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Supermarktkette Walmart-Chef McMillon denkt über Gründung eines Netflix-Konkurrenten nach

Der Chef von Walmart zieht einen Streamingdienst in Erwägung. Der soll dem Angebot des Konkurrenten Amazon Paroli bieten.
18.07.2018 - 17:32 Uhr Kommentieren
Der Walmart-Chef will Amazon einholen. Quelle: Bloomberg
Doug McMillon

Der Walmart-Chef will Amazon einholen.

(Foto: Bloomberg)

Es war eine seiner ersten Amtshandlungen als Walmart-Chef: Doug McMillon setzte sich 2014 in einen Walmart-Lastwagen, um Waren an einen Laden in Magee auszuliefern, einem kleinen Städtchen in Mississippi. Mehr als drei Stunden verbrachte er mit dem Fahrer Rickey Oliver, der ihn fragte: „Was wollen Sie als CEO bewirken?“ Seine Antwort: Alles drehe sich um die digitale Präsenz: „Wir wollen Walmart.com zur Nummer eins machen.“

An dem Versprechen arbeitet der Chef des weltweit größten Einzelhändlers seitdem. McMillon investierte Milliarden Dollar in den Ausbau der Internetaktivitäten, kaufte die Onlinehändler Jet.com oder Bonobos hinzu und investierte 16 Milliarden Dollar in einen Mehrheitsanteil am indischen Onlinehändler Flipkart.

Für den noch immer von der Gründerfamilie kontrollierten Konzern ungewöhnlich, beförderte McMillon zudem mit Marc Lore einen Außenstehenden zum Chef des E-Commerce-Geschäfts in den USA.

Jetzt plant McMillon die nächste Offensive: einen Streamingdienst zu gründen und eigene Programme wie Serien oder Filme zu produzieren. Zumindest denkt er laut der US-Nachrichtensite „The Information“ ernsthaft darüber nach. Der Dienst soll weniger als acht Dollar im Monat kosten und damit preiswerter sein als die Anbieter Netflix und Amazon. Amazon verlangt monatlich 8,99 Dollar für seinen Streamingdienst Prime Video. McMillons Plan richtet sich weniger gegen Netflix als gegen Amazon. Er will Amazons Vorherrschaft im E-Commerce mit allen Mitteln brechen – auf Amazon entfällt knapp die Hälfte aller Onlineverkäufe in den USA, während Walmart nur auf 3,7 Prozent kommt. Mit dem Kauf der Einzelhandelskette Whole Foods rückte Amazon 2017 zudem näher an das Walmart-Kerngeschäft heran, den stationären Handel.

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    Ähnlich wie Amazon will McMillon mit Filmen und Serien Kunden auf seine Website locken. Schon 2002 imitierte Walmart das damalige Geschäftsmodell von Netflix, indem der Einzelhändler auch DVDs per Post verschickte. 2010 kaufte Walmart das Start-up Vudu für geschätzte 100 Millionen Dollar, das Inhalte von etablierten Film- und Fernsehstudios vertreibt. Es ist bislang nur mäßig erfolgreich. Laut Marktforscher Comscore verbringen Nutzer im Schnitt monatlich 1,9 Stunden auf Vudu, verglichen mit 13,8 auf Amazon Prime Video oder 24,7 auf Netflix.

    McMillon wurde 2014 mit 48 Jahren Chef von Walmart. Dem vergleichsweise jungen Manager traute man Reformen im digitalen Geschäft zu, die seine Vorgänger nicht hinbekommen hatten. Gleichzeitig kennt der Amerikaner Walmart in- und auswendig, arbeitete sich vom Ladenhelfer zum Vorstandschef hoch. 1990 sortierte er in seinem ersten Job Angeln und andere Sportgeräte in die Regale – weil er bei Walmart 6,50 Dollar pro Stunde verdienen konnte statt nur vier Dollar bei McDonald‘s. „Doug McMillon ist wirklich ein Gewinner“, hieß es bereits 1993 in einem internen Magazin von Walmart, in dem McMillon vorgestellt wurde.

    Er wuchs auf dem Land auf. Sein Vater, ein Zahnarzt, stachelte seinen Ehrgeiz an. Er „setzte hohe Standards“, erinnerte sich der Manager. „Meine Mutter flüsterte mir immer ins Ohr: Du schaffst das.“

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