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Ticketpreise Fliegen und Busfahren wird immer teurer

Aktuelle Studien belegen: Reisen wird immer teurer, vor allem mit dem Flugzeug. Schuld daran ist nicht nur die Air-Berlin-Pleite.
03.07.2018 - 11:08 Uhr Kommentieren
Nach jahrelanger Talfahrt der Ticketpreise steuern viele Airlines nun gegen. Quelle: dpa
Fliegen wird immer teurer

Nach jahrelanger Talfahrt der Ticketpreise steuern viele Airlines nun gegen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Wer in den zurückliegenden Wochen seinen Urlaubstrip geplant hat, wird es vielleicht schon bemerkt haben: Die Schnäppchen sind rar geworden, für die meisten Ziele müssen Reisende in diesem Jahr mehr bezahlen als noch vor einigen Monaten. Das belegen nun auch mehrere Studien.

So hat das Verbraucherportal Mydealz in einer aktuellen Erhebung festgestellt, dass Mittelstreckenflüge im Juli an Werktagen 45,6 Prozent teurer sind als noch im Herbst vergangenen Jahres. An Wochenenden beträgt das Plus noch 15,2 Prozent. Für die Kurzstrecke wird während der Woche 9,5 Prozent mehr verlangt, am Wochenende sind es sieben Prozent.

Der Trend ist nicht nur in der Luftfahrt abzulesen. Auch die Busfahrt wird sukzessive teurer. Eine Datenauswertung der Marktforscher von Iges hat ergeben, dass Fahrgäste für einen Trip mit dem Fernbus im April diesen Jahres im Schnitt 10,2 Cent je Kilometer bezahlen mussten. Das seien rund vier Prozent mehr als im April 2017. Die Experten von Iges erwarten weitere Preissteigerungen auf bis zu elf Cent je Kilometer.

Die Entwicklung hat mehrere Gründe. Um finanziell wieder stabiler zu werden, versuchen viele Fluggesellschaften nach einer jahrelangen Talfahrt der Ticketpreise ihre Durchschnittserlöse langsam zu stabilisieren und sogar leicht zu erhöhen. Die Insolvenz von Air Berlin bietet dazu eine gute Gelegenheit.

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    Zwar wurde die Angebotslücke, die die einst zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hinterlassen hat, rasch wieder gefüllt. Doch auf einigen Strecken ist die Auswahl an Fluggesellschaften begrenzt. So haben die Experten von Mydealz festgestellt, dass auf 19 von insgesamt 50 untersuchten Verbindungen nur eine Airline fliegt. Hier seien die Ticketpreise im Schnitt um 33,5 Prozent gestiegen.

    Höhere Preise sind zwar nicht überall durchzusetzen. Auf 16 Strecken konnten die Passagiere zwischen drei oder mehr Anbietern wählen, hier seien die Preise um 8,8 Prozent gesunken, heißt es in der Studie von Mydealz. Doch im Schnitt ziehen die Ticketpreise langsam an.

    Kartellamt will Preisentwicklung im Auge behalten

    Eine Explosion der Preise ist allerdings nicht zu erwarten – weder bei Flügen noch bei der Busfahrt. Das Bundeskartellamt hatte zwar vor einigen Wochen beschlossen, kein Marktmissbrauchsverfahren gegen Lufthansa einzuleiten. Hauptgrund dafür war die Entscheidung des Rivalen Easyjet, das Angebot in Deutschland deutlich ausweiten, auch indem man große Teile des Air Berlin-Betriebs in Berlin übernahm.

    Dadurch gibt es auf immerhin vier von zehn Strecken, die nach dem Ausscheiden von Air Berlin zu Monopolverbindungen der Lufthansa-Gruppe zu werden drohten, wieder Wettbewerb. Doch die Kartellhüter wollen die Preisentwicklung auf den verbleibenden Monopolstrecken genau im Auge behalten.

    Bei Fernbussen reguliert wiederum die Konkurrenz zur Bahn das Preisniveau. Die Deutsche Bahn hatte kürzlich angekündigt, ab August dauerhaft Sparpreise ab 19,90 Euro anbieten zu wollen. Besitzer einer Bahncard können diesen Tarif dann sogar auf weniger als 15 Euro absenken.

    Damit will das Schienenunternehmen eine zu starke Abwanderung der Kunden zu Rivalen wie etwa Flixbus verhindern. Das begrenzt den Spielraum der Fernbusse für Preissteigerungen. Denn die Bahn ist auf vielen Strecken schneller unterwegs, deshalb muss der Bus preislich immer etwas günstiger bleiben als die Bahn.

    Hinzu kommt: Die Anbieter – egal ob Airline oder Fernbus-Betreiber – wissen sehr gut, dass der Preis nach wie vor das wichtigste Auswahlkriterium der Kunden ist. Das bestätigte jüngst auch eine Umfrage des Flughafenverbandes ADV.

    Danach gaben bei Europa-Flügen 48 Prozent der Befragten an, vor allem nach dem Preis zu entscheiden. Im innerdeutschen Verkehr fällt dieser Wert allerdings auf 30 Prozent. Hier sind die Flugdauer und die Abflugzeit wichtiger. Das dürfte aber auch daran liegen, dass innerdeutsch vor allem Geschäftsleute fliegen, die einen engen Terminplan haben.

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