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Staatskonzern Deutsche Bahn fordert erneut Milliarden vom Bund

Die hochverschuldete Deutsche Bahn hat hohen Investitionsbedarf – und fordert nun vom Bund erneut eine Finanzspritze in Milliardenhöhe.
11.11.2018 Update: 11.11.2018 - 13:44 Uhr Kommentieren

Milliarden für mehr Pünktlichkeit – Deutsche Bahn fordert Finanzspritze vom Bund

Frankfurt Für Fahrgäste der Deutschen Bahn war das Reisen im Oktober wieder häufiger mit Warten verbunden. Nur 71,8 Prozent der Intercity, Eurocity und ICE kamen pünktlich - was nach Definition des Staatskonzerns heißt: weniger als sechs Minuten nach der planmäßigen Zeit. Das ist der zweitschwächste Monatswert in diesem Jahr, nachdem sich die Quote im September mit 72,7 Prozent etwas verbessert hatte.

Wie die „Bild am Sonntag“ berichtet, will die Bahn nun für die nächsten vier Jahre bis 2022 weitere rund 4,9 Milliarden Euro vom Bund, um die Pünktlichkeit ihrer Züge zu verbessern. Das sei eine der Kernbotschaften des 200-Seiten-Berichts „Unsere Agenda für eine bessere Bahn“, den der Vorstand jetzt an die Mitglieder des Aufsichtsrats verschickt habe. Am 22. und 23. November finde eine Sondersitzung des Gremiums statt.

Ein Bahnsprecher sagte dazu am Sonntag auf Anfrage, man wolle sich im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung nicht äußern. Ergebnisse würden nach der Zusammenkunft bekanntgegeben.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte der Zeitung: „Die Aufsichtsratssitzung wird eine sehr intensive Strategieklausur, und ich möchte, dass die beschlossenen Maßnahmen schon bis zum Frühjahr 2019 zu erheblichen Verbesserungen für die Bahnkunden führen.“ Er wolle eine moderne Infrastruktur, mehr Pünktlichkeit und weniger Zugausfälle durch technische Defekte. Für eine noch höhere finanzielle Ausstattung müssten Maßnahmen und Strategie genau abgesprochen werden.

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    Das Unternehmen machte für die Verspätungen im Oktober vor allem den Brand eines ICE verantwortlich, der eine tagelange Sperrung der Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt zur Folge hatte. Nach dem Regelfahrplan fahren die Züge auf beiden Gleisen dort erst ab 18. November wieder. Auch der Nahverkehr litt unter der Streckensperrung, weil Fernzüge über dessen Strecken umgeleitet wurden. 92,6 Prozent der Regionalzüge waren pünktlich. Dies ist der schlechteste Monatswert in diesem Jahr.

    Bahnchef Richard Lutz wollte in diesem Jahr eigentlich erreichen, dass 82 Prozent der Fernzüge pünktlich fahren. Dieses Ziel hatte er im Juli aufgegeben. Stattdessen sei mit einer Quote von unter 80 Prozent zu rechnen. Im zweiten Halbjahr sei eine Trendwende zu erwarten - sie ist bislang aber nicht eingetreten.

    Hauptgrund für die Verspätungen sind nicht die vielen Baustellen. Im September hatten neben Sturm, Vandalismus und Kabelbränden auch Störungen an den Zügen zu Verspätungen geführt. Im Juli war es die extreme Hitze, die der Bahn zu schaffen machte. Auch im August lag es an den hohen Temperaturen und der Trockenheit, die zu Bränden an Gleisen führten. Konzernchef Lutz richtete dennoch einen dringenden Appell an seine Führungskräfte, mehr gegen Verspätungen zu tun.

    Scheuer hatte erst vor wenigen Tagen auch einen Ausbau wichtiger Eisenbahn-Knotenpunkte angekündigt. Damit sollen Engpässe beseitigt und Fahrzeiten verkürzt werden. Vorgesehen sind auch der Aus- und Neubau sowie die Elektrifizierung von Bahnstrecken. Es geht um Milliardenprojekte, die mittel- und langfristig angelegt sind. Dafür stufte das Ministerium viele Bahnprojekte im Bundesverkehrswegeplan in die Top-Kategorie hoch. Das bedeutet, dass diese Vorhaben jetzt vordringlich geplant und umgesetzt werden.

    Bei den Bahn-Knotenpunkten geht es um Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Mannheim und München. Scheuer sagte, Probleme an solchen Knotenpunkten seien zum Großteil für Verspätungen verantwortlich.

    • dpa
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