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Stephan von Bülow Block House klagt gegen zehn Bundesländer

Die Steakhaus-Kette verlangt Entschädigungen für den Corona-Lockdown. Chef Stephan von Bülow sieht sich auch als Streiter für viele kleinere Gastronomen.
10.09.2020 - 17:08 Uhr Kommentieren
Der Block-House-Chef fordert Entschädigung für den Lockdown. Quelle: Johannes Arlt für Handelsblatt
Stephan von Bülow

Der Block-House-Chef fordert Entschädigung für den Lockdown.

(Foto: Johannes Arlt für Handelsblatt)

Hamburg Der Chef des Steakhouse-Betreibers Block-Gruppe, Stephan von Bülow, warnt vor einem Gastronomiesterben nach der Coronakrise. „Ich befürchte, dass viele Gastronomen leise die Tür abschließen werden“, sagte er vor dem Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. „Die Marktanteile werden sich neu verteilen, viele kleinere Unternehmen werden ausscheiden.“ Bülow sagte, er sei entschlossen, in allen Bundesländern juristisch für Entschädigungen wegen der Schließungen im Lockdown zu kämpfen.

Mit 52 Restaurants der Marken Block House und Jim Block sowie dem Hamburger Hotel Grand Elysée gehört die von Eugen Block gegründete Gruppe zu den größten Familienunternehmen in der deutschen Gastronomie. Nach einem Umsatz von 410 Millionen Euro im Jahr 2019 rechnet von Bülow für das laufende Jahr nur noch mit 340 Millionen Euro. Vor allem im Hotelgeschäft liege der Umsatz noch immer deutlich unter dem Vorjahr, sagte von Bülow.

Von den Hilfspaketen von Bund und Ländern profitiere die Block-Gruppe angesichts der Einbußen zu wenig, meinte Bülow. „Wir hätten uns gewünscht, dass man nicht nur die Restaurants für acht Wochen schließt, sondern auch eine Entschädigung beschließt“, sagte er.

Die Block-Gruppe und andere vom Lockdown betroffene Unternehmen profitieren nicht von dem 25-Milliarden-Euro-Paket der Bundesregierung für Überbrückungshilfen für Mittelständler. „An der Stelle müsste man vielleicht nachbessern“, sagte von Bülow.

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    Sein Unternehmen habe allerdings das Kurzarbeitergeld nutzen können. Zudem profitierte das Unternehmen von einem KfW-Kredit aus den Hilfsprogrammen – jedoch sei der Zinssatz doppelt so hoch wie bei den übrigen Krediten des Unternehmens. Eine starke Hilfe sei zudem die Halbierung des Mehrwertsteuersatzes für Speisen in der Gastronomie. „Es wäre sinnvoll, diese Regelung mindestens auf fünf Jahre zu verlängern – also so lange, wie die KfW-Kredite laufen“, meinte von Bülow.

    Neueröffnungen trotz Krise

    Vor dem Verwaltungsgericht Hamburg habe das Unternehmen bereits Klage auf Entschädigung eingelegt. Weitere Klagen würden in allen neun weiteren Bundesländern folgen, in denen die Gruppe aktiv ist. „Wir wollen den Politikern keine Vorwürfe machen, sondern nur überprüfen lassen, inwiefern alles rechtmäßig war“, sagte von Bülow. Unternehmenseigner Block hatte sich zuvor pointierter geäußert: „Die Herrschaften haben angstgetrieben Panik gemacht“, sagte er etwa dem „Spiegel“.

    Von Bülow sagte, dass sein Unternehmen mit den Klagen auch für kleinere Gastronomen kämpfen wolle, die den Rechtsweg nicht so ausdauernd beschreiten könnten. „Es gibt viele kleine, die uns bitten, den juristischen Weg zu gehen“, sagte von Bülow. Allerdings dämpfte er die Erwartungen: Die Verfahren würden sich wohl lange über die Instanzen hinweg hinziehen.

    Von Bülow kritisierte auch die Versicherungen. So wolle die Betriebsschließungsversicherung der Gruppe nur einen sehr geringen Teil der Umsatzeinbußen erstatten, sodass auch hier der Rechtsweg beschritten werde.

    Trotz der Einbußen soll das Unternehmen weiter expandieren: Noch in diesem Jahr soll eine Block-House-Filiale in Bielefeld eröffnen, 2021 je eine in Düsseldorf und Köln. Ziel blieben zwei Neueröffnungen pro Jahr. Dabei werde die Gruppe aus den Erfahrungen lernen. Mietverträge müssten etwa künftig eine Ausstiegsklausel bieten. Mit den Bestandsvermietern hat das Unternehmen ebenfalls nachverhandelt und in einigen Fällen Stundungen und Nachlässe erreicht.

    Für das Fünf-Sterne-Haus Grand Elysée erwartet von Bülow längerfristige Einbußen. „Das wird uns noch Jahre beschäftigen“, prognostizierte er. Seit Jahresbeginn liege die Auslastung nur bei 19 Prozent. Noch 2019 habe das Hotel 38 Millionen Euro zum Umsatz beigetragen. Allerdings helfe am Standort Hamburg bei der Erholung, dass im Vergleich etwa zu Frankfurt, München und Berlin schon bislang nur relativ wenige Gäste aus Übersee angereist seien.

    Mehr: Steakhaus-Gründer Block attackiert die Politik.

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