Textilbranche C&A will sich mit Dekoartikeln von Butlers aus der Krise befreien

In 500 C&A-Filialen sollen die Einrichtungsartikel angeboten werden. C&A-Chef Alain Caparros sieht darin eine Chance, die angeschlagene Modekette wieder flottzumachen.
Kommentieren
Ein breiteres Sortiment – erweitert etwa um Wohnungsdekoration – soll dem Textilhändler neuen Schwung verleihen. Quelle: dpa
Logo C&A

Ein breiteres Sortiment – erweitert etwa um Wohnungsdekoration – soll dem Textilhändler neuen Schwung verleihen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfIm Frühjahr überraschte Alain Caparros die Öffentlichkeit. Der neue C&A-Chef kündigte an, wie er die alte Textilkette aus Düsseldorf wieder in Schwung bringen will. „Ich glaube an zusätzliche Warengruppen, etwa Artikel aus dem Home-Bereich wie Bettwäsche und Accessoires oder auch Kosmetik“, sagte er dem Handelsblatt. „Außerdem setze ich auf Fremdmarken, die wir gezielt im ganzen Laden verteilen.“

Jetzt lässt der ehemalige Rewe-Chef seinen Worten Taten folgen. Caparros holt, wie das Handelsblatt vorab erfuhr, die Einrichtungskette „Butlers“ ins Haus. Der Kölner Filialist für Einrichtungsdekoration bietet künftig in 500 C&A-Filialen seine Bestseller an. Außerdem eröffnet C&A in sieben großen Häusern wie in Düsseldorf und Berlin 40 Quadratmeter große Shop-in-Shops mit der Weihnachtskollektion von Butlers.

Der neue C&A-Chef ist im vergangenen Jahr angetreten, die Textilkette zu modernisieren. Denn das Unternehmen mit seinen 1500 Filialen hat nicht schnell genug auf die brutalen Veränderungen des Marktes reagiert. Es wird von zwei Seiten angegriffen: von Discountern wie Primark von unten und von Zara und Co. von oben – eine schwierige Sandwichposition.

Auch das Kerngeschäft wird aufgefrischt

Caparros will deshalb mit einer Doppelstrategie die Probleme von C&A lösen: Mit einer eigenen Billigmarke, die mit „Best Deal“ wirbt, versucht er, Primark-Kunden abzuwerben. Und mit Markenartikeln fremder Anbieter will er seine Häuser attraktiver machen – wie mit Butlers.

„Aus der Marktforschung wissen wir, dass das Segment Accessoires gerade zur Weihnachtszeit deutliches Wachstumspotenzial beinhaltet“, begründet Mohamed Bouyaala, Deutschlandchef und zuständig für neue Geschäftsfelder bei C&A Europa, die Idee mit den Weihnachtsmärkten von Butlers. Während Konkurrenten schon ein Viertel des Umsatzes mit Accessoires erzielen, sind es bei C&A erst sieben Prozent.

Aber nicht nur Christbaumkugeln, Kerzen und andere Dekoartikel gibt es neuerdings bei C&A: Seit Anfang Oktober verkauft die Düsseldorfer Kette in 45 Filialen auch Decken, Bettbezüge und Handtücher und anderes sogenanntes „Home Interior“. Außerdem soll künftig Spielzeug den Umsatz steigern. In Köln testet C&A, wie Bobby Cars vom Spielwarenhersteller Dickies ankommen. Schließlich hat C&A bei Kindermode in Deutschland zehn Prozent Marktanteil.

Doch Caparros wagt sich nicht nur an neue Sortimente, er will auch das Kerngeschäft des Traditionshauses auffrischen. Seit Kurzem verkauft er Mustang Jeans auf speziellen Flächen in 30 C&A-Filialen. Für Deutschlandchef Bouyaala „rundet Mustang unser Jeanssortiment nach oben ab“. Die C&A-Jeans kostet 8 bis 49 Euro, die von Mustang 49 bis 69 Euro.

Für die neuen Handelspartner von C&A ist die Kooperation die Chance, ihren Vertrieb deutlich auszubauen. Die Zusammenarbeit sei eine gute Gelegenheit, „die Bekanntheit der Marke Butlers europaweit zu steigern“, sagt Butlers-Gründer und -Geschäftsführer Wilhelm Josten. Das Kölner Unternehmen verkauft seine Dekoartikel bislang in 90 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in 40 Franchise-Standorten im europäischen Ausland und an 5000 externen Verkaufspunkten.

„Der Ausbau des Home-Interior-Geschäfts liegt voll im Trend in der Modebranche“, sagt Beate Hölters von der Unternehmensberatung Tailorit. „Das ist bei vielen Händlern der am stärksten wachsende Bereich.“

Es gibt Beobachter in der Branche, die für riskant halten, dass C&A die Discounter und gleichzeitig höherwertige Marken wie Zara angreift. Doch Beraterin Hölters sieht das anders. „Ich halte die neue Strategie von C&A für intelligent, nach unten klare Preispunkte zu setzen und das Sortiment nach oben durch höherwertige Marken abzurunden.“

Und Caparros bereitet noch mehr Überraschungen vor. „Es laufen Gespräche mit anderen Anbietern aus dem Textil- und dem Nicht-Textilbereich“, verrät ein C&A-Sprecher.

Startseite

Mehr zu: Textilbranche - C&A will sich mit Dekoartikeln von Butlers aus der Krise befreien

0 Kommentare zu "Textilbranche: C&A will sich mit Dekoartikeln von Butlers aus der Krise befreien"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%