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Streikankündigung der GDL DGB-Chef „entsetzt“ über Oberlokführer Weselsky

Die Lokführergewerkschaft bringt mit ihrer Haltung im Tarifkonflikt sogar den DGB gegen sich auf. GDL-Chef Weselsky wehrt sich und spricht von einer „Hetzkampagne“. Man werde in die Nähe von Terroristen gestellt.
Update: 04.11.2014 - 13:16 Uhr 22 Kommentare

91-Stunden-Streik würde Logistik massiv stören

Berlin/Köln Das Verhalten der GDL im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn sorgt auch innerhalb des Gewerkschaftslagers für immer mehr Unmut. Jetzt stellt sich sogar der oberste Gewerkschaftsführer gegen die Lokführer. Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann, hat das Verhalten der GDL und ihres Chefs Claus Weselsky im Tarifstreit mit der Bahn scharf kritisiert.

„Wir setzen uns dafür ein, gemeinsam im Rahmen einer Tarifgemeinschaft zu vernünftigen Lösungen zu kommen“, sagte der DGB-Vorsitzende am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. „Das hat Herr Weselsky leider zu meinem Entsetzen abgelehnt“, so Hoffmann. Die konfrontative Linie der GDL sehe er „sehr skeptisch“.

GDL-Chef Weselsky wird zur Reizfigur: „Wir sind mit unseren rechtmäßigen Streikmaßnahmen in die Nähe von Terroristen gestellt worden“. Quelle: dpa

GDL-Chef Weselsky wird zur Reizfigur: „Wir sind mit unseren rechtmäßigen Streikmaßnahmen in die Nähe von Terroristen gestellt worden“.

(Foto: dpa)

Nach Darstellung der Bahn war am Wochenende eine Einigung im Tarifstreit in greifbare Nähe gerückt, die GDL habe die Gespräche dann aber doch platzen lassen. Die Lokführergewerkschaft teilte hingegen mit, die Bahn habe versucht, der Gewerkschaft „die Nichtzuständigkeit für einen Teil ihrer Mitglieder“ und einen Verzicht auf das Streikrecht zu diktieren. Über die eigentlichen Tarifforderungen - fünf Prozent mehr Lohn und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit - sei bislang nicht mit der Bahn verhandelt worden, sagte Weselsky am Montagabend im ZDF.

Hauptstreitpunkt ist die Forderung der GDL, nicht nur für Lokführer, sondern auch für andere Berufsgruppen Tarifverträge aushandeln zu dürfen. Bislang werden die Zugbegleiter von der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten. Diese ist Mitglied im DGB und bekam von Hoffmann im „Morgenmagazin“ Unterstützung signalisiert.

Die GDL hingegen ist im Deutschen Beamtenbund (DBB) organisiert. Der DBB sicherte der Lokführergewerkschaft seine Unterstützung zu. Angesichts dessen, was die Deutsche Bahn der GDL als Tarifvertrag vorgeschlagen habe, sei die fehlende Unterschrift nachvollziehbar, sagte DBB-Vorsitzende Klaus Dauderstädt der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die Bahn fordere faktisch eine Art Unterwerfungserklärung von der GDL. Daher sehe er keinen Grund „weshalb wir als Dachverband die in der Satzung vorgesehene finanzielle Streikunterstützung für die GDL infrage stellen sollten“.

Die GDL drohte wegen des ungelösten Konflikts mit neuen Streiks. Wann diese stattfinden sollen, ließ die Gewerkschaft bislang offen. Die Lokführergewerkschaft lässt Bahnfahrer weiter zappeln. „Sie wissen, dass wir die Streikplanung rechtzeitig bekanntgeben, anhand der Länge und auch des Beginns unserer Streikmaßnahme“, sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky in einem am Dienstagmorgen gesendeten Deutschlandfunk-Interview. Die Menschen würden über die Medien informiert, so dass sie rechtzeitig Alternativen planen und auch buchen könnten.

Weselsky sprach von einer „Hetzkampagne“, die gegen die Gewerkschaft und ihn stattfinde. „Das, was hier als Medienkampagne gemacht worden ist, ist schlimm genug, weil wir mit unseren rechtmäßigen Streikmaßnahmen in die Nähe von Terroristen gestellt worden sind. Und das haben weder Lokführer noch Zugbegleiter verdient“, sagte Weselsky.

Am Montagabend hatte Weselsky in ARD und ZDF versprochen, die Fahrgäste würden so rechtzeitig informiert, dass sie bei Zugausfällen noch Alternativen finden könnten. Bahnstreiks hatten zuletzt stets zu einem Run auf Fernbusse, Mitfahrzentralen und Mietwagenanbieter geführt. Den Vorwurf, den Bahnkunden zuletzt nur wenige Stunden Vorlauf gegeben zu haben, wies er zurück: „Wir haben immer so rechtzeitig informiert, dass die Reisenden sich darauf einstellen konnten“, sagte Weselsky in den ARD-„Tagesthemen“.

