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Streiks Diese Arbeitskämpfe bringen die Flugpläne in Europa zum Jahresauftakt durcheinander

In Spanien wollen Ryanair-Mitarbeiter die Arbeit niederlegen, in Italien die Fluglotsen. Und auch in Deutschland könnten bald weitere Ausstände drohen.
Update: 08.01.2019 - 10:01 Uhr Kommentieren
Stress für Passagiere: Luftfahrtjahr startet mit vielen Streiks Quelle: dpa
Flugbegleiterstreik bei Ryanair

Bereits im vergangenen Sommer musste die irische Billigairline wegen eines 48-stündigen Flugbegleiterstreiks in mehreren Ländern europaweit 300 Flüge absagen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Für Fluggäste beginnt das neue Jahr so wie das alte endete: unruhig. Gleich mehrere Arbeitskämpfe werden die eng vernetzten Flugpläne in Europa in den kommenden Tagen und Wochen durcheinanderbringen. Im Mittelpunkt steht zum einen immer noch die britische Billigfluggesellschaft Ryanair. Aber auch bei den Fluglotsen und beim Sicherheitspersonal stehen die Zeichen auf Streik – häufig mit gravierenden Folgen für die Passagiere.

So hatten die Flugbegleiter von Ryanair in Spanien Ausstände an gleich drei Tagen angekündigt. Allerdings sagten die Gewerkschaften den für Dienstag geplanten Streik kurzfristig ab. Zunächst sollten weitere Verhandlungen geführt werden, teilten die Arbeitnehmervertretungen Sitcpla und USO mit. Die Pläne für eintägige Streiks am Donnerstag und Sonntag würden aber zunächst beibehalten

Die Kabinenbesatzungen wollen jeweils für 24 Stunden streiken. Die Folgen sind schwer absehbar. Bei punktuellen Ausständen konnte Ryanair viele der betroffenen Verbindungen in der Vergangenheit mit Gerät und Crews von Basen in anderen Ländern aufrechterhalten. Dennoch dürften sich Verwerfungen im Flugplan nicht vermeiden lassen.

Auch in Deutschland gibt es für das fliegende Personal von Ryanair noch keinen Tariffrieden. Zwar hat das Airline-Management mit den Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit Ende 2018 für Kabinenmitarbeiter und Piloten Eckdaten für einen Tarifvertrag vereinbart.

Doch die Detailarbeit läuft noch und ist – wie zu hören ist – diffizil. Nicht ausgeschlossen also, dass hier noch einmal mit einem Arbeitskampf „nachgeholfen“ werden muss. Zudem laufen noch Gespräche mit der Gewerkschaft UFO, die ebenfalls das Kabinenpersonal von Ryanair vertritt. Bisher sind allerdings keine Ausstände deutscher Ryanair-Besatzungen angekündigt.

Dennoch drohen auch in der deutschen Luftfahrt Arbeitskämpfe – allerdings beim Sicherheitspersonal an den Flughäfen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der DBB Beamtenbund und Tarifunion hatten am Montag die Kontrolleure von Flugreisenden, Handgepäck und Waren an den Berliner Flughäfen zu einem ersten vierstündigen Ausstand aufgerufen. Knapp 50 Flüge mussten gestrichen, viele andere verschoben werden.

Hintergrund ist der Tarifstreit zwischen Verdi und dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) um die Bezahlung von etwa 23.000 Mitarbeitern bundesweit. Bislang sind die Fronten verhärtet. „Auch diese Streikmaßnahmen führen nicht dazu, dass die völlig unrealistischen Forderungen von bis zu 44 Prozent Lohnerhöhung umsetzbarer werden würden“, erklärte die Geschäftsführerin des BDLS, Cornelia Okpara, nach dem Streik. Das Angebot der Arbeitgeber sei „mehr als verhandlungsfähig“.

Verdi droht deshalb bereits mit weiteren Streiks, sollte die Arbeitgeberseite bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 23. Januar kein nachgebessertes Angebot vorlegen. Der BDLS wiederum beklagt, dass Verdi selbst noch kein Stück von der ursprünglichen Forderung abgewichen ist. Deshalb seien weitere Streiks nicht ausgeschlossen, heißt es auch hier.

Schon fest steht dagegen ein Ausstand der italienischen Fluglotsen am kommenden Freitag von 13 bis 17 Uhr. Darauf hat die europäische Flugsicherungs-Organisation Eurocontrol per Twitter hingewiesen. Die gute Nachricht: Angeblich sollen ankommende Interkontinentalflüge sowie Überflüge nicht betroffen sein, nur in Italien startende und landende Jets.

Im vergangenen Jahr hatten Lotsenstreiks in Frankreich auch heftige Auswirkungen auf Überflüge gehabt. Flugzeuge etwa mit dem Ziel Mallorca mussten deshalb große Umwege in Kauf nehmen, was zu erheblichen Verspätungen führte.

Für die europäischen Fluggesellschaften ist das eine schwierige Situation. Sie selbst hatten im vergangenen Jahr mit einer viel zu ehrgeizigen Planung und zahlreichen Ausfällen und Verspätungen die Geduld der Passagiere strapaziert und haben für 2019 eigentlich Besserung versprochen.

Doch die Arbeitskämpfe bei Partnerfirmen könnten diese Bemühungen schon zu Jahresbeginn konterkarieren. „Es ist bedauerlich, dass das neue Jahr schon wieder mit Unregelmäßigkeiten für unsere Fluggäste beginnt“, klagt Detlef Kayser, seit Jahresbeginn im Vorstand von Lufthansa für die Sicherung der Qualität des Flugbetriebs verantwortlich.

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