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Technische Mängel Deutsche Bahn will neue Intercity-Züge von Bombardier nicht abnehmen

Die Bahn fordert bei 25 neuen Intercity-Zügen eine schnelle Behebung von technischen Mängeln. Zudem prüft sie alle zur Verfügung stehenden rechtliche Mittel.
28.01.2020 Update: 28.01.2020 - 17:12 Uhr Kommentieren
DB: Deutsche Bahn will Intercity-Züge von Bombardier nicht abnehmen Quelle: dpa
Doppelstock-Intercity

Die Bahn ergänzt ihre Intercity-Flotte seit Ende 2015 mit den neuen Doppelstockwagen.

(Foto: dpa)

Berlin Die Deutsche Bahn will 25 neue Intercity-Züge wegen technischer Mängel vorerst nicht vom Hersteller Bombardier Transportation abnehmen. Offensichtlich gibt es Probleme mit der Software des Zugbetriebssystems. Bombardier räumte am Dienstag ein, dass die Doppelstockzüge vom Typ IC 2 „aktuell nicht mit der von der DB und von Bombardier selbst erwarteten Zuverlässigkeit im Betrieb sind“.

Die Bahn hatte mitgeteilt, man setze „auf eine schnelle Behebung der Mängel durch den Hersteller“ und prüfe darüber hinaus alle rechtlichen Mittel. Die Deutsche Bahn ersetzt ihre veraltete Intercity-Flotte seit Ende 2015 mit den neuen Doppelstockwagen von Bombardier.

Von den technischen Mängeln betroffen ist die zweite Bauserie des Zuges. Bestellt sind 86 Einheiten dieser Züge. Sie sollen bis 2026 geliefert werden. 44 der IC-2-Züge sind im Einsatz. Diese Fahrzeuge bilden gemeinsam mit renovierten Intercitys der ersten Generation das Rückgrat des geplanten Deutschland-Taktes, durch den der Bahnverkehr pünktlicher und schneller werden soll.

Seit Jahren kämpft Bombardier mit massiven Qualitätsproblemen. Zuletzt beim Rohbau des ICE 4 der Deutschen Bahn. Bei diesem Sechs-Milliarden-Euro-Auftrag liefert Bombardier Siemens zu. Auch hier gab es einen monatelangen Abnahmestopp.

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    Großen Ärger gibt es auch in der Schweiz, weil die Staatsbahn SBB erhebliche Mängel an den Doppelstock-Fernverkehrszügen festgestellt hat. Zudem beklagen viele Regionalbahnen Lieferverzögerungen bei Bombardier, zuletzt im Raum Stuttgart.
    Der Abnahmestopp des IC 2, über den die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) zuerst berichtet hatte, verschärft die kritische wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Seit einigen Jahren steckt der Flugzeug- und Zugbauer wegen der Neuentwicklung einer mittelgroßen Flugzeugfamilie, der C-Serie, in Schwierigkeiten. Der kanadische Staat eilte zu Hilfe. Die C-Serie wird inzwischen in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Airbus als A 220 angeboten.

    Erwartungen an den Gewinn halbiert

    Nun droht auch die Bahntechnik, das bisher noch profitable Standbein der Kanadier, wegzubrechen. Erstmals seit vielen Jahren schreibt Bombardier Transportation im Geschäftsjahr 2019 Verlust. Nach den vorläufigen Zahlen sind es rund 130 Millionen Dollar im Jahr 2019. Im vierten Quartal musste Bombardier außerordentliche Belastungen von 350 Millionen Dollar verbuchen.

    Dahinter verbergen sich unter anderem Strafzahlungen an die Auftraggeber. Für den Gesamtkonzern gab Bombardier vor zwei Wochen eine Gewinnwarnung heraus. Der Konzern halbierte seine Erwartung auf 400 Millionen Dollar.

    Zugleich wurde bekannt, dass Bombardier Gespräche mit Alstom und Hitachi über eine Fusion führt. Auch mit Siemens hatte Bombardier verhandelt, bevor die Münchener sich für Alstom entschieden, mit ihrem Zusammenschlussplan aber an der europäischen Wettbewerbskommission scheiterten. Die Bahnindustrie fühlt sich bedroht von dem chinesischen Riesenkonzern CRRC, der unbedingt in Europa Fuß fassen will.

    Mehr: Die Bahn braucht nicht nur Geld, sondern auch neue Strukturen, schreiben Anton Hofreiter und Sven-Christian Kindler in einem Gastbeitrag fürs Handelsblatt.

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