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Tarifkonflikt Bahn und GDL verhandeln erneut – Streiks weiterhin möglich

Sollte die neue Verhandlungsrunde scheitern, könnte die Lokführergewerkschaft GDL noch am Montag zum Streik aufrufen. Die Bahn nennt die Drohung „unnötig“.
07.06.2021 - 11:03 Uhr Kommentieren
Ein Bahn-Sprecher warnte die GDL bereits davor, dass Passagiere aktuell kein Verständnis für Streiks hätten. Quelle: dpa
Tarifverhandlungen bei der Bahn

Ein Bahn-Sprecher warnte die GDL bereits davor, dass Passagiere aktuell kein Verständnis für Streiks hätten.

(Foto: dpa)

Berlin Die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutschen Bahn starten einen neuen Versuch zur Lösung des monatelangen Tarifkonflikts. „Alle Fakten liegen auf dem Tisch. Es gibt Lösungsmöglichkeiten“, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler zum Auftakt der vierten Verhandlungsrunde am Montagvormittag in Berlin. GDL-Chef Claus Weselsky wollte sich vor den Gesprächen nicht äußern.

Bei einem Scheitern am Montag ist auch ein Streik möglich. Die GDL hatte ein erstes Bahn-Angebot als unannehmbar abgelehnt und selbst veränderte Forderungen vorgelegt. Sie sollen sich jetzt an Abschlüsse im öffentlichen Dienst anlehnen.

Die frühere Forderung von 4,8 Prozent mehr Lohn wurde so nicht wiederholt. Laut Bahn sind die Gesamtforderungen der GDL aber weit höher als die, die im öffentlichen Dienst vereinbart wurden.

Die GDL hat parallel zu den Verhandlungen ihre Tarifkommission in Berlin versammelt. So könnten die Gremien bei einem Scheitern der Gespräche noch am Montag Streiks beschließen. Personal-Vorstand Seiler warnte allerdings wegen der neu gewonnenen Freiheiten in der Corona-Krise vor einem Arbeitskampf. „Es würde kein Mensch verstehen, wenn die GDL jetzt einen Tarifkonflikt anzettelt, der wirklich unnötig ist.“

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    Die Bahn hat eine Tariferhöhung von 1,5 Prozent für eine Laufzeit ab Anfang 2022 bis Ende Februar 2023 vorgeschlagen. In diesem Jahr soll es kein Lohnplus geben. Dies entspricht in etwa dem Abschluss, den Bahn und die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vereinbart hatten, mit der die GDL konkurriert.

    Zusätzlich kompliziert wird die Tarifrunde dadurch, dass EVG und GDL beide den Anspruch erheben, für fast alle 185.000 Beschäftigten in Deutschland beim Schienenpersonal zu verhandeln. Die Bahn sieht sich aber gezwungen, dass Tarifeinheitsgesetz anzuwenden. Danach gilt ein Tarifvertrag nur dort, wo die jeweilige Gewerkschaft die Mehrheit hat. Laut Bahn hat die GDL nur in einem kleinen Teil der Einzelbetriebe des Konzerns die Mehrheit. Die Gewerkschaft bestreitet das und geht juristisch gegen diese Einschätzung vor.

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    • rtr
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