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Süßwarenhersteller Der Schoko-Markt schmilzt, Lindt legt zu – doch wie lange noch?

Die Schweizer Schokoladenfirma hat Umsatz und Gewinn gesteigert. Doch der Megatrend gesunde Ernährung lässt Experten an der Nachhaltigkeit zweifeln.
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Bei den Verbrauchern schwindet der Appetit auf Süßes. Quelle: Reuters
Lindt-Schokolade

Bei den Verbrauchern schwindet der Appetit auf Süßes.

(Foto: Reuters)

KilchbergWenn der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli seine Bilanz präsentiert, fährt er fast sein gesamtes Sortiment in der Kilchberger Zentrale auf. Obwohl Ostern noch eine Weile hin ist, standen am Dienstag deshalb vor Firmenchef Dieter Weisskopf die bekannten Goldhasen Spalier.

Nicht nur die Hasen, sondern auch die Zahlen glänzen: Im vergangenen Jahr konnte der Schokoladenhersteller Umsatz und Gewinn ausbauen. Unterm Strich stand ein Plus von rund 487 Millionen Franken – das sind 7,6 Prozent mehr als im Vorjahr. „Die Zahlen zeigen eine Kontinuität, für die wir seit 25 Jahren bekannt sind“, sagte Lindt-Chef Weisskopf.

Doch auch bei Lindt und Sprüngli ist nicht alles Gold, was glänzt. Zuletzt hatte der Konzern sein Wachstumsziel gesenkt. Die Schweizer bekommt zu spüren, dass sich der Schokoladenmarkt verändert. Durch den Trend zu gesunder Ernährung schwindet bei Verbrauchern in Europa und den USA der Appetit auf Süßes.

Neue Wettbewerber, mehr Preisdruck

Zugleich wächst der Preisdruck im Handel – und neue Wettbewerber drängen auf den Markt. Bislang kann sich Lindt gegen diese Trends behaupten. Aber wie lange noch? Firmenchef Weisskopf betrachtet die Herausforderungen als Chance. „Trotz der Bedrohungen sind wir als Lindt sehr gut aufgestellt und sehen deshalb sehr positiv in die Zukunft“, sagte er am Dienstag.

Der Baader-Analyst Andreas von Arx bleibt dagegen skeptisch: „Wir glauben, dass der Aktienkurs die strukturellen Risiken durch das veränderte Kundenverhalten im Aktienkurs nicht ausreichend widerspiegelt“. Die Papiere des Schokoherstellers zählen zu den teuersten Aktien der Welt.

Noch wächst Lindt auch dort, wo der Markt insgesamt schrumpft. Das Schoggi-Paradox zeigt sich exemplarisch in Deutschland. Hierzulande machte die Firma im vergangenen Jahr rund 575 Millionen Euro Umsatz, das ist ein Plus von 5,4 Prozent. Mit ihrem Premium-Angebot konnten die Schweizer Boden gutmachen, obwohl die Deutschen insgesamt weniger Schokolade essen.

Wobei „weniger“ noch immer eine ganze Menge ist: Im Schnitt verspeiste jeder Deutsche im Durchschnitt im vergangenen Jahr satte 8,97 Kilogramm Schokoladenwaren, wie der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie schätzt. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Konsum damit um 1,5 Prozent.

Gesunde Ernährung auf dem Vormarsch

Dass gesunde Ernährung auf dem Vormarsch ist, sieht Lindt-Chef Weisskopf gelassen: „Lindt essen Sie nicht kiloweise, sondern um sich zu verwöhnen.“

Während sich der deutsche Markt wacker schlägt, fällt das Bild auf dem wichtigen amerikanischen Markt gemischt aus. Zwar konnte Lindt wachsen, aber die Marge ging zurück. Vor allem die zugekaufte Firma Russell Stover macht den Schweizern weiter wenig Freude. Dort gingen die Umsätze leicht zurück.

Zu Weihnachten und dem Valentinstag soll sich das Geschäft aber gut entwickelt haben. Firmenchef Weisskopf zeigte sich für 2019 optimistisch, „dass wir die Umsätze stabilisieren können und vielleicht sogar leicht wachsen werden“.

Schon im Januar hatte sich der Konzern von seinem alten Wachstumsziel verabschiedet. Das Umsatzwachstum soll nun bei 5 bis 7 Prozent liegen – statt wie zuvor zwischen 6 bis 8 Prozent. Lindt-Chef Weisskopf bleibt aber trotz des insgesamt schrumpfenden Schokoladenkonsums optimistisch. „Ich sehe keine Grenze, warum sich das Wachstum nicht fortsetzen sollte“, sagte er. Die Goldhasen wird das freuen: Sie werden weiter gebraucht.

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