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Südafrika Steinhoff-Manager müssen vor Parlament aussagen

Das südafrikanische Parlament schaltet sich in den Skandal um mutmaßliche Bilanzforschungen beim Möbelriesen Steinhoff ein. Die Poco-Mutter will sich unterdessen wohl durch Verkäufe frisches Geld besorgen.
Update: 12.12.2017 - 12:13 Uhr Kommentieren
Gegen die Nummer Zwei im Möbelmarkt hinter Ikea laufen in Deutschland bereits seit zwei Jahren Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschungen. Quelle: dpa
Steinhoff-Gebäude in Westerstede

Gegen die Nummer Zwei im Möbelmarkt hinter Ikea laufen in Deutschland bereits seit zwei Jahren Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschungen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf, JohannesburgDer wegen möglicher Bilanzfälschungen unter Druck geratene Poco-Mutterkonzern Steinhoff könnte Insidern zufolge durch Anteilsverkäufe seine Liquidität absichern. Die Nummer Zwei hinter Ikea erwäge die Veräußerung von Aktienpaketen der Investmentfirma PSG Group und dem Logistikunternehmen KAP Industrial, sagten zwei mit dem Vorhaben vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Steinhoff ist bei beiden Unternehmen größter Einzelaktionär. Die Anteile sind aktuell an der Börse knapp 1,4 Milliarden Euro wert. Interimschef und Großaktionär Christoffel Wiese hatte bereits angekündigt, sich von Randgeschäften trennen zu wollen. Steinhoff hält rund 39 Prozent an KAP und 24 Prozent an PSG.

In Südafrika wird die Affäre derweil zum Politikum. Verantwortliche des deutsch-südafrikanischen Einzelhandelskonzerns sollen Anfang kommenden Jahres vor dem Parlament erscheinen und Rechenschaft ablegen, wie es in einer Presseerklärung der Regierung Südafrikas hieß. Der Vorsitzende des Parlaments, Themba Godi, forderte darin zudem die Ermittler auf, dringend die Sachverhalte um Steinhoff zu überprüfen. Das Ansehen des Landes stehe auf dem Spiel. Auch das südafrikanische Handelsministerium teilte mit, es wolle sich mit dem Fall beschäftigen.

Anleger griffen am Dienstag bei Steinhoff wieder zu. Die MDax-Aktie stieg den zweiten Tag infolge und kletterte um 35,6 Prozent auf 79 Cent. Nach dem Abgang des langjährigen Vorstandschefs Markus Jooste und dem Verdacht der Bilanzfälschungen hatten die Papiere in der vergangenen Woche 85 Prozent und damit 12,6 Milliarden Euro an Wert eingebüßt. Das Unternehmen ist an der Börse noch mit rund 2,5 Milliarden Euro bewertet.

Moody's stufte die Papiere auf Ramschstatus von „B1“ auf „Baa3“ herunter. Die seit dem Sommer börsennotierte Steinhoff-Tochter Steinhoff Africa Retail, an der der Mutterkonzern 80 Prozent hält, wird derweil auf dem Parkett mit umgerechnet 3,5 Milliarden Euro bewertet.

Gegen Steinhoff laufen in Deutschland bereits seit zwei Jahren Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschungen. Der Konzern hatte die Veröffentlichung der Geschäftszahlen wegen der Vorwürfe zuletzt verschoben.

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  • rtr
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