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Ticketsteuer Kurzstreckenflüge werden deutlich teurer

Die Regierung verschärft ihr Klimapaket in Sachen Luftverkehr zum zweiten Mal. Demnächst wird die Ticketsteuer bei