Fahrgastverband übt scharfe Kritik
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22 Kommentare zu "Streikankündigung der GDL: DGB-Chef „entsetzt“ über Oberlokführer Weselsky"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Herr Christian Schönauer
    “WEHRT EUCH !“

    Ach nö, ich habe gerade keine Zeit, das ist mir auch viel zu mühsam und das bringt doch sowieso nichts. Außerdem wäre es doch viel einfacher die Forderungen der GDL zu erfüllen!
    Hannemann, geh du voran!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • @Herr Peter Zirkelbach
    “Der sollte sich mal überlegen, welchen wirtschaftlichen Schaden er der Allgemeinheit antut.“

    Warum halten Sie sich mit Ihrem Anliegen nicht an die DB Führung im Betrieb und der Politik?!
    Ginge man auf die berechtigten Ansprüche der GDL ein, gäbe es keinen Streik und keinen Schaden.

    Regen Sie sich auch so auf, wenn in Selbstbedienungsmanier Politiker sich gegenseitig versorgen.
    Ach ja, alles klar die brauchen nicht streiken, die nehmen sich einfach was sie wollen!

  • @Frau Angelika Siegmund
    Das Streikrecht ist rechtlich eindeutig geregelt und mehr wird sich eine Gewerkschaft auch nicht erlauben in diesem Land. Ihre und anderer Leute Echauffiertheit ist also fern jeglicher Logik und geheuchelt. Bekommen Sie Geld dafür?!
    Eine Gewerkschaft möchte die eigenen Mitglieder in tariflichen Angelegenheiten vertreten und wo ist jetzt das Problem?! Die EVG verhandelt auch im Namen ihrer Mitglieder die Lokführer sind und niemand regt sich auf und niemand sagt ihr habt doch kaum Lokführer als Mitglieder, ihr dürft das doch gar nicht. Die GDL möchte auch für ihre Zugbegleiter und Servicemitarbeiter in den Zügen verhandeln und das soll angeblich nicht möglich sein?! Das alles ist eine dümmliche und gesteuerte Farce und sonst gar nichts!!! Sie können hetzen wie sie wollen, offensichtlich wollen mehr als 75 % der GDL Mitglieder sich durchsetzen.

    Einfache Gesetze reichen nicht, schaffen Sie das Grundgesetz in Teilen ab, nur dann bekommen Sie vorindustrielle feudale Verhältnisse!

    Die Vorgehensweise des DB Vorstandes, der Politik und der DGB Gewerkschaften ist so eindeutig, es bedarf darüber keiner weiteren Erklärung.

  • "Wir sind mit unseren rechtmäßigen Streikmaßnahmen in die Nähe von Terroristen gestellt worden"
    ....und so sollte dieser Kaspar auch behandelt werden. Es geht dem doch nur um Macht für seine popelige Gewerkschaft. Der sollte sich mal überlegen, welchen wirtschaftlichen Schaden er der Allgemeinheit antut.

  • Ich bin entsetzt über das Verhalten der gdl. Streikrecht ist nicht dazu da, um Machtansprüche einer kleinen Gewerkschaft gegenüber anderen Gewerkschaften durchzusetzen. Es wird höchste Zeit, dass dieses Problem gesetzlich verhindert wird. Und wenn ich es richtig sehe, zahlen wir alle diese unsinnigen Streikkosten. Ich hoffe sehr, dass dieser Schuss für die gdl nach hinten losgeht und es ihren Untergang bedeutet.

  • UNGLAUBLICH ! Alles auf Kosten der ALLGEMEINHEIT in diesem Land - Wie lange läßt sich ganz Deutschland diesen WESELSKY-GDL-GEWERKSCHAFTSTERRORISMUS noch bieten ? 5 Tage Streik, geht's noch ??? Bürgerinnen & Bürger aller hier Lebenden: WEHRT EUCH !
    http://www.rp-online.de/politik/streik-ankuendigung-die-gdl-saegt-am-eigenen-ast-aid-1.4643226

  • Herr Wurst, welche Bankbeamten, die gabs mal an dazumal vor Jahren,

  • Hahahaha!
    Ein Hai ohne Verstand ist völlig in Ordnung, - aber ohne Biss?! Ein Fall für die Evolution!

    Ein Praktikant fährt mit selbst bezahltem Mietwagen zur unbezahlten Arbeit, das ist so wie ein Hai beim Tiefseetauchen ohne funktionierende Kiemen.
    Herrlich, diese Leute merken gar nichts mehr, sonst würden sie nicht auch noch die Öffentlichkeit suchen!

    Genau diese “Sklaven“ benötigen keine Gewerkschaften, sie leben in ihrer Opferrolle. Bekommen Sie aber die kleinste Chance produzieren sie, als wäre es das natürlichste auf dieser Welt, noch viel mehr Opfer. Solche Leute können sich nur nach unten “verteidigen“ und das wird gerade massenhaft heran gezüchtet zum Wohle der Feudalkruste!!!

  • Es ist doch unverschämt fast 100 Stunden streiken zu wollen. Ich muss mir jetzt als unbezahlter Praktikant ein Mietwagen holen, um die 80km zu meiner Arbeitsstelle zu fahren. Ich zahle somit Geld, um arbeiten zu dürfen. Man sollte die Entstanden Mehrkosten um auf Arbeit zu kommen, der GDL in Rechnung stellen dürfen. Dann denkt Herr Gewerkschaftsboss vielleicht zweimal nach ob man so oft streiken muss.

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