Streiks abwenden Bahn legt Angebot an Lokführer vor

Die Bahn will im Streit mit der Gewerkschaft GDL nun arbeitsunfähige Mitarbeiter besser absichern: Traumatisierte Angestellte sollen das bisherige Lohnniveau weiter erhalten. Die GDL prüft nun das Angebot.
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Die Deutsche Bahn kommt der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) nun entgegen und legt einen neuen Mitarbeiterschutz vor. Quelle: dpa

Die Deutsche Bahn kommt der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) nun entgegen und legt einen neuen Mitarbeiterschutz vor.

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BerlinIm Streit mit der Lokführergewerkschaft GDL hat die Bahn ein neues Angebot mit einer besseren Absicherung für arbeitsunfähige Mitarbeiter vorgelegt. Wer aufgrund traumatischer Vorfälle, etwa Selbstmördern auf den Gleisen, seinen Beruf nicht mehr weiter ausüben könne, solle dennoch sein gesamtes Arbeitsleben das bisherige Lohnniveau weiter erhalten, teilte die Bahn am Dienstag in Berlin mit. Wer eine andere zumutbare Stelle innerhalb der Bahn ablehne, könne den Konzern mit einer Abfindung verlassen. Diese sichere dann drei Jahre lang 80 Prozent des bisherigen Nettolohnes. Obwohl die GDL darauf verzichtet habe, biete man weiter allen Eisenbahnern einen Schutz vor betriebs- und gesundheitsbedingten Kündigungen an.

„Einen solchen Mitarbeiterschutz gibt es nirgends auf der Welt“, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber. „Es gibt keinen Grund für Streiks. Ich fordere die GDL auf, noch im Januar wieder in Verhandlungen einzusteigen.“

Die GDL hatte ultimativ bis Mittwoch ein neues Angebot gefordert und mit Streiks noch in diesem Monat gedroht. Sie verlangte in den Verhandlungen über einen sogenannten Zukunftsvertrag einen kompletten Schutz für Lokführer, die aus Gesundheitsgründen nicht mehr arbeiten können: Sie müssten ihr gesamtes Berufsleben weiter nicht nur 100 Prozent des Lohns bekommen, sondern auch von weiteren Tariferhöhungen profitieren. Dafür könne eine Lizenzverlust-Versicherung abgeschlossen werden, die die Bahn bezahlen müsse. Nach Angaben der Bahn existiert ein solche Police auf dem Markt aber nicht.

Die GDL erklärte, sie wolle das Angebot umfassend prüfen. Sie vertritt rund 20.000 Lokführer. Selbst mit punktuellen Streiks können sie wegen der Vernetzung des Bahn-Verkehrs bundesweit für erhebliche Störungen sorgen.

  • rtr
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