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Streik der Flugbegleiter Lufthansa-Chef geht auf Gewerkschaft UFO zu – und will Schlichtung

Die Lufthansa hatte wegen des Streiks rund 1300 Flüge abgesagt. Konzernchef Carsten Spohr will nun eine Schlichtung mit den Flugbegleitern erreichen.
Update: 07.11.2019 - 10:58 Uhr Kommentieren

Lufthansa kündigt Gespräche mit UFO-Gewerkschaft an

Frankfurt Wende am ersten Streiktag: Die Lufthansa will den Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern nun doch in einer Schlichtung lösen. Vorstandschef Carsten Spohr erklärte am Donnerstag in Frankfurt, das Unternehmen wolle mit allen drei Gewerkschaften der Kabine Gespräche aufnehmen. Damit erkennt die Lufthansa die UFO als Gewerkschaft an. Die gerichtliche Prüfung der Statusfrage, die im April verhandelt werden sollte, ist damit wohl hinfällig.

„Dieses schließt ausdrücklich auch wieder Gespräche mit der UFO ein – mit dem Ziel, im Interesse unserer Kunden und Mitarbeiter die gestern von der UFO angebotene Schlichtung zu vereinbaren“, sagte Spohr. Bislang hatte der Konzern Gespräche mit dem Argument abgelehnt, dass der UFO-Vorstand nicht vertretungsberechtigt sei.

Vorangegangen war am Mittwochabend ein Gespräch mit den konkurrierenden Gewerkschaften Verdi und der neuen „Cabin Union“, das von der UFO nicht wahrgenommen worden war. Lufthansa will mit allen drei Gruppen sprechen, die letztlich darum rangeln, wer für die rund 21.000 Flugbegleiter der Kerngesellschaft Lufthansa Tarifverträge abschließen kann.

Die UFO zeigt sich am Donnerstag bereit, mit in Gespräche über eine Schlichtung einzutreten. Man werde die von Arbeitsdirektorin Bettina Volkens angeregten Gespräche über das Wochenende wahrnehmen, erklärte ein Gewerkschaftsvertreter. Der laufende Streik bei der Lufthansa solle unverändert auch am Freitag stattfinden. UFO werde aber von einer Ausweitung auf andere Flugbetriebe des Konzerns absehen.

Der Streik hat bereits am ersten Streiktag Donnerstag zu zahlreichen Flugausfällen geführt. Der bis Freitag geplante 48-stündige Ausstand begann um Mitternacht, wie ein Sprecher der Gewerkschaft UFO bestätigte. Rund 1300 Flüge wurden abgesagt.

Der Konzern strich für Donnerstag bei seiner Hauptmarke Lufthansa rund 700 der weltweit 1100 geplanten Flüge, so dass an den Drehkreuzen München und Frankfurt viele Maschinen am Boden bleiben und auch ein Großteil der Überseeflüge ausfallen muss. An Flughäfen im In- und Ausland wurden Verbindungen nach Frankfurt und München abgesagt.

Zusammen mit 600 geplanten Stornierungen am Freitag sind der Airline zufolge rund 180 000 Passagiere betroffen. Den Kunden wurden Umbuchungen auf andere Gesellschaften und Tage sowie im innerdeutschen Verkehr auf die Bahn angeboten. Dort war am Morgen sowohl in Hessen als auch bundesweit die Verkehrslage normal, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Lufthansa war vor Gericht gescheitert

Auch in den Terminals der Flughäfen Frankfurt und München blieb es ruhig. Es habe keine langen Warteschlangen an den Schaltern gegeben, berichteten Sprecher. „Wir gehen davon aus, dass sich die Passagiere im Vorhinein informiert haben“, sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport.

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO fordert für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. Für die vier anderen Flugbetriebe wurden jeweils separate Forderungen aufgestellt und Urabstimmungen abgehalten.

In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die vom Konzern aufgeworfene Frage, ob UFO überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

Die Lufthansa war am Mittwoch in zwei Gerichtsinstanzen mit dem Versuch gescheitert, den Streik noch mit juristischen Mitteln zu stoppen. Sowohl das Arbeitsgericht Frankfurt als auch das hessische Landesarbeitsgericht lehnten eine Einstweilige Verfügung gegen den UFO-Streik ab.

Nach Einschätzung der Richter sind die Tarifverträge korrekt gekündigt worden, der Streikbeschluss sei gültig. Angriffe der Lufthansa-Anwälte gegen die kurzfristig geänderte Arbeitskampfordnung der Gewerkschaft lehnten sie ebenfalls ab. Hier handele es sich um interne Regelungen der UFO ohne Außenwirkung.

Die Gewerkschaft UFO hat eine Ausweitung des Arbeitskampfes auf bis zu vier weitere Flugbetriebe mit deutschem Tarifrecht angekündigt. Davon könnten vor allem Eurowings-Flüge betroffen sein. Einzelheiten wollte UFO am Donnerstag nennen.

Mehr: Der Luftfahrtkonzern legt ein Sparprogramm auf. Gründe sind der anhaltende Gewinnschwund bei den Tochter-Airlines sowie im Frachtgeschäft. Die Blitzanalyse.

  • dpa
  • rtr
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