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Stapler-Nachfrage steigt wieder Jungheinrich kommt besser durch die Krise, als befürchtet – Prämie für Mitarbeiter

Der Umsatz des Intralogistik-Spezialist sinkt im dritten Quartal, Auftragslage und Liquidität sind jedoch gut. Das zahlt sich für die Mitarbeiter aus.
10.11.2020 - 09:15 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen kann sich in der Coronakrise behaupten. Quelle: obs
Stapler von Jungheinrich

Das Unternehmen kann sich in der Coronakrise behaupten.

(Foto: obs)

Düsseldorf Jungheinrich kommt bisher besser durch die Coronakrise als zunächst erwartet. Der Konzernumsatz sank zwar in den ersten neun Monaten 2020 von 2,97 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 2,72 Milliarden Euro. Das ist jedoch weniger, als befürchtet. Der Auftragseingang beim Spezialisten für Intralogistik lag von Januar bis Ende September bei 2,73 Milliarden Euro.

Jungheinrich verfügt über eine solide Liquiditätsreserve, zum Ende des dritten Quartals weist das Hamburger Unternehmen ein Nettoguthaben von 66 Millionen Euro aus. Seit einigen Wochen verzeichnet der Konzern eine stetig steigende Kundennachfrage und hatte bereits am 21. Oktober seine Prognose für das Gesamtjahr 2020 angehoben.

Aktuell rechnet der Stapler-Hersteller für das Gesamtjahr 2020 mit einem Konzernumsatz zwischen 3,5 und 3,7 Milliarden Euro. Das Ebit 2020 sollte nach aktueller Einschätzung zwischen 180 Millionen und 230 Millionen Euro liegen. Für die Ebit-Rendite wird eine Bandbreite zwischen 5,1 Prozent und 6,2 Prozent erwartet. Des Weiteren wird erwartet, dass Jungheinrich zum Geschäftsjahresende keine Nettoverschuldung ausweisen, sondern ein Guthaben von deutlich mehr als 50 Millionen Euro erreichen wird.

Jungheinrich Finanzvorstand Volker Hues sieht das Unternehmen gut aufgestellt: „Es hat sich ausgezahlt, dass wir uns bereits im vergangenen Jahr wetterfest gemacht haben.“ Die frühzeitigen und konsequenten „Effizienzverbesserungs- und Kostensenkungsmaßnahmen“ hätten ihre gewünschte Wirkung erzielt und auf dem Höhepunkt der Krise zur Stabilisierung der Zahlen beigetragen. Das schlage sich jetzt positiv auf das Jungheinrich-Ergebnis nieder.

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    Zuletzt hatten Analysten der Baader Bank und des Bankhauses Metzler die Aktie hochgestuft, das Kursziel liege bei 35 bis 38 Euro. Am Montagabend notierten die Anteilsscheine bei 35,05 Euro. Das Jahrestief liegt bei 10,15 Euro im März gelegen. Der Kurs des größeren Konkurrenten Kion hatte einen ähnlichen Verlauf genommen.

    Bonus an den Standorten

    Nun sollen die Jungheinrich-Mitarbeiter von den verbesserten Zahlen profitieren. Das Hamburger Unternehmen werde seinen Mitarbeitern, abgesehen von den Führungskräften, mit dem Dezember-Gehalt eine Prämie auszahlen. Sie soll je nach Kaufkraft des Standortes zwischen 500 und 1.000 Euro liegen. Insgesamt zahlt das Unternehmen 13,5 Millionen Euro aus.

    Vorstandschef Lars Brzoska will mit der einmaligen Sonderzahlung „das Engagement der Beschäftigten würdigen und ihnen Anerkennung für die zusätzliche Belastung durch die Krise zollen.“ Bei Jungheinrich arbeiten weltweit rund 18.000 Menschen.

    In der vergangenen Woche hatte das Handelsblatt bereits über zahlreiche Unternehmen berichtet, die zum Teil Antrittsprämien für die Produktionsmitarbeiter und zum Teil unternehmensweite Prämien an ihre Mitarbeiter auszahlen. Darunter viele Familienunternehmen wie der Spezialist für Befestigungsmaterial OBO Bettermann und der Reinigungsgerätehersteller Kärcher, aber auch Konzerne wie Siemens

    Mehr: Starke Bilanzen statt Staatshilfe – Der Mittelstand trotzt der Coronakrise.

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