Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Statt Baumwolle Textilbranche experimentiert mit Algen

Schnäppchen, Party, Müll: Die Lebensdauer von Kleidung wird immer kürzer, der Bedarf an Material wächst. Können kompostierbare Stoffe aus Algen, Milch und Brennnesseln die Branche nachhaltiger machen?
Kommentieren
Experten bezweifeln, ob neue Materialien die Baumwolle ersetzen können. Quelle: dpa
Nachhaltige Mode aus Algen

Experten bezweifeln, ob neue Materialien die Baumwolle ersetzen können.

(Foto: dpa)

BerlinGrün und glibberig? Fehlanzeige. Das Algenkleid von Leonie Becker ist aus kirschrotem Stoff. „Es riecht auch nicht nach Algen“, sagt die Berliner Studentin lachend. Tatsächlich machen gemahlene Algen auch nur vier Prozent der Faser aus, der Rest ist Zellstoff aus Holz. Doch für ihre Dozentin steht die Alge für die Zukunft der Textilbranche.

„Die Baumwolle kann einfach nicht das Ende sein“, meint Josephine Barbe. Die Wissenschaftlerin an der Technischen Universität Berlin erforscht nachhaltige Textilien und ließ ihre Studenten umweltverträgliche Alltagskleidung nähen. Den Algenstoff wählte Barbe, um Aufmerksamkeit auf alternative Fasern zu lenken. „Alle wollen Baumwolle tragen, aber die ist mittlerweile kaputt und vergiftet uns und die Welt“, sagt sie.

Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt die Modebranche seit Jahren, zugleich schießt der Konsum von Kleidung in die Höhe. Wirtschaftsforscher errechneten laut Greenpeace, dass deutsche Verbraucher ihre neugekauften Kleidungsstücke im Schnitt nur noch halb so lange tragen wie noch vor 15 Jahren. Die weltweite Produktion von Kleidung verdoppelte sich derweil. Immer mehr Stoff wird gebraucht. Doch die Umweltkosten von Polyester auf Erdölbasis und des wasserintensiven und pestizidreichen Baumwollanbaus sind enorm.

Kleider machen Milliardäre
Platz 10: Burberry
1 von 10

Der Hoflieferant von Queen Elizabeth und Prince Charles gehört zu den luxuriösesten Modelabels der Welt – und zu den teuersten. Gegründet wurde das Unternehmen 1856. Seit 1920 ist Burberry an der Londoner Börse notiert, die Marke ist Mitglied im FTSE 100 Index.

Umsatz 2015: 3,4 Milliarden Euro*

*Geschäftsjahr 2014/15

Quelle: Umsatzrangliste europäischer Bekleidungsmarken nach der Zeitschrift „TextilWirtschaft“, dfv-Mediengruppe

(Foto: Reuters)
Platz 9: Prada Group
2 von 10

Die bekannteste Marke der Prada Group ist heute noch Prada, allerdings sind Marke und Unternehmen nicht mehr synonym: Weitere Marken der Prada Group sind Miu Miu, Church’s und The Original Car Shoe. Das Unternehmen Prada wurde 1913 von Mario und Martino Prada gegründet, 1919 stieg der exklusive Hersteller von Handschuhen, Taschen und Koffern zum königlichen Hoflieferanten auf. 1978 übernahm Miuccia Prada, Enkelin von Firmengründer Mario, die Geschäfte und baute die Prada Group zu einem global agierenden Modekonzern aus. Prada eröffnete erst im Jahr 1983 ein zweites Ladenlokal, wie das erste in Mailand liegend.

Umsatz 2015: 3,5 Milliarden Euro

(Foto: Reuters)
Platz 8: Next
3 von 10

Der britische Modehändler Next, 1982 gegründet, besitzt mittlerweile nach eigenen Angaben über 500 Geschäfte im Vereinigten Königreich und Irland, sowie „nahezu“ 200 Franchise-Stores in 40 Ländern. Er ist mittlerweile zum führenden Online-Modehändler Großbritanniens aufgestiegen und liefert seine Kollektionen in über 72 Länder. Next setzt auf eigene Designs und vertreibt ausschließlich die eigene, gleichnamige Modemarke.

Umsatz 2015: 5,6 Milliarden Euro

(Foto: Screenshot)
Platz 7: C&A
4 von 10

Im Jahr 1841 gründeten die Brüder Clemens und August Brenninkmeijer das Unternehmen 'C. en A.' und eröffneten ein Geschäft, das als eines der ersten Kleidung in Konfektionsgrößen verkaufte. Bis heute befindet sich das Unternehmen in mittlerweile sechster Generation in Besitz der Familie Brenninkmeijer. C&A ist mit 1575 Filialen in 21 europäischen Ländern vertreten und beschäftigt rund 35.000 Mitarbeiter.

Umsatz 2015: 6 Milliarden Euro

(Foto: dapd)
Platz 6: Primark
5 von 10

Die erste deutsche Filiale des 1969 gegründeten Textil-Discounters wurde 2009 in Bremen eröffnet, mit mittlerweile 20 Läden ist die Bundesrepublik das Land mit den drittmeisten Primark-Filialen außerhalb des Vereinigten Königreichs. Strategie des irischen Unternehmens ist es, auf in der Regel mehreren tausend Quadratmetern Verkaufsfläche modische Textilien, Schuhe und Accessoires zu extrem niedrigen Preisen anzubieten – damit ist der Konzern anders als andere Textil-Discounter vor allem bei jungen Menschen erfolgreich. Wegen Arbeits-, Lohn- und Produktionsbedingungen in Billiglohnländern steht das Unternehmen immer wieder in der Kritik.

Umsatz 2015: 7,6 Milliarden Euro

(Foto: dpa)
Platz 5: Kering
6 von 10

Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering wurde 1963 von dem französischen Unternehmer François Pinault gegründet und bis 2005 von diesem geführt. Seit dem 21. März 2005 wird der Konzern von Pinaults Sohn, François-Henri Pinault (im Bild), geleitet. Der Name Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnliche Umsätze.

Umsatz 2015: 11,5 Milliarden Euro

(Foto: Reuters)
Platz 4: Christian Dior
7 von 10

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2015: 12,3 Milliarden Euro

(Foto: dpa)

Wie Josephine Barbe, die sich des von einem thüringischen Unternehmen entwickelten Algenstoffs Seacell annahm, experimentieren Designer und Hersteller daher mittlerweile mit ungewöhnlicheren Rohstoffen für Garn und Zwirn. Brennnesseln, Milchreste, Bananenfasern, Krabbenschalen und Soja-Abfälle gehören zum Rohmaterial, aus denen Material hergestellt werden kann. Auch die Kompostierbarkeit am Lebensende der Kleidung rückt immer mehr in den Mittelpunkt nach dem Motto: Wenn schon Müll, dann wenigstens für die Biotonne.

Doch in den Läden bleibt das Thema bislang eine Fußnote. Kompostierbare Schuhe und Brennnesselgarn seien zwar innovative Produkte, sagt der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Textil+Mode, Uwe Mazura. „Diese Entwicklungen stehen jedoch erst am Anfang und sind noch nicht für den Massenmarkt ausgereift.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Langsamerer Konsum nötig
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Statt Baumwolle - Textilbranche experimentiert mit Algen

0 Kommentare zu "Statt Baumwolle: Textilbranche experimentiert mit Algen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.