Süßwarenmesse Süßes mit bitterem Beigeschmack

Die Süßwarenhersteller sind unzufrieden. Steigende Rohstoffpreise und eine schwächere Nachfrage für das Naschwerk verhageln ihnen das Geschäft. Optimistisch sind wiederum die Händler.

Kölnal

Schokolade gilt als Verkaufsschlager. Quelle: dpa
Süßwaren

Schokolade gilt als Verkaufsschlager.

(Foto: dpa)

Die Stimmung zum Auftakt der wichtigsten Messe für Süßwaren und Snacks in der Welt war schon einmal besser. „Wir blicken auf ein durchwachsenes Jahr 2015 zurück“, sagte Bastian Fassin vom Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie. Trotz des Umsatzplus von 2,6 Prozent im Vergleich zu 2014 stagnierte die Produktionsmenge bei rund 3,9 Millionen Tonnen. Neben den steigenden Preisen für Importrohstoffe – zum Beispiel stieg der Preis für Mandeln in nur einem Jahr um rund 40 Prozent – ist daran vor allem die abgeschwächte Nachfrage in Europa und die Rubelkrise in Russland Schuld.

Das belastet vor allem das bisher so starke Ausfuhrgeschäft. „Zum ersten Mal seit vielen Jahren entwickelt sich der Export rückläufig“, erklärte Fassin. 2015 wurden schätzungsweise 1,96 Millionen Tonnen Süßes wie Salziges exportiert. Das ist ein Prozent weniger als noch 2014. Für die Süßwarenhersteller in Deutschland ist das besonders bitter, denn fast jede zweite Leckerei, die sie hierzulande produzieren, wird im Ausland konsumiert.

Lichtblick für die Industrie war 2015 der deutsche Markt. Trotz stärkerer staatlicher Regulierungen, wie jüngst der Bundestagsbeschluss zum gesunden Essen, blieb der Pro-Kopf-Verbrauch von Süßwaren, Knabberzeug und Markeneis 2015 mit schätzungsweise 32,48 Kilogramm weitgehend stabil. „Das zeigt: Süßwaren sind ein beliebtes Genussmittel“, sagte Fassin.

Viel nackte Haut für ein gutes Image
Vergangenes Jahr Frankreich, dieses Jahr Italien
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Der Lambertz-Kalender zieht weiter in den Süden. In Italien ließ Lambertz-Chef Hermann Bühlbecker Top-Model Franziska Knuppe und Leinwand-Ikone Ornella Muti vor die Linse der Fotografen treten. Der Kalender 2016 präsentiert sich im sonnigen Dolce-Vita-Style. Auf Youtube findet man Videos vom Fotoshooting des diesjährigen Kalenders.

Bildquelle: Lambertz

Franziska Knuppe
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Sie ist der Star des diesjährigen Printen-Erotikkalenders. Top-Model Franziska Knuppe ist zufällig in die Branche gerutscht. Zunächst absolvierte sie eine Ausbildung zur Hotelfachfrau. Später strebte sich ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an, ehe sie in einem Potsdamer Café von Modeschöpfer Wolfgang Joop entdeckt wurde.

Ornella Muti
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Der zweite große Name des Lambertz-Kalenders ist Ornella Muti. Die 60-jährige italienische Schauspielerin wurde durch ihre Rollen in „Die letzte Frau“ und „Der Graf von Monte Christo“ weltbekannt. Für den Lambertz-Kalender posiert Muti in einem eleganten schwarzen Abendkleid vor dem Panorama der Ewigen Stadt Rom.

Dolce Vita lässt grüßen
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Italienisches Flair während der blauen Stunde: An der Amalfi-Küste präsentieren die Models mit einem feuerroten Alfa Romeo Giulia das süße Leben im Süden.

Limitierte unverkäufliche Ausgabe
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Der Kalender des Süßwarenherstellers ist auf 1000 Auflagen limitiert und kann nicht gekauft werden. Nur ausgewählte Personen kommen in den Genuss der schönen Motive. Zum ersten Mal erschienen ist der Kalender 2004 – mittlerweile genießt er Kultstatus.

Keine Pirelli-Kopie
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Der „Pirelli-Kalender der Süßwarenbranche“ ist kein billiger Abklatsch des Kalenders des italienischen Reifenherstellers. Auch bei den Models geht man eigene Wege. Frauen unter oder Anfang 20 sucht man vergebens – und das ist gewollt. Lambertz-Chef Hermann Bühlbecker erklärt, der Kalender solle zeigen, dass Jugendlichkeit nicht mit dem Geburtsjahr zusammenhänge, sondern durch Lebensfreude ausgestrahlt werde.

Ambivalenz des „süßen Lebens“
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Model Elisabeth Ehrlich posiert lässig und oben ohne beim morgendlichen Frühstück auf einem Balkon mit Meerblick. Die von Bühlbecker engagierten Fotografen versuchten, genau dieses Motiv einzufangen. „Dolce Vita stellt Lebensfreude, Sinnlichkeit und Genuss dar. Aber es geht uns auch darum, die Ambivalenz darzustellen, nämlich dass ein Übermaß an Genuss zu Dekadenz, Langeweile und Unzufriedenheit führen kann“, erklärt der Lambertz-Inhaber.

Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer vom Mittelstandsverbund, kann ihm in diesem Punkt nur beipflichten. Ein Beleg sind Trendzahlen, die der Verbund mit dem Handelsverband (HDE) und dem Nahrungsmittelgroßhandel (VDN) ermittelt hat. Daher kommt er zu dem Fazit, dass es „süßes“ Jahr für den Handel mit Süßwaren war. „Der Umsatz stimmt uns mit einer Steigerungsrate von insgesamt 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zufrieden.“ Dieser Zuwachs sei insgesamt bemerkenswert, da 2015 keine Sportereignisse stattgefunden hätten, die sich impulsgebend auf den Geschäftsverlauf hätten auswirken können. Auch das Ostergeschäft lag hinter den Erwartungen zurück.

Zu den Verkaufsschlagern gehörte Schokolade. Sie machte fast die Hälfte (46 Prozent) des Umsatzes aus. Die Deutschen griffen 2015 vor allem zu 100-Gramm- und Großtafeln sowie Pralinenmischungen.

Wären der Handel optimistisch in die Zukunft blickt, zeigen sich die Süßwarenhersteller eher verhalten. Sorgen bereiten ihnen die nach wie vor angespannte Lage auf den Rohstoffmärkten, wie auch die fallende Exportquote. Der deutsche Markt sei dem Wortsinn nach gesättigt und der Konkurrenzdruck hoch. Über ein Drittel der hierzulande verkauften Süßwaren stammten aus dem Ausland. Wachstum kann daher fast nur noch im Ausland generiert werden.

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