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Teure Sanierung Kriselndes Paket-Geschäft belastet die Deutsche Post – die Blitzanalyse

Die Sanierung der Paket- und Briefsparte ist teuer für die Deutsche Post. Der Gewinn im dritten Quartal bricht deswegen deutlich ein.
Update: 06.11.2018 - 08:19 Uhr Kommentieren

Das Paketgeschäft boomt – warum es der Deutschen Post trotzdem Sorgen bereitet

BonnPost-Chef Appel hat am Dienstagmorgen die Geschäftszahlen des Dax-Konzerns für das dritte Quartal vorgelegt. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse.

  • Der zunächst auf Eis gelegten Portoerhöhung zum Trotz hält Post-Vorstandschef Frank Appel an seinen mittelfristigen Ertragszielen fest. „Wir sind zuversichtlich, unsere Ergebnisziele für 2018 und 2020 zu erreichen“, erklärte er am Morgen. Damit plant er nach wie vor, 2020 ein operatives Konzernergebnis von fünf Milliarden Euro zu schaffen. 2018 soll es für 3,2 Milliarden Euro reichen, nachdem Appel im Juni seine Ertragsprognose für das laufende Jahr um ein Viertel gesenkt hatte.
  • Probleme in der Brief- und Paketsparte belasteten den Gelben Riesen im dritten Quartal erheblich. Von dem für 2018 angekündigten Mehraufwand von 500 Millionen Euro fielen zwischen Juli und September 392 Millionen Euro an. Bereits im zweiten Quartal steckte die Post 51 Millionen in die Restrukturierung, die vor allem ein Abfindungsprogramm für Beamte vorsieht. Zudem flossen 45 Millionen Euro zusätzlich in Investitionen, die die Produktivität der Brief- und Paketsparte verbessern sollen. Für 2018 und die Folgejahre sind jeweils 150 Millionen Euro geplant.
  • Entsprechend ging der Gewinn pro Aktie zurück und markierte mit zwölf Cent eines der enttäuschendsten Ergebnisse der letzten Quartale. Analysten hatten im Schnitt mit einem Quartalsgewinn von 30 Cent je Aktie gerechnet. Im Jahr zuvor hatte der Dax-Konzern pro Anteilsschein noch 51 Cent verdient. Für das laufende Jahr erwarten Analysten einen Gewinn je Aktie von 1,79 Euro – nach 2,24 Euro 2017.
  • Auch der Umsatz lag im dritten Quartal mit 14,8 Milliarden Euro unter den Erwartungen. Branchenkenner hatten für die abgelaufenen drei Monate mit einem Erlös von 15,09 Milliarden Euro gerechnet. Doch statt einer Steigerung um 3,1 Prozent mussten sich die Bonner mit einem Plus von 1,4 Prozent begnügen. 

Das fällt positiv auf

Lukrative Fracht: Der Unternehmensbereich Fracht („Global Forwarding/Freight“) gewinnt unter der neuen Führung von Tim Scharwath, der vor gut einem Jahr von Wettbewerber Kühne + Nagel kam, wieder an Fahrt. Nicht nur der Quartalsumsatz stieg um 4,2 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Mehr noch verbesserte sich das operative Ergebnis. Mit 106 Millionen Euro lag es im abgelaufenen Quartal 58 Prozent über Vorjahr. Die Frachtsparte galt lange als harter Sanierungsfall, nachdem die Einführung einer neuen Software gescheitert war.

Das fällt negativ auf

Problematisches Paketgeschäft: Die hohen Restrukturierungsaufwendungen haben den einstigen Ertragsbringer Post und Paket im abgelaufenen Quartal unter die Nulllinie gedrückt. Operativ wies die Division ein Minus von 209 Millionen Euro aus – nach einem Plus von 307 Millionen Euro im Vorjahr. Auch bereinigt um die Sanierungskosten lag das Ergebnis um 79 Millionen Euro unter dem Vorjahr, bedingt durch stark gestiegene Personal- und Spritkosten.

Zudem haben sich die Erwartungen der Analysten für die Brief- und Paketdivision deutlich eingetrübt. Vor vier Tagen nahmen die Experten der HSBC deshalb ihr bisheriges Kursziel von 40 Euro für die Aktie Gelb zurück, um es auf 29 Euro zu revidieren. Statt „Kaufen“ heißt die Empfehlung der Großbank nun nur noch „Halten“. Schockiert zeigte sich das britische Institut vor allem darüber, dass die Post nicht wie geplant ihr Porto zum Jahreswechsel erhöhen darf. Die Bundesnetzagentur erklärte vor wenigen Tagen, dass sie den Antrag – wenn überhaupt – erst im ersten Halbjahr 2019 genehmigen kann. Wegen des Konzernumbaus fehle der Behörde das notwendige Zahlenmaterial, um den Kostendruck einschätzen zu können.

Was jetzt passiert

Rabatte werden überprüft: Außer den bereits verkündeten Maßnahmen kommt aus dem Bonner Posttower aktuell wenig Neues. Nach dem Rauswurf von Brief- und Paketvorstand Jürgen Gerdes hatte Appel angekündigt, Preise und Kosten sowohl im Post- als auch im Paketbereich stärker in den Blick zu nehmen und „die Volumenentwicklung in kontinuierlich in steigende Erträge zu überführen“. Konkret will er Rabatte für Großkunden wie Amazon überprüfen, falls diese die angekündigten Paketmengen nicht einhalten. Ungebremstes Mengenwachstum zu Lasten des Ertrags soll es künftig nicht mehr geben.

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