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Sportmarken Puma schlägt Under Armour im Verfolgerduell

Die Verfolger von Adidas und Nike wachsen beide kräftig. Die Deutschen sind allerdings dynamischer unterwegs als die Amerikaner. Vor allem verdienen sie Geld.
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Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach punktet im direkten Duell mit dem US-Konkurrenten Under Armour. Quelle: dpa
Puma

Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach punktet im direkten Duell mit dem US-Konkurrenten Under Armour.

(Foto: dpa)

MünchenDeutschland gegen Amerika, Puma gegen Under Armour: Im zweiten Quartal hat das fränkische Label das Verfolgerduell in der Sportindustrie für sich entschieden. Beide Unternehmen sind zwar kräftig gewachsen, doch die Marke mit dem Raubtierlogo war einen Tick dynamischer unterwegs. Vor allem verdient Puma Geld, während Under Armour tief rote Zahlen schreibt.

Puma und Under Armour wetteifern um Rang drei unter den größten Turnschuh-Herstellern der Welt. Nike steht unangefochten auf Platz eins, dahinter liegt ebenso unangefochten Adidas. Puma und Under Armour folgen mit einigem Abstand, sind aber eng beieinander. Das zeigen die Ergebnisse, die beide Firmen an diesem Donnerstag präsentierten.

Das Traditionsunternehmen aus Herzogenaurach erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 1,049 Milliarden Euro, ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das zweite Quartal hat sich positiv für uns entwickelt“, sagte Vorstandschef Björn Gulden am Morgen. Under Armour wiederum kommt auf umgerechnet eine Milliarde Euro, das sind ebenfalls acht Prozent mehr als im selben Zeitraum 2017.

Trotzdem sieht es für Puma besser aus. Denn der starke Euro drückt den Umsatz. Zu konstanten Wechselkursen wären die Erlöse um 15 Prozent geklettert. Das heißt: In den Geschäften sind die Shirts, Shorts und Sneaker aus Herzogenaurach sehr begehrt. Under Armour wiederum profitiert vom eher schwachen Dollar, währungsbereinigt sind die Einnahmen nur um sieben Prozent gestiegen.

Der größte Unterschied zeigt sich beim Gewinn. Under Armour steckt mitten in einem teuren Konzernumbau. Ursprünglich hatte Gründer und CEO Kevin Plank fürs laufende Jahr mit Restrukturierungskosten von 130 Millionen Dollar gerechnet. An diesem Donnerstag kündigte er an, dass es sogar 210 Millionen werden könnten. 79 Millionen davon fielen zwischen April und Ende Juni an. So kommt es, dass die Firma aus Baltimore das zweite Quartal mit einem Verlust von umgerechnet rund 82 Millionen Dollar abschloss.

Puma dagegen wird immer profitabler. Der Überschuss legte im zweiten Quartal um 42 Prozent auf 31 Millionen Euro zu. Puma-Chef Björn Gulden hat den Konzern in den vergangenen Jahren bereits runderneuert. Plank ist noch voll damit beschäftig, Under Armour fit zu machen. Der Milliardär hat in den vergangenen Monaten große Teile des Managements ausgetauscht. Er hat sich entschlossen, Filialen zu schließen und mehr als 200 Stellen zu streichen. Zudem werden Entwicklung, Einkauf und Vertrieb reorganisiert, also fast das gesamte Unternehmen.

Angesichts dessen ist es kein Wunder, dass Puma zuversichtlich in die Zukunft blickt, während Under Armour eher reserviert ist. Dank weltweit florierender Geschäfte mit allen Produkten von Schuhen über Bälle bis zu Trikots dürften die Erlöse der Franken dieses Jahr um zwölf bis 14 Prozent zulegen.

Erst im April hatte Gulden das Wachstumsziel auf zehn bis zwölf Prozent von zuvor zehn Prozent angehoben. Under Armour rechnet hingegen mit einem Umsatzwachstum 2018 von lediglich drei bis vier Prozent – und sogar einem leichten Rückgang auf dem Heimatmarkt USA.

Trotzdem ist die Firma nicht zu unterschätzen. Sporthändler in Europa sehen Under Armour als attraktive Marke und gute Alternative zu den Marktführern Nike und Adidas. Der Konzern sei ein verlässlicher Partner, sagt Kim Roether. Dem Ex-Chef von Intersport zufolge, des größten deutschen Verbunds von Sporthändlern, hat das Label gute Chancen, mehr Regalplatz in den Läden hierzulande zu ergattern: „Ich glaube fest daran, dass die das packen.“ Die Amerikaner seien vielleicht noch etwas unorganisiert im Vergleich zu den Großen, aber das müsse kein Nachteil sein.

So ist Under Armour vergangenes Jahr von Platz 24 auf Rang 14 der größten Lieferanten der Kette nach oben geschossen. Vor vier Jahren waren die Amerikaner noch nicht einmal unter den 60 beliebtesten Marken bei Intersport vertreten. Doch auch Puma habe gute Karten bei den Ladenbesitzern. „Puma kümmert sich am meisten um den Fachhandel“, betonte Roether.

Die Investoren reagierten unterschiedlich auf die Ergebnisse der beiden Sportkonzerne. Puma gehörte am Donnerstag zu den großen Verlierern in Frankfurt. Die im MDax notierten Aktien verloren bis zum frühen Nachmittag rund zehn Prozent auf 429 Euro.

Dass Vorstandschef Gulden das Ziel für das operative Jahresergebnis nur bekräftigte sei aus ihrer Sicht und auch aus Marktsicht eine Enttäuschung, meint Chiara Battistini von JPMorgan. Wegen der erhöhten Umsatzprognose hatten wohl viele Anleger auf einen höheren Jahresgewinn gehofft. Gleichwohl, der Aktienkurs liegt noch immer um rund ein Fünftel über dem Jahresbeginn.

Ganz anders verlief es bei Under Armour. Im vorbörslichen Handel in New York lagen die Papiere mit rund sieben Prozent im Plus bei gut 21 Dollar. Beobachter begründeten dies damit, dass der Umsatz etwas besser als von den Analysten an der Wall Street erwartet ausgefallen sei. Vor allem international laufe das Geschäft rund. Damit verbucht Under Armour seit Jahresbeginn ein Kursplus von rund 50 Prozent.

Aber auch hier unterscheiden sich Puma und Under Armour gewaltig: Die Aktien der Amerikaner waren zu den besten Zeiten im Sommer 2015 fast fünf Mal so viel wert wie heute. Puma notiert dagegen nur gut ein Fünftel unterhalb des Rekordkurses von diesem Frühjahr.

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