Supermarkt-Fusion Tengelmann will mit Edeka den Großeinkauf machen

Kürzlich hat Edeka die Ministererlaubnis erhalten, die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann übernehmen zu dürfen. Letztgenannte will ihre Einkäufe nun so schnell wie möglich über den Handelsriesen abwickeln.
Kaiser's Tengelmann und Edeka wollen künftig gemeinsam einkaufen – und Rabatte herausschlagen. Quelle: dpa
Supermarkt-Fusion

Kaiser's Tengelmann und Edeka wollen künftig gemeinsam einkaufen – und Rabatte herausschlagen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Supermarktkette Kaiser's Tengelmann will nach der Ministererlaubnis für den Zusammenschluss mit Edeka möglichst schnell ihre Einkäufe über den Handelsriesen abwickeln. In einem Eilantrag beantragte das Unternehmen vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf die Aufhebung des vom Bundeskartellamt verhängten Vollzugsverbots für einen gemeinsamen Einkauf, wie ein Gerichtssprecher am Freitag bestätigte. Zuerst hatte die „Lebensmittel Zeitung“ darüber berichtet.

Hat Tengelmann mit dem Eilantrag Erfolg, so könnte die Kette der drohenden langwierigen juristischen Auseinandersetzung um die Ministererlaubnis etwas gelassener entgegensehen. Denn der Bezug der Ware über Edeka könnte Kaiser's Tengelmann zu deutlich wettbewerbsfähigeren Einkaufskonditionen verhelfen und damit die Situation des rote Zahlen schreibenden Unternehmens erleichtern.

Kaiser's Tengelmann wollte bereits 2014 die Einkäufe bei Edeka bündeln. Dies war jedoch vom Bundeskartellamt untersagt worden, um eine Vorwegnahme des Zusammenschlusses zu vermeiden.

Die Konkurrenten Rewe und Markant haben vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht Beschwerde gegen die Ministererlaubnis für den Zusammenschluss eingereicht. Die juristische Auseinandersetzung darüber könnte den Zusammenschluss unter Umständen geraume Zeit verzögern.

Diese Handelsmarken sind verschwunden
Kaiser‘s
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Kaiser´s ist die lachende Kaffeekanne. Sie begleitet das Unternehmen seit über 100 Jahren. Die Idee, eine Kaffeekanne als Firmensymbol einzusetzen, stammt von Josef Kaiser, der das Unternehmen ab 1880 zum größten deutschen Filialisten für Kaffee ausbaute. Der Berliner Künstler Paul Böhm entwickelte das Logo, das 1904 beim Deutschen Patentamt in München als Schutzmarke eingetragen wird. 1914 schuf der berühmte Gestalter Peter Behrens die heutige Form der Kanne. Wenn die Kaiser´s-Märkte bald sukzessive verkauft werden, wird wohl auch die lachende Kaffeekanne verschwinden.

Minimal
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1973 eröffnete der erste „Minimal“-Markt. Die Kette war vor allem in den frühen Jahren bekannt für seine großen Ladenlokale. Schon 1974 übernahm Rewe 50 Prozent der Marke, 1989 den Rest. Minimal blieb noch bis 2006 als eigenständige Supermarktkette. Dann wurden alle Läden in Rewe-Märkte umgewandelt.

Plus
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Angestachelt vom Erfolg der Aldi-Märkte gründete die Tengelmann-Gruppe 1972 ihre eigene Discount-Kette: Plus – ein Kürzel für „Prima leben und sparen“. Das Konzept entsprach grundsätzlich dem eines Discounters, doch unterschied sich Plus in einigen Punkten von den „Harddiscountern“ wie Aldi und Lidl: Die Produktpalette war größer und es gab einen höheren Anteil an Markenartikeln. Geworben wurde mit den kleinen Preisen. 2008 übernahm Edeka die mehr als 2.300 Plus-Märkte. Bis Mitte 2010 wurden sie sukzessive in Netto Marken-Discount umbenannt.

Extra
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1970 in Düren gegründet wuchs die Supermarktkette Extra schnell heran und expandierte in viele deutsche Regionen – vor allem in NRW, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Berlin. 1996 wurde das Unternehmen Teil des Metro-Konzerns und 2004 mit deren Lebensmittelsparte Real zusammengeführt. Die Marken traten allerdings weiterhin getrennt auf. 2008 übernahm der Kölner Handelskonzern Rewe die Extra-Verbrauchermärkte mit den 9.700 Mitarbeitern. Seitdem heißt Extra Rewe.

Eduscho
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„Hoch die Tasse, hoch die Tasse – hm, Eduscho – Spitzenklasse!“ In den 1970er-Jahren gehörte Eduscho zu den größten Kaffeeröstereien Deutschlands. Den Grundstein legte Eduard Schopf 1924 mit einem Postversand für frischen Röstkaffee. In den 1950er-Jahren baute Eduscho ein großes Filialnetz auf und war mit Depots in Bäckereien und Lebensmittelgeschäften vertreten. Später begann der Verkauf von Non-Food-Artikeln, mit denen das Unternehmen schon bald mehr verdiente als mit Kaffee. 1997 übernahm der größte Konkurrent Tchibo das Bremer Unternehmen. Die Marke verschwand ab 2000 – zumindest in Deutschland.

Hertie
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Kaum ist sie da, ist sie auch schon wieder weg: Die Marke Hertie. Der Name der einstigen Warenhauskette geht zurück auf den jüdischen Investor Hermann Tietz. Bis in die 1980er-Jahre hinein gehörte Hertie zu den größten deutschen Handelskonzernen. 1993 wurde das Unternehmen von der „Karstadt AG“ übernommen und die Filialen nach und nach in „Karstadt Kompakt“ umbenannt. 2007 dann eine Renaissance: Ein Teil der Märkte firmierte wieder unter dem Namen Hertie. Doch 2009 wurden sie geschlossen und das Hertie-Logo von ehemaligen Berliner Beschäftigten symbolisch in der Spree versenkt. Ein endgültiger Untergang war das allerdings nicht: Heute existiert Hertie als Online-Kaufhaus. Mal sehen, wie lange…

Horten
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Horten war in den 1950er- und 60er-Jahren der Inbegriff des modernen Warenhauses: Die Filialen besaßen Rolltreppen, Boutiquen und sogar eigene Tankstellen. Ein weiteres Markenzeichen: Die „Hortenkacheln“ – ein vom Architekten Egon Eiermann stilisiertes weißes H aus Aluminium – die zum Teil heute noch die Fassaden schmücken. Ende der 1980er Jahre wechselte Horten mehrmals den Besitzer: Zunächst hielt die WestLB den größten Aktienanteil, 1994 übernahm Kaufhof das Unternehmen komplett. Der Name Horten verschwand – zumindest fast: Das „Carsch-Haus“ in Düsseldorf trägt auch heute noch das Horten-Logo – in Stein gemeißelt.

  • dpa
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