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Thomas Bruch Globus-Chef befürchtet Wettbewerbsnachteil durch Real-Zerschlagung

Bei der Zerlegung der Supermarktkette profitieren die Marktführer Kaufland und Edeka. Globus-Chef Bruch fürchtet um den fairen Wettbewerb im Handel.
20.04.2020 - 04:11 Uhr Kommentieren
Globus-Chef Thomas Bruch befürchtet Wettbewerbsnachteil nach Real-Zerschlagung Quelle: dpa
Real-Supermarkt

In der Coronakrise läuft das Geschäft so gut wie nie.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Noch ist die Supermarktkette Real nicht endgültig verkauft. Doch der Chef des Konkurrenten Globus warnt schon, dass die Zerschlagung drastische Folgen für den Lebensmittelhandel haben könnte. „Wir machen uns große Sorgen um die Wettbewerbssituation in der Branche“, sagte Thomas Bruch dem Handelsblatt. „Jetzt schon werden fast 80 Prozent des Lebensmittelhandels von den vier großen Handelsgruppen kontrolliert. Sollten wir nicht auch zum Zuge kommen, ist das für uns mit eindeutigen Nachteilen im Vergleich mit den großen Konkurrenten verbunden.“

Metro ist in abschließenden Verhandlungen, die Tochter Real an den Investor SCP zu verkaufen. Die Verträge sollen voraussichtlich Anfang Juni unterzeichnet werden. SCP hat aber bereits verkündet, dass er 141 der 276 Real-Standorte an die Marktführer Kaufland und Edeka weiterreichen wird. Die Verhandlungen führt dabei der SCP-Partner X+Bricks.

Die kleineren Konkurrenten sorgen sich nun, dass sie leer ausgehen könnten – und damit im Wettbewerb weiter geschwächt werden. „Die Aufteilung von Real ist für die Unternehmen der Branche eine historische Chance, neue Standorte zu eröffnen, die so wohl nicht noch einmal kommen wird“, mahnt Globus-Chef Bruch. So hatte die Georg Jos. Kaes GmbH, die in Bayern Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfte unter der Marke V-Markt betreibt, Interesse angemeldet. Auch der Regionalhändler Bünting würde gern einen Teil abbekommen.

„Wir haben frühzeitig ein Angebot abgegeben für 16 Real-Standorte. Wir stellen aber fest, dass es nicht so einfach ist, bei den Verkäufern für unsere Position Gehör zu finden“, kritisiert der Globus-Chef. Sein Unternehmen sei bisher nicht zu ernsthaften Verhandlungen geladen worden. „Wir stehen hier offenbar in zweiter Reihe.“ Ein Sprecher von SCP und X+Bricks wollte sich auf Nachfrage zu Details möglicher Verhandlungen nicht äußern. Er betonte jedoch: „Wir sprechen selbstverständlich mit allen interessierten Parteien.“

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    Kaufland ist mit 664 Standorten mit großem Vorsprung die Nummer eins unter den SB-Warenhaus-Ketten in Deutschland und hat jetzt mit SCP die Übernahme von 88 Real-Häusern vereinbart. Die Edeka-Marke Marktkauf, die mit 123 Häusern in diesem Segment hinter Real auf Rang drei liegt, will 53 Märkte übernehmen.

    Grafik

    Auch in der Politik hat der angekündigte Verkauf von großen Paketen von Real-Standorten an die Marktführer bereits Besorgnis ausgelöst. Die Bundestagsabgeordneten Renate Künast und Katharina Dröge von Bündnis 90/Die Grünen schrieben in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU): „Der Erwerb der Real Märkte durch Edeka und Kaufland würde die Marktkonzentration zugunsten von Edeka bzw. der Schwarz-Gruppe weiter verschärfen.“

    Künast und Dröge erinnerten daran, dass insbesondere Edeka erst vor Kurzem mit der Übernahme von 400 Märkten von Kaiser’s Tengelmann seine Position im Lebensmitteleinzelhandel weiter ausbauen konnte. Damals hatte das Bundeskartellamt den Kauf untersagt, war aber durch eine umstrittene Ministererlaubnis des damaligen Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel (SPD) überstimmt worden.

    Die Politikerinnen haben nun offenbar Sorge, dass sich dies wiederholen könnte. „In der aktuellen Krise ist nun die Gefahr groß, dass Fakten geschaffen werden sollen, wo Prüfungen stattfinden müssen“ schreiben sie an den Minister. Dabei werde doch angesichts der Pandemie, in der der Handel jeden Tag dabei helfe, die Versorgungslage sicherzustellen, immer sichtbarer, wie wichtig eine regionale Vielfalt im Handel sei.

    Genau auf diesen Aspekt zielt auch der Globus-Chef. „Wir haben gezeigt, dass Globus frischen Wind in den Wettbewerb bringt“, betont Bruch. „Wir haben ein Sortiment, das auch Produkte von kleinen und kleinsten regionalen Produzenten umfasst, das es in anderen Märkten so nicht gibt.“

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