Thomas Middelhoff Ex-Manager muss erneut vor Gericht

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Arcandor AG Thomas Middelhoff ist 2014 zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Nun muss er erneut vor Gericht. Ihm wird Anstiftung zur Untreue vorgeworfen.
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Der Ex-Manager verbüßt derzeitig eine dreijährige Haftstrafe im offenen Vollzug. Quelle: AP
Thomas Middelhoff

Der Ex-Manager verbüßt derzeitig eine dreijährige Haftstrafe im offenen Vollzug.

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EssenDer frühere Topmanager Thomas Middelhoff muss sich bald erneut vor dem Essener Landgericht verantworten. Diesmal gehe es um den Vorwurf der Anstiftung zur Untreue, berichtete ein Gerichtssprecher am Freitag. Mit ihm auf der Anklagebank Platz nehmen werden sechs ehemalige Aufsichtsratsmitglieder von Arcandor. Ihnen werde Untreue vorgeworfen, sagte der Gerichtssprecher. Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (Freitag) hatte zuvor darüber berichtet.

Im Mittelpunkt der Anklage steht eine Bonuszahlung in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro an Middelhoff, die die Aufsichtsräte im November 2008 bewilligt hatten. Nur Monate später hatte der Konzern Insolvenz anmelden müssen.

Middelhoff selbst werde zur Last gelegt, dass er auf den Aufsichtsrat eingewirkt habe, den Sonderbonus zu zahlen, sagte der Gerichtssprecher. Middelhoffs Anwalt Hartmut Fromm erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, der Vorwurf sei für ihn „nicht nachvollziehbar“. Ein Vorstand habe eigentlich keine Treuepflicht, wenn er mit dem Aufsichtsrat über seinen Bonus verhandele. Dies solle nun mit dem Vorwurf der Anstiftung ausgehebelt werden.

Die Staatsanwaltschaft Bochum hatte ursprünglich sogar gegen 15 frühere Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder Anklage erheben wollen. Doch das Landgericht Essen lehnte in acht Fällen die Zulassung der Anklage ab.

Middelhoff war bereits im November 2014 vom Landegericht Essen unter anderem wegen Untreue zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. In seinem Urteil sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Manager den Arcandor-Konzern unter anderem zu Unrecht für eine ganze Reihe von Privatflügen mit Charterjets und Hubschraubern hatte zahlen lassen und beziffert den entstandenen Schaden auf rund 500.000 Euro.

Bei diesen Händlern kauft die Welt ein
Platz 92: Otto
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Die Otto Group ist auf Rang 92 der kleinste deutsche Händler in der Rangliste der 250 größten Handelsunternehmen. Im Jahr 2015 hatte der Konzern einen Einzelhandelsumsatz von 10,6 Milliarden Dollar erzielt. Die 250 Händler in der nun veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte kamen zusammen auf einen Umsatz von 4,3 Billionen Dollar.

Quelle: Deloitte Global Powers of Retailing 2017

Platz 22: Rewe
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Auf dem 22 Rang steht Rewe mit einem Einzelhandelsumsatz von 43,6 Milliarden Dollar. Die Supermarktkette besitzt Filialen in insgesamt elf Ländern.

Platz 18: Edeka
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Obwohl die Supermarktkette nur in Deutschland vertreten ist, schneidet das Unternehmen besser ab als Rivale Rewe. Edeka landet im aktuellen Ranking mit einem Einzelhandelsumsatz von 52,5 Milliarden Dollar auf dem 18 Platz.

Platz 13: Metro AG
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Der Handelskonzern hat Filialen in 31 Ländern und erzielte im Einzelhandel einen Umsatz von 68 Milliarden Dollar. Für die Top Ten reicht das aber nicht mehr. Das deutsche Unternehmen fiel von Rang acht auf Rang 13 zurück. Schuld daran waren der Verkauf von Kaufhof und der Rückzug aus dem Großhandelsgeschäft in mehreren Ländern.

Platz 10: Amazon
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Obwohl die US-amerikanische Firma eigentlich ein Internetunternehmen ohne Verkaufsläden ist, schafft sie es in die Top Ten. Amazon ist mit einem Umsatz von 79,3 Milliarden Dollar die Nummer zehn der größten Einzelhändler der Welt.

Platz 9: Tesco
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Englands größte Supermarktkette ist der größte Verlierer in den Top Ten. Mit einem Einzelhandelsumsatz von 81 Milliarden Dollar landet sie gerade noch auf Platz 9. Im Jahr 2015 ist der Umsatz um fast 13 Prozent abgestürzt. Das Unternehmen ist in insgesamt zehn Ländern vertreten.

Platz 8: Aldi
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Nur wenn man ihren Umsatz zusammenzählt, erreichen Aldi Süd und Aldi Norddie Top Ten der größten Einzelhändler der Welt. Doch sie schaffen ein Kunststück, das kein anderer Händler zustande bringt: Sie erwirtschaften zwei Drittel ihres geschätzten Umsatzes von 82,2 Milliarden Dollar im Ausland. In 17 Ländern sind sie aktiv.

Middelhoff war damals wegen Fluchtgefahr noch im Gerichtssaal verhaftet worden. Erst nach mehr als fünf Monaten wurde er gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen. Zur Zeit verbüßt der Ex-Manager seine Haftstrafe im offenen Vollzug und arbeitet als Freigänger in einer Behindertenwerkstatt in Bielefeld.

  • dpa
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