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Start-up Lebensmittellieferdienst Picnic verschärft Angriff auf Rewe und Amazon

Das Start-up liefert bald in Krefeld Lebensmittel aus und beschleunigt die Expansion. Auch Real hat sein Liefergebiet deutlich ausgeweitet.
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Picnic verschärft Angriff auf Rewe und Amazon Quelle: picture alliance/dpa
Lebensmittellieferant Picnic

Das Start-up liefert ab Ende Februar auch in der Region Krefeld aus.

(Foto: picture alliance/dpa)

DüsseldorfWährend viele große Handelsunternehmen weiter zögern beim Onlinehandel mit frischen Lebensmitteln, zieht das niederländische Start-up Picnic das Tempo bei der Expansion in Deutschland an. Ende Februar kommt als neues Liefergebiet Krefeld dazu.

Picnic eröffnete 2018 seine ersten deutschen Lieferzentren im Kreis Neuss sowie in Mönchengladbach und beliefert inzwischen rund 15.000 Kunden in Neuss, Kaarst, Meerbusch, Mönchengladbach und Düsseldorf-Oberkassel.

Picnic-Deutschlandchef Frederic Knaudt bezeichnet Krefeld als „logischen nächsten Schritt“. Nachdem das Unternehmen mit den ersten beiden Lieferhubs Erfahrungen gesammelt habe, würden die nächsten Städte nun in deutlich schnellerer Frequenz erschlossen. „Krefeld markiert für Picnic den Beginn einer noch schnelleren Expansion in Deutschland“, so Knaudt.

Das niederländische Start-up macht einiges anders als beispielsweise die Lieferdienste von Rewe oder Amazon Fresh. Es hat eigene besonders schmale Elektrolieferwagen entwickeln lassen, die sich leichter be- und entladen lassen. Für die Lieferung gibt es keine beliebige Wunschzeiten, sondern für eine bestimmte Straße nur einen festen Termin pro Tag. Damit kann das Unternehmen die Touren besser bündeln und senkt so die Lieferkosten.

Im Gegenzug ist für die Kunden die Lieferung kostenlos, der Mindestbestellwert liegt bei 25 Euro. Geliefert wird in einem garantierten Zeitfenster von 20 Minuten. Bei anderen Lieferdiensten sind eher Zeitfenster von ein bis zwei Stunden üblich. Außerdem können die Picnic-Kunden in Echtzeit den Routenverlauf des Fahrers in der App verfolgen.

Noch sind viele Kunden skeptisch gegenüber dem Kauf von frischen Lebensmitteln im Netz. Bisher liegt der Anteil der Lebensmittel, die online bestellt werden bei unter zwei Prozent. Doch das grundsätzliche Interesse steigt.

So hat der Trendmonitor Deutschland des Marktforschers Nordlight Research ergeben, dass 49 Prozent der Bundesbürger sich vorstellen können, Lebensmittel zukünftig auch online einzukaufen. Aktuell nutzen schon neun Prozent der Befragten diese Möglichkeit, bevorzugt über Amazon oder Rewe. „Die Digitalisierung hat das Potenzial, die Art wie wir Lebensmittel einkaufen, grundlegend zu verändern“, prognostiziert Thomas Donath, Geschäftsführer von Nordlight Research.

Marktführer Rewe liefert mit seinem zentralen Dienst in rund 75 Städten aus, macht mit seinem Service aber noch Verluste. Um das stationäre und das digitale Geschäft enger zu verzahnen beteiligt das Unternehmen ab diesem Jahr auch seine rund 1200 selbständigen Kaufleute am Lieferdienst.

Die Kaufleute können sich bei Interesse an die IT-Plattform von Rewe anschließen lassen. Die Auslieferung müssen sie dann selber organisieren. Einige Kaufleute stellen auch ihren Markt bereits als Abholstation zur Verfügung. Rewe will mit dieser Kooperation Lücken im Netz schließen. So bietet er bisher beispielsweise gerade in einigen dichtbesiedelten Gebieten Nordrhein-Westfalens seinen Lieferdienst nicht an.

Genau in diese Lücke springen nicht nur Start-ups wie Picnic oder auch Getnow, das ebenfalls seit kurzem ein Lieferzentrum in Neuss hat, sondern auch die Supermarktkette Real, die ihr Angebot im vergangenen Jahr deutlich ausgebaut hat. Sie liefert beispielsweise im Ruhrgebiet aus, wo Rewe einen großen blinden Fleck hat. Insgesamt bedient Real bereits 12 von insgesamt 20 DHL-Ballungsgebieten. Das sind 155 Städte, darunter Hamburg, Hannover, Stuttgart, Frankfurt und Nürnberg.

Seit Anfang dieses Jahres können Real-Kunden Ihre Lebensmittel außerdem über die neue App des Lebensmittelshops bestellen. Damit können Kunden sogar im Markt den Barcode von Artikeln scannen, sie zum Online-Warenkorb hinzufügen und sich dann nach hause liefern lassen statt sie selbst zu schleppen.

Einen besonderen Service bietet Real auch für Unternehmen. So richtet der Händler auf Wunsch auf dem Unternehmenscampus eine Abholstation ein, zu der sich die Mitarbeiter ohne Lieferkosten die Ware schicken lassen können. Wenn sie früh genug bestellen können sie noch am gleichen Tag ihre Einkäufe nach Feierabend mitnehmen – ohne abendlichen Einkaufsstress.

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