TAP Portugals Airline trotz Protesten zu zwei Dritteln privatisiert

Das frühere EU-Sorgenkind Portugal verkauft weiter eifrig Tafelsilber. Jetzt wurde die einst staatliche Airline TAP teilprivatisiert. Doch das Geschäft ist sehr umstritten, die Opposition will nicht zuschauen.
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Noch im Mai demonstrierten die TAP-Angestellten gegen die Privatisierung der Fluggesellschaft. Nun verkauft die portugiesische Regierung zwei Drittel des Konzerns an einen privaten Investor. Quelle: AFP
Proteste der Belegschaft

Noch im Mai demonstrierten die TAP-Angestellten gegen die Privatisierung der Fluggesellschaft. Nun verkauft die portugiesische Regierung zwei Drittel des Konzerns an einen privaten Investor.

(Foto: AFP)

LissabonTrotz Protesten und vieler Streiks der Belegschaft ist die portugiesische Fluggesellschaft TAP zu zwei Dritteln privatisiert worden. Der US-stämmige brasilianische Unternehmer David Neeleman habe das beste Gebot abgegeben und den Zuschlag bekommen, teilte die Regierung am Donnerstag in Lissabon mit.

Der 55-jährige Neeleman, Gründer der JetBlue Airways Corporation und der Azul Linhas Aéreas Brasileiras, übernimmt TAP zusammen mit dem portugiesischen Geschäftsmann Humberto Pedrosa. Beide hatten zur Teilnahme am Bietverfahren den Konzern „Gateway“ gegründet.

Durch die Privatisierung würden „mindestens 354 Millionen Euro“ in Portugals Staatskasse fließen, sagte die Staatssekretärin im Finanzministerium, Isabel Castelo Branco. Diese Summe könne aber je nach den Ergebnissen des Unternehmens in den nächsten Jahren auf bis zu 488 Millionen Euro anwachsen. „Gateway“ bekomme einen Anteil von 61 Prozent, der jedoch auf 66 Prozent klettern könne - falls es für die 5 Prozent, die für Mitarbeiter reserviert seien, keine Nachfrage gebe. 34 Prozent der Airline sollen vorerst im Staatsbesitz bleiben.

Wie wir morgen fliegen
Mehr Luft über den Wolken
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Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer tritt bei seiner Regionaljet-Generation E2 mit einer völlig neu gestalteten Kabine an. Spezielle Handgepäck-Behälter sowie versetzte Sitze sorgen nicht nur für einen luftigeren Eindruck bei den Fluggästen, sie schaffen auch tatsächlich mehr Platz in der chronisch beengten Röhre.

Apartment in 13.000 Metern Höhe
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„Residence by Etihad“ – unter diesem Namen bietet die Golf-Airline ihren betuchten Fluggästen nicht weniger als eine komfortable Drei-Zimmer-Wohnung für ihren Flug an. Eingebaut ist das Luxus-Appartement im Oberdeck des Airbus 380, von dem die Fluggesellschaft gerade den zweiten übernommen hat. Acht weitere A380 sind bereits bestellt.

Ausgehen an Bord
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Rivale Qatar Airways setzt dagegen auf einen gepflegten Ausflug an Bord – etwa in eine luxuriös  gestaltete Bar. Auch sie ist in den Airbus 380 der Airline eingebaut und zwar im Oberdeck. Rein dürfen leider nur Passagiere der Business und First Class, alle anderen müssen weiterhin auf ihren Sitzen bleiben. 

Immer unter Strom
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Über den Wolken scheint immer die Sonne. Die Ingenieure von B/E Aerospace wollen sich das zunutze machen. Sie haben in die Sonnenblenden der Fenster einen dünnen Solarzellenfilm eingebaut. Der liefert Strom etwa zum Aufladen eines Smartphones oder Tablet-Computers. Noch befindet sich das System mit dem Namen „Solar Eclipse“ in der Testphase.

Müllwagen an Bord
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Eine Idee, die für die Passgiere nicht sichtbar, aber gleichwohl genial ist, hat Marc Spille, Student an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg, gemeinsam mit Airbus umgesetzt. Sein mobiler Müllcontainer zieht die gefüllten Müllsäcke stark zusammen und presst den Abfall so platzsparend zusammen. Der Clou: Spille nutzt dazu das Vakuumsystem der Bordtoilette.

Digitale Fluchthilfe
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Dem Gerede des Sitznachbarn entkommen? Mit der „Escape Visor“ von Alexandra Moceri vom College for Creative Studies in Detroit ist das kein Problem. Befestigt am Kopfteil des Flugzeugsitzes kann der Passagier die „Brille“ bei Bedarf herunterklappen und per Touchpad im Sitz festlegen, was er mit ihr sehen möchte – vom aktuellen Bordprogramm bis hin zu Live-Bildern vom Flug. Alternativ lässt sich das Sichtfeld abdunkeln – für ein kleines Nickerchen. Noch ist die Brille allerdings nur eine Studie.

Neue Durchlässigkeit
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Mit einer neuen, stark lichtdurchlässigen Folie macht Sabic Innovative Plastics auf sich aufmerksam. Was auf den ersten Blick unspektakulär klingen mag, schafft ganz neue Möglichkeiten auch für den Fluggast. Längst denken die Airlines etwa über Self-Service-Stationen an Bord nach. Dazu muss der Passagier natürlich sehen, was es gibt. Das klassische Vitrinenglas ist viel zu schwer. Die Folie von Sabic ist dagegen leicht und zudem noch schwer entflammbar.

Erst Anfang Mai hatten die Piloten der Transportes Aéreos Portugueses (TAP) mit einem zehntägigen Streik erneut gegen die Privatisierung protestiert. Auch Gewerkschaften und die linke Opposition sprachen sich dagegen aus. Ein Sprecher der Sozialisten kündigte am Donnerstag an, man werde bei einem Sieg bei den Parlamentswahlen Ende des Jahres „alles tun“, um das Geschäft wieder rückgängig zu machen.

Die Regierung hatte mehrfach betont, TAP werde nicht privatisiert, um die Finanzen des früheren Euro-Krisenlandes weiter zu sanieren. Die Privatisierung sei vielmehr der einzige Weg, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu verbessern. Der konservative Ministerpräsident Pedro Passos Coelho hatte gewarnt, falls TAP nicht privatisiert werde, seien unter anderem Massenentlassungen unumgänglich.

Die 1945 gegründete TAP war 2014 auch aufgrund von 22 Streiktagen erstmals nach sechs Jahren wieder in die roten Zahlen geflogen. Die größte Fluggesellschaft Portugals hat mehr als 13 500 Mitarbeiter.

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  • dpa
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