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Thomas-Cook-Tochter Das große Zittern um Condor: Gibt es die Millionenhilfe vom Bund?

Die Insolvenz von Thomas Cook ist auch für die Tochter Condor bitter. Ohne Staatshilfe oder einen Investor dürfte die Airline kaum überleben können.
23.09.2019 Update: 23.09.2019 - 18:52 Uhr 2 Kommentare

Bundesregierung will über Condor-Hilfen entscheiden

Frankfurt, Berlin, London Die Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook sorgt für Chaos in der Tourismusbranche. Weltweit sind 600.000 Reisende betroffen. Allein Großbritannien charterte 45 Flugzeuge, um 150.000 Landsleute heimzuholen.

Die meisten deutschen Urlauber müssen indes auf das Überleben der Thomas-Cook-Konzerntochter Condor hoffen. Die Fluggesellschaft hat offenbar in Berlin einen Antrag auf Staatshilfe gestellt – ähnlich wie Air Berlin vor Jahren.

Damals gewährte der Bund eine Bürgschaft über 150 Millionen Euro, um den Flugbetrieb eine Weile aufrechtzuerhalten, generell retten ließ sich die Fluggesellschaft damit nicht.

Anders als die Konzernmutter ist Condor profitabel. Bislang hat die Airline auch noch keine Insolvenz angemeldet. Dennoch müssen die rund 3000 Mitarbeiter nun fürchten, schon bald in den Sog der Pleite von Thomas Cook gezogen zu werden.

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    Condor braucht dringend den staatlich verbürgten Überbrückungskredit für den Weiterbetrieb. Angeblich soll es sich um 200 Millionen Euro handeln. Airlines müssen dem Luftfahrtbundesamt (LBA) darlegen, dass sie finanziell stets in der Lage sind, einen sicheren Flugbetrieb zu garantieren.

    Die Bundesregierung hat über den Fall noch nicht entschieden. Man prüfe, hieß es beim Bundeswirtschaftsministerium. Auch Bundesverbraucherschutzministerin Christine Lambrecht (SPD) äußerte sich bislang nicht zur Lage bei Condor.

    Am Montagnachmittag kamen die Experten aus dem Bundesjustizministerium und dem Wirtschaftsministerium zusammen, um den Fall zu beraten. Klar ist: Für die Regierung ist es eine heikle Entscheidung.

    Grafik

    Voraussetzung für einen positiven Bescheid, der dann auch vor der EU-Kommission in Brüssel Bestand hat, ist eine wirtschaftliche Perspektive für das Unternehmen. Zwar hat Condor-Chef Ralf Teckentrup die Kosten des Unternehmens auf ein durchaus wettbewerbsfähiges Niveau gedrückt. Auch stammt ein Teil des Umsatzes aus dem Verkauf von sogenannten Einzelplätzen, die nicht über die Mutter vermarktet werden.

    Allerdings fehlen der Fluggesellschaft nach der Pleite von Thomas Cook deren Urlauber als Fluggäste. Zudem braucht eine Airline für den Weiterbetrieb Flugzeuge. Condor selbst gehört nur eine einzige Maschine. Der Rest der Flotte ist geleast, zum Teil von der insolventen Muttergesellschaft.

    Damit Condor weiterfliegen kann, müssen die Leasinggeber grünes Licht geben. Die Condor-Spitze führt Branchenkreisen zufolge bereits seit Tagen Gespräche mit ihren Gläubigern und der Regierung.

    Doch die Politik kann kaum helfen: Erst am Freitag hat die Große Koalition ihr Klimaschutzpaket verabschiedet. Darin beklagt sie die Dumpingpreise in der Luftfahrt und will diese künftig gesetzlich unterbinden. Nur wenige Tage später einen Ferienflieger mit Staatsgeld zu retten und damit die Überkapazitäten im Markt zu alimentieren, dürfte nur schwer vermittelbar sein.

    Zumal ein solcher Kredit auch nur kurzzeitig helfen dürfte. Um den reiseschwachen Winter zu überbrücken, braucht eine Airline in der Größe von Condor geschätzte 400 Millionen Euro – mehr also als die Staatsbürgschaft. Helfen kann nur ein anderer Reisekonzern, der die Maschinen und die Kassen füllt, oder ein Investor.

    Die Suche nach Rettern ist zeitintensiv. Ein Notverkauf von Condor etwa an Lufthansa ist kaum umsetzbar. Die Kartellbehörden müssten einen solchen Deal intensiv prüfen, die Freigabe käme wahrscheinlich zu spät.

    Schon bei der Insolvenz von Air Berlin hatte Lufthansa über Wochen mit eigenen Mitteln den Betrieb der Air-Berlin-Tochter Niki finanziert – in der Hoffnung, das Unternehmen am Ende übernehmen zu können. Doch der Plan scheiterte an den EU-Kartellbehörden.

    Das Geld – rund 50 Millionen Euro – war weg. Es ist kaum zu erwarten, dass Lufthansa ein solches Experiment erneut wagen wird. Dennoch hoffen die Mitarbeiter und Arbeitnehmervertreter, dass der Bund helfen wird.

    „Wir appellieren an die Bundesregierung, ihrer Verantwortung für die Arbeitsplätze bei Condor gerecht zu werden und den beantragten staatlichen Überbrückungskredit zu gewähren“, sagte Markus Wahl, der Präsident der Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit: „Das Geschäft von Condor ist profitabel, das Unternehmen hat eine Zukunft.“

    Schockstarre in Großbritannien
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    2 Kommentare zu "Thomas-Cook-Tochter: Das große Zittern um Condor: Gibt es die Millionenhilfe vom Bund?"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich bin dagegen, 200 Mio. Euro für CONDOR als sog. Überbrückungskredit zur Verfügung zu stellen weil:
      - Die Muttergesellschaft TC. pleite und keine deutsche Gesellschaft ist
      - das Geld verloren wäre
      - auf Bewertungsportalen Condor in der sehr überwiegenden Anzahl stark negativ bewertet wird. Vor allem aufgrund des Service.
      - viele deutsche Unternehmen ein vergleichbares Recht hätten - mindestens. Und - warum nur Ferienflieger?
      - 200 Mio. Euro sehr viel Geld ist wenn es verdient und versteuert werden muss.
      - Arbeitsplätze bei strauchelnden Unternehmen immer gefährdet sind. Dies ist nun mal so in der Marktwirtschaft.

    • Also, wenn man aus AirBerlin 1 lernt:

      Kein gutes Geld schlechtem hinterherwerfen.

      WIr leben in Zeiten, in denen Mobilität wieder eingeschränkt wird. Ob es passt oder nicht!
      Sei es durch Bepreisung (höhere Flugsteuer z.B) oder direkte Restriktionen ("zulässige Anzahl der Taxis, Velocopter, Verrennungsmotoren etc. im Sektor erreicht" und die SIM-Karte blockiert das Gefährt.)
      Träumerei? Die SIM-Karte ist in allen neuen Autos schon seit Jahren drin. Wenn der Fuhrpark eine ausreichende Durchseuchung erreicht, werden entsprechende Regelungen nicht lange auf sich warten lassen. Erst mal in China, dann in Nordkorea, pardon: Volkswagen, pardon: Volkswagenland, pardonnez moi: Deutschland.

      Und wir bezahlen auch noch dafür!
      Und beschwert euch nicht bei den Grünen. Hauptverantwortlich für alle Saueereien ist immer noch die Groko. Die Grünen durften bisher nie mehr als Steigbügel halten und Spielplätze gestalten.

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