Süßwaren: Barry-Callebaut-CEO baut den weltgrößten Schokoladenproduzenten um
CEO Peter Feld baut den weltgrößten Schokoladenproduzenten um.
(Archivbild von der International Baking Industry Expo 2019)
Foto: Barry CallebautPeter Feld baut den weltgrößten Kakaoverarbeiter Barry Callebaut grundlegend um. Der Vorstandsvorsitzende wechselte im April von der Spitze des Großaktionärs Jacobs Holding zu Barry Callebaut und beruft nun drei neue Vorstände, streicht drei weitere Vorstandsposten und will 500 Millionen Schweizer Franken (knapp 523 Millionen Euro) investieren. Das gab das Unternehmen am Mittwoch in Zürich bekannt.
So will der erfahrene Sanierer Feld die schwächelnde Aktie von Barry Callebaut neu beleben. Die Anteilscheine des weltgrößten Schokoladenproduzenten hatten in den vergangenen zwölf Monaten knapp ein Viertel ihres Werts eingebüßt. Barry Callebaut produziert Schokolade und Kakaoprodukte für die Nahrungsmittelindustrie, etwa für Nestlé oder Unilever, den Hersteller von Magnum-Eis. Außerdem beliefert Barry Callebaut Gewerbekunden wie Bäckereien und Konditoreien.
Nach seinem Amtsantritt sah Feld gleich Reformbedarf: „Wir haben fast 25 Jahre lang ein solides Wachstum erzielt“, sagte er. „Aufgrund der sich ändernden Kundennachfrage nach nachhaltigeren und innovativeren Produkten ist es nun an der Zeit, die Gruppe durch strategische Investitionen in ihre Zukunft auf die nächste Stufe zu heben.“
Feld ist als ehemaliger CEO gut vertraut mit den Wünschen des Großaktionärs Jacobs Holding, der Beteiligungsgesellschaft der für ihre Kaffeemarken bekannten Familie Jacobs. Ein Sprecher der Jacobs Holding sagte der Nachrichtenagentur AWP: „Barry Callebaut ist und bleibt ein sehr bedeutendes Investment für die Jacobs Holding. Wir werden bei Barry Callebaut involviert und als Referenzaktionär mit dem Unternehmen langfristig verbunden bleiben.“
Zu den Kernpunkten von Felds neuer Strategie gehört, die Zahl der Regionalmanager von drei auf fünf zu erhöhen und ihnen mehr Macht zu geben. Damit will Barry Callebaut mehr Nähe zu den Kunden aufbauen. Zudem muss der CEO Qualitätsprobleme lösen: Ein Salmonellenfall in einem Werk in Belgien hatte den Konzern viel Geld und Vertrauen gekostet.
Der Konzernumbau soll jährlich 250 Millionen Franken im Jahr einsparen – nach anfänglichen Investitionen von 500 Millionen Franken pro Jahr, etwa in die Digitalisierung. Bei den Aktionären kommen die angestoßenen Veränderungen gut an. Jean-Philippe Bertschy, Analyst bei Vontobel, lobte den „radikalen strategischen Wechsel“.