Streik bei Ryanair Jeder vierte Flug startete mit Verspätung

Der erste Pilotenstreik in der Geschichte von Ryanair hat Verspätungen, aber keinen einzigen Flugausfall gebracht. Dennoch glaubt die Gewerkschaft, ihre Ziele erreicht zu haben. Der Konflikt schwelt weiter.
Update: 22.12.2017 - 11:57 Uhr Kommentieren

„Ryanair hat nur auf Zeit gespielt“ – Streiks als letzte Lösung

„Ryanair hat nur auf Zeit gespielt“ – Streiks als letzte Lösung

Dublin, FrankfurtOhne einen einzigen Flugausfall hat der irische Billigflieger Ryanair den ersten Piloten-Warnstreik in seiner Geschichte bewältigt. Als Folge des vierstündigen Ausstands waren am Freitag 9 der 36 geplanten Morgenflüge von deutschen Flughäfen verspätet gestartet, wie die Fluggesellschaft in Dublin mitteilte. Die Airline entschuldigte sich bei ihren Kunden für die Verspätungen und kritisierte die Aktion der Piloten erneut als „unnötig“.

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sieht den Warnstreik dennoch als Erfolg an, weil Ryanair Ersatzpiloten nur mit hohem Aufwand habe herbeischaffen können. „Die fehlen jetzt woanders“, erklärte VC-Vorstand Markus Wahl.

Insgesamt sei man mit der Beteiligung wie mit der Wirkung zufrieden. Man habe ohnehin aus rechtlichen Gründen nur die festangestellten Kollegen zu dem Ausstand aufgerufen, diese machten nur rund die Hälfte der 400 in Deutschland stationierten Ryanair-Piloten aus. „Wir wollten den Druck auf Ryanair erhöhen, und das ist auch beim Management angekommen“, meinte Wahl.

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt schien die Aktion am Morgen weitgehend zu verpuffen, dort wurden die sechs geplanten Flüge wie gewohnt abgefertigt. An anderen Ryanair-Flughäfen wie Berlin oder Köln-Bonn wurden teils mehrstündige Verspätungen angekündigt. Ryanair selbst erklärte, dass man am Freitag erwarte, alle geplanten Flüge von deutschen Flughäfen ausführen zu können.

Die Passagiere in Frankfurt reagierten erleichtert, zeigten aber auch Verständnis für den Arbeitskampf. „Richtig entspannt bin ich erst, wenn das Flugzeug startet“, sagte beispielsweise Antonino Salviati, der mit Frau und zwei Kindern im Alter von neun Jahren und zehn Monaten auf dem Weg zu Familienangehörigen in Sizilien war. „Meine Frau war gestern kreidebleich.“ Seitdem Air Berlin nicht mehr fliege, habe er ständig Probleme mit Flügen, nicht nur mit Ryanair.

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