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Stöcke, Steine, Schusswaffen Spaniens Taxifahrer gehen gegen Uber auf die Barrikaden

Teure Taxilizenzen werden durch neue Konkurrenten wie Uber wertlos. Darum gehen die spanischen Taxifahrer nun zum gewaltsamen Protest über.
01.08.2018 - 16:18 Uhr Kommentieren
Spanische Taxifahrer legen die Innenstädte Spaniens lahm, um gegen neue Konkurrenten wie Uber und Cabify zu protestieren. Quelle: AFP
Straßenblockade in Madrid

Spanische Taxifahrer legen die Innenstädte Spaniens lahm, um gegen neue Konkurrenten wie Uber und Cabify zu protestieren.

(Foto: AFP)

Madrid Den spanischen Taxifahrern waren sie schon lange ein Dorn im Auge: Die privaten Fahrdienste der US-Plattform Uber und des spanischen Wettbewerbers Cabify. Jetzt entlädt sich die Wut der bedrohten Branche gegen ihre Herausforderer ausgerechnet mitten in der Ferienzeit. Seit Tagen streiken die Taxifahrer in Barcelona, Madrid, Sevilla und zahlreichen weiteren Großstädten.

Ausgelöst hatte die Proteste ein Urteil des Obersten Gerichtshofs von Katalonien gegen einen Vorstoß der Bürgermeisterin von Barcelona. Die streitfreudige Stadtherrin, die schon die Wohnungsvermietungsplattform Airbnb in ihre Schranken wies, hatte Ende Juni beschlossen, dass ab August alle privaten Fahrdienste eine Lizenz der Stadtverwaltung benötigen. Auf diese Weise wollte sie deren Zahl kontrollieren. Doch die Lizenzvergabe ist in Spanien Sache des Staates.

Das Verkehrsministerium rief daraufhin den Obersten Gerichtshof der Region an und erklärte, Colau überschreite mit der Verordnung ihre Kompetenzen. Zudem klagte die spanische Wettbewerbsbehörde dagegen – sie sieht den freien Markt in Gefahr. Das Gericht hat daraufhin die Verordnung Mitte Juli vorläufig außer Kraft gesetzt.

Daraufhin traten am Mittwoch vergangener Woche die Taxifahrer in Barcelona in den Streik. Mehrere schlugen mit Stöcken oder Händen auf die Wagen von Uber und Cabify ein, auf ein Auto wurde gar geschossen. Die beiden Anbieter haben wegen dieser Angriffe ihren Dienst zwischenzeitlich eingestellt. Nach und nach schlossen sich Taxis in weiteren Städten dem Streik an. Die Taxis sperrten zeitweise die Hauptverkehrsadern und legten am vergangenen Montag die Hauptader Madrids, die Castellana, lahm.

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    Sie fordern, dass die bestehenden gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden: 2015 hatte die spanische Regierung festgelegt, dass nur ein neuer Fahrdienst pro 30 Taxis erlaubt sein soll. In der Realität wird dieses Verhältnis jedoch nicht eingehalten. Es schwankt je nach Region und Stadt, aber im nationalen Durchschnitt kommen auf einen neuen Rivalen im Transport zwischen den Städten nur sieben Taxis. Daten für den innerstädtischen Verkehr weist das spanische Transportministerium nicht aus. Ein Sprecher räumt aber ein, dass das Verhältnis deutlich über dem Soll-Wert liegt.

    Der Grund dafür liegt in der Vergangenheit: In den Jahren 2009 bis 2015 liberalisierte die damalige Regierung den Markt und gab für neue Fahrdienste unbegrenzt viele Lizenzen aus. Als das Verhältnis 2015 auf 1:30 begrenzt wurde, war es schon längst überschritten.

    Teure Lizenzen

    Das Grundproblem für viele Taxifahrer liegt in den Lizenzen, die sie für viel Geld erworben haben und die durch die neue und zunehmend erfolgreiche Konkurrenz an Wert verlieren. In Netz bieten Taxifahrer ihr Auto samt Lizenz für 130.000 Euro an. Viele haben sich für diese Lizenz verschuldet und fürchten nun, dass sie sie vor ihrer Rente nicht mehr zu einem ähnlichen Preis wieder verkaufen können.

    Der spanische Ökonom José Antonio Herce argumentiert dagegen, die meisten Taxifahrer hätten die Kosten für ihre Lizenz schon „mehrfach eingespielt“, weil sie in dem geschützten Markt bislang so gut verdient hätten.

    Um den Streit zu schlichten hat das spanische Transportministerium angeboten, die Kompetenzen für die Lizenzen an die spanischen autonomen Regionen abzugeben  – und so lokal für gerechte Lösungen zu sorgen. Am Mittwochnachmittag trafen sich dazu die Vertreter der Regionen mit den Verantwortlichen im Madrider Ministerium.

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