adidas-Aktie: Warum Adidas trotz Rekordkurs die Investoren enttäuscht Quelle: AFP
Adidas

Operatives Ergebnis und Reingewinn des Konzerns sind im dritten Quartal schwächer ausgefallen als von Analysten erwartet.

(Foto: AFP)

München Weniger Gewinn und eine niedrigere Marge als im Vorjahr: Im dritten Quartal hat Adidas die Investoren enttäuscht. Mit einem Minus von zeitweise mehr als drei Prozent waren die Aktien des Turnschuh-Herstellers am Mittwochmorgen der mit Abstand größte Verlierer im Dax. So mancher Anleger hatte wohl auch auf eine höhere Prognose spekuliert. Die aber bleibe unverändert, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted.

So ist der Gewinn des Dax-Konzerns aus fortgeführten Geschäftsbereichen zwischen Juli und Ende September um zwei Prozent auf 644 Millionen Euro gefallen. Und auch die operative Marge ist um 1,3 Prozentpunkte auf 14 Prozent gesunken.

Operatives Ergebnis und der Reingewinn seien schwächer als von ihr prognostiziert ausgefallen, urteilte Analystin Melanie Flouquet von JP Morgan in einer ersten Reaktion am Mittwoch. Da die Quartalszahlen keine großen Überraschungen enthielten, gebe es auf kurze Sicht nur geringe Impulse für den Aktienkurs, kommentierte DZ-Bank-Analyst Herbert Sturm. Seit Jahresbeginn haben die Papiere um rund 50 Prozent zugelegt. Sie notierten am Mittwochmorgen bei rund 275 Euro.

Adidas selbst begründete den niedrigeren Gewinn mit höheren Kosten für Luftfracht und einen „weniger günstigen Preismix“. Das heißt: Der Konzern musste Ware verramschen. Gleichzeitig habe das Unternehmen mehr für Marketing ausgegeben. Darüber hinaus seien Kosten vom vierten ins dritte Quartal verschoben worden.

Kasper Rorsted zeigte sich vollauf zufrieden mit den Ergebnissen: „Das dritte Quartal war sehr gut“, betonte der Däne in einer Telefonkonferenz. So habe das Label deutlich mehr Shirts, Shorts und Sneaker verkauft als im Vorjahr. Der Umsatz sei um neun Prozent auf 6,4 Milliarden Euro gestiegen. Zu konstanten Wechselkursen seien die Erlöse um sechs Prozent geklettert.

Der Turnschuh-Hersteller sei zudem voll auf Kurs, betonte Rorsted: „2019 wird trotz einiger Herausforderungen ein Rekordjahr.“ Rorsted versprach, im vierten Quartal noch einmal voll aufzudrehen. „Wir bestätigen unsere Prognose für das Gesamtjahr und sind nach wie vor zuversichtlich, dass sich das Umsatzwachstum im vierten Quartal deutlich beschleunigen wird“, sagte Rorsted.

Der Konzernlenker verspricht fürs laufende Jahr ein Umsatzplus zu konstanten Wechselkursen von fünf bis acht Prozent. Die operative Marge soll von 10,8 Prozent im vergangenen Jahr auf bis zu 11,5 Prozent klettern. Der Gewinn soll um zehn bis 14 Prozent steigen.

Im März hat Vorstandschef Kasper Rorsted angekündigt, dass Adidas im zweiten Halbjahr stärker wachsen würde als in den ersten sechs Monaten. Dieses Versprechen hat der Konzernlenker eingehalten. Positiv zudem, dass das Unternehmen in allen Regionen weltweit mehr Shirts, Shorts und Turnschuhe abgesetzt hat.

Das gilt nicht zuletzt für die Heimatregion Europa, in der die Marke mit den drei Streifen mehrere Quartale lang mit schrumpfenden Erlösen zu kämpfen hatte. Auch die angeschlagene US-Tochter Reebok verbuchte einen leichten Zuwachs.

Lokalrivale Puma kam im dritten Quartal indes dynamischer voran und erzielte ein Umsatzplus von währungsbereinigt 17 Prozent. Die Marke mit dem Raubtierlogo steigerte den Gewinn vor Zinsen und Steuern zudem um ein Viertel. Das Label ist auch fürs gesamte Jahr zuversichtlicher und rechnet mit 15 Prozent höheren Erlösen. Allerdings ist Puma deutlich kleiner als Adidas.

Für die letzten Wochen des Jahres ist Rorsted auch deshalb zuversichtlich, weil jetzt schon das Geschäft rund um die Fußball-Europameisterschaft 2020 beginnt. An diesem Mittwochabend präsentiert der Konzern bereits den offiziellen Ball. Zug zum Zug folgen dann die Trikots der Nationalteams.

Mehr: Vor drei Jahren hat Kasper Rorsted bei Adidas angefangen und es geschafft, die Schwachstellen zu beseitigen, die ihm sein Vorgänger hinterlassen hatte.

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