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Tesco gegen Aldi Ein kriselnder Gigant im Abwehrkampf

Der britische Einzelhandelsriese Tesco setzt im Wettbewerb gegen Aldi & Co. den Rotstift an. Doch die Kehrtwende wird schwierig: Die Briten finden immer mehr Gefallen an den Angeboten der deutschen Billigmärkte.
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Der britische Einzelhändler Tesco hat wird derzeit strategisch in die Zange genommen. Quelle: AFP
Briten in der Klemme

Der britische Einzelhändler Tesco hat wird derzeit strategisch in die Zange genommen.

(Foto: AFP)

London Es war ein Paukenschlag, der vor allem Großbritanniens größter Supermarktkette Tesco in den Ohren klingelte. Als das renommierte britische Verbrauchermagazin „Which“ vor zwei Jahren die beste Supermarkt-Kette des Landes kürte, stand nicht etwa eine der großen einheimischen Adressen oben auf dem Siegertreppchen, sondern ein für deutsche Ohren nur allzu vertrauter Name: der Discounter Aldi. Die Discount-Kette erhalte den Titel, weil sie „eine eindrucksvolle Reihe von Angeboten, eine hohe Qualität der Lebensmittel sowie günstige Preise“ biete, begründeten die Verbraucherschützer ihre Wahl bei der Kür der jährlichen Auszeichnungen, die zum zweiten Mal auf den deutschen Einzelhandelsriesen fiel.

Denn das Jahrzehnte alte Konzept des Discounter, der auf niedrige Preise, schmucklose Filialen sowie wenig Personal setzt, kommt auf der Insel einer Revolution gleich: Bisher waren es die Briten gewöhnt, deutlich höhere Lebensmittelpreise zu zahlen.

Für die einheimischen Branchengrößen in Großbritannien, vor allem für den Giganten Tesco,  haben sich Aldi und Lidl auf der Insel damit nicht nur zu gefährlichen Konkurrenten entwickelt, sondern zu einer ernsthaften wirtschaftlichen Gefahr. So verlief das Jahr 2014 für den Supermarktriesen Tesco katastrophal. Die Umsatzzahlen und Marktanteile Supermarktkette schrumpften, im Sommer erklärte Vorstandschef Philip Clarke nach nur drei Jahren seinen Rücktritt und schließlich flog auf, dass die Halbjahres-Bilanz des Konzerns nicht stimmten.

Der im Herbst eilig herbeigerufene neue Chef Dave Lewis, der von Unilever kommt, verordnete als Reaktion dem britischen Giganten nun eine Radikalkur. 43 unprofitable Geschäfte sollen geschlossen werden, der Firmensitz in Chesnut wird dicht gemacht und die Investitionen um die Hälfte gestrichen. Eine Rotstiftaktion, die mehr Jobs als gedacht kosten könnte. Laut einem Zeitungsbericht könnten bis zu 10.000 Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Doch das allein dürfte allein kaum reichen, um Aldi und Lidl auf der Insel dauerhaft zu stoppen. Denn Tesco steckt in der Sandwich-Falle fest. So wächst in Großbritannien das obere Segment hochwertiger Supermärkte, das von der Kette Waitrose abgedeckt wird – und das untere Preissegment um Aldi und Lidl. Doch in der Mitte, wo bisher Tesco als drittgrößter Einzelhandelskonzern der Welt vor allem seine Kunden fand, wird der Platz immer kleiner. Tescos Problem: Die britischen Verbraucher haben ihre Kaufgewohnheiten geändert, aber die Supermarktkette nicht ihre Verkaufsstrategie.

„Wir haben gelernt, britischer zu werden“
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