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Tarifstreit Karstadt bleibt bei Ausstieg aus Tarifbindung

Die Warenhauskette sieht keine Alternative zum Ausstieg aus dem Tarifvertrag. Die Arbeitnehmerseite dagegen ist gespalten: Verdi will zurück zur Tarifbindung, andere wollen lieber eine Arbeitsplatzgarantie.
21.06.2013 - 17:22 Uhr 1 Kommentar
Karstadt will aus dem Tarifvertrag aussteigen. Davon erhofft sich der Konzern Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe. Quelle: dpa

Karstadt will aus dem Tarifvertrag aussteigen. Davon erhofft sich der Konzern Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Warenhauskonzern Karstadt will im Streit mit der Gewerkschaft Verdi nicht auf einen befristeten Ausstieg aus dem Tarifvertrag verzichten. „Eine andere Alternative zur langfristigen Gesundung des Unternehmens gibt es nicht, da wir keinen weiteren Stellenabbau wollen“, betonte Karstadt-Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz am Freitag. „Wir sind weiter zu Gesprächen bereit“, sagte eine Verdi-Sprecherin. Die Gewerkschaft beharrt dabei auf ihren Positionen: „Die Tarifbindung ist die Forderung, über die wir verhandeln wollen“, unterstrich sie. Der Karstadt-Gesamtbetriebsrat will dem Konflikt dagegen ein Ende setzen. Es gebe in der Belegschaft „verschiedene Orientierungen“, hieß es im Arbeitnehmerlager.

Konzernbetriebsratschef Hellmut Patzelt forderte die Gewerkschaft Verdi und das Management auf, schnellstmöglich zu Gesprächen zusammenzukommen. Er zeigte sich optimistisch, dass dieser Schritt bald gegangen werde. „Ich denke, dass ein ernsthafter Wille da ist“, sagte Patzelt der Nachrichtenagentur Reuters. Wichtig sei, die Unsicherheit aus dem Unternehmen zu nehmen.

Karstadt hatte Mitte Mai den auf zwei Jahre befristeten Ausstieg aus der Tarifbindung verkündet. Der Konzern will so in der laufenden Tarifrunde für die Branche vereinbarte Lohnerhöhungen nicht mittragen müssen. Konzernkreisen zufolge will Karstadt so rund 36 Millionen Euro zusätzliche Kosten einsparen, die bei einer Erhöhung fällig werden könnten. Verdi pocht nun auf eine Rückkehr zum Tarifvertrag und organisiert Proteste in Karstadt-Warenhäusern. In der Belegschaft gebe es nun Kräfte, die aus Sorge um ihre Stellen eine Arbeitsplatzgarantie Lohnerhöhungen vorziehen würden, hieß es im Arbeitnehmerlager. Andere seien „kämpferisch“.

Weitz hatte der Belegschaft ein Garantiepapier angeboten, das unter anderem die aktuellen Gehälter und den Manteltarifvertrag festschreibt. Das Management sei notfalls bereit, auch nur mit dem Konzernbetriebsrat darüber zu reden, hieß es in Unternehmenskreisen. Es sei aber noch offen, ob es zu einer solchen Übereinkunft kommen könne und werde. Auch Verdi solle nach Möglichkeit eingebunden werden.

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    1 Kommentar zu "Tarifstreit: Karstadt bleibt bei Ausstieg aus Tarifbindung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Keine Alternative? Warum kürzt sich das Management nicht selbst ihre Einkommen um 95%, zahlt selber die von ihm verursachten Verluste und denkt endlich an die Mitarbeiter und Zukunft der Kirma. Früher haben es die manager bei Krupp geschafft Wohnen für die Mitarbeiter zu schaffen. Und Heute: Man sehe das Umfeld der Manager und sieht die Menschenverachtung!

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