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Skifahrer in den Alpen

In Deutschen herrschen derzeit beste Bedingungen für Wintersportler – trotzdem tun sich die Sporthändler schwer.

(Foto: imago/Manngold)

Sportmesse Ispo Amazon und Zalando sorgen bei Sporthändlern für frostige Stimmung

Das kalte Wetter erleichtert den Sporthändlern das Geschäft mit Winterjacken und Skiern – trotzdem ist die Lage derzeit kritisch: Die Kunden bestellen lieber online.
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Eis und Schnee in Deutschland, auch in den nächsten Tagen: Die Sporthändler hätten zum Auftakt der Sportmesse Ispo, der größten Sportmesse weltweit, allen Grund, zufrieden zu sein. Schließlich stehen die Chancen gut, die noch im Lager verbliebenen Winterjacken, Skier und Stiefel jetzt noch los zu werden.

Die Stimmung in den Messehallen in München ist allerdings gedämpft. Denn das Geschäft der Sporthändler bricht zusehends weg. Immer öfter kaufen die Kunden bei Online-Konzernen wie Amazon und Zalando oder dem Sport-Discounter Decathlon.

So ging der Umsatz bei Intersport hierzulande vergangenes Jahr um drei Prozent auf 2,85 Milliarden Euro zurück. Mit 1480 Geschäften ist die Genossenschaft mit weitem Abstand der Marktführer in Deutschland.  „Die Entwicklung zeigt, wie herausfordernd die Situation für unsere Händler am Markt gerade ist“, sagte Intersport-Chef Alexander von Preen am Sonntag.

Der Manager machte nicht zuletzt das Wetter 2018 für das Minus verantwortlich: Zum Jahresstart habe es zu wenig Schnee gegeben, im Sommer sei es dann zu heiß gewesen, im Dezember zu mild. Und auch das frühe Aus für das deutsche Team bei der Fußball-WM in Russland habe das Geschäft belastet.

Die Konkurrenten von Sport 2000 schlugen sich mit einem Plus von 0,3 Prozent ein wenig besser. Aber: „Natürlich stellt uns das nicht zufrieden“, sagt Andreas Rudolf, Geschäftsführer von Sport 2000. Ziel sei es, jedes Jahr um drei Prozent zu wachsen.

Das größte Problem der Fachhändler ist aber nicht das Wetter. Viel schlimmer ist: Die Konsumenten machen zunehmend einen Bogen um die Geschäfte. „Das ist ein alarmierendes Zeichen für uns Sportfachhändler“, so Stefan Herzog, Generalsekretär des Verbands deutscher Sportfachhandel. Vier Prozent weniger Kunden zählten die Sport-2000-Händler vergangenes Jahr.

Dazu kommt, dass die weltgrößten Sportmarken Nike und Adidas immer mehr Shirts, Shorts und Turnschuhe direkt über ihre Internet-Stores verkaufen. „Es geht im Moment um den Kundenzugang“, sagte Herzog. „Da haben natürlich große Online-Player massive Chancen.“ Nike und Adidas setzen insbesondere auf ihre Apps, über die sie den Kunden genau auf sie zugeschnittene Angebote machen.

Amazon ist inzwischen der zweitgrößte Sporthändler in Deutschland, gleich nach Intersport. Das Berliner Internet-Modehaus Zalando steht auf Rang drei.

Die Händlerorganisationen wollen die Kunden mit attraktiveren Läden wieder stärker anlocken. Sport 2000 setzt insbesondere darauf, spezialisierte Geschäfte aufzubauen, also eigene Shops etwa für Läufer oder Outdoor-Begeisterte.

Intersport hat sich vorgenommen, die Händler besser zu unterstützten, etwa bei der Auswahl der Sortimente. „Wir müssen aber auch die beste Digitalerfahrung bieten“, unterstrich Intersport-Vorstand Mathias Boenke. Ziel sei es, der Ansprechpartner Nummer eins für alle Dinge im Sport zu werden. 

In Deutschland gingen vergangenes Jahr Sportartikel für knapp acht Milliarden Euro über die Tresen. Rund 3000 Aussteller zeigen auf der Ispo bis kommenden Mittwoch ihre Neuheiten. Etwa 90 Prozent stammen aus dem Ausland. Die global wichtigsten Sportmarken fehlen allerdings: Nike, Adidas und Puma stellen schon seit Jahren nicht mehr in München aus.

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