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Staatskonzern Deutscher Bahn droht Skandal um fragwürdige Beraterverträge

Bei dem Staatskonzern werden 20 Manager-Verträge geprüft. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hat eine Sondersitzung einberufen.
Update: 06.06.2019 - 14:59 Uhr Kommentieren
Die Deutsche Bahn ist finanziell angeschlagen. Quelle: Reuters
Hauptbahnhof in Frankfurt

Die Deutsche Bahn ist finanziell angeschlagen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Beraterverträge waren schon immer ein Streitpunkt im Bahnkonzern. Schon deshalb, weil die Honorare für die Consultingfirmen in den vergangenen Jahren enorme Höhen erreicht hatten. Um die 300 Millionen Euro zahlt das staatseigene Unternehmen inzwischen pro Jahr für Beratungsleistungen Externer.

Jetzt allerdings kam ein besonders brisanter Fall ans Tageslicht. Interne Untersuchungen zufolge erhielt der ehemalige Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg Zahlungen in sechsstelliger Höhe, wie es in Kreisen des Aufsichtsrates heißt. Dabei soll es sich um S-Bahn-Tochtergesellschaften der Bahn gehandelt haben. Firmen also, die zuvor im Verantwortungsbereich Homburgs lagen.

Der heute 63 Jahre alte Manager musste 2015 den Konzern vorzeitig verlassen unter anderem weil ihm angelastet wurde, die neu aufkommende Konkurrenz durch Fernbusse unterschätzt zu haben. Homburg ist seitdem als Berater tätig und war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Insgesamt geht es aber wohl um 20 Beraterverträge, die jetzt untersucht werden sollen. Wobei neben dem Fall Homburg alle anderen keine schwerwiegende Rolle spielen, wie es weiter in den Kreisen heißt.

Die Bahn selbst teilte am Donnerstag offiziell mit „Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Beraterverträgen im Unternehmen“ zu untersuchen. Darunter seien auch ehemalige Konzernvorstände. Es gehe um den Zeitraum 2010 bis 2018. Die vorliegenden, noch nicht vollständigen Informationen resultierten aus internen Untersuchungen der Deutschen Bahn.

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Der Aufsichtsrat will den Informationen zufolge in der kommenden Woche zu einer Sondersitzung zusammenkommen, jetzt gab es zunächst einmal eine telefonische Vorabstimmung. „Nach ersten belastbaren Hinweisen haben Vorstand und Aufsichtsrat unmittelbar reagiert“, versichert die Bahn.

Der Vorstand habe den Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Odenwald und den Personalausschuss des Kontrollgremiums unterrichtet. Parallel wurde eine Rechtsanwaltskanzlei beauftragt, die bahninternen Untersuchungsergebnisse rechtlich zu bewerten.

Der Bericht dieser Kanzlei liegt nach Angaben des Bahnvorstands seit wenigen Tagen vor und werde derzeit geprüft sowie durch Compliance-Spezialisten zusätzlich untersucht. Eine abschließende Bewertung könne aber noch nicht erfolgen, ließ die Deutsche Bahn verlauten. Aufsichtsratsvorsitzender Michael Odenwald versicherte: „Ich werde gemeinsam mit dem gesamten Aufsichtsrat dafür sorgen, dass der Sachverhalt ohne Ansehen der Personen vollständig aufgeklärt wird.“

Der Fall kommt für die Deutsche Bahn zur Unzeit. Das Unternehmen ist finanziell angeschlagen und steht wegen mangelnder Pünktlichkeit im Fernverkehr und fehlender Zuverlässigkeit im Güterverkehr unter Druck. Ende Juni wollte sich der Konzernaufsichtsrat deswegen in einer Strategiesitzung eigentlich mit der Zukunft des Unternehmens und dessen milliardenschwerer Finanzlücke befassen.
Mit Agenturmaterial

Mehr: Die Deutsche Bahn ist zuletzt etwas pünktlicher gewesen: Nur jeder fünfte Fernzug hatte im Mai Verspätung. Bislang übertrifft der Staatskonzern für 2019 seine Pünktlichkeitsziele. Die aber waren auch schon mal höher gesteckt.

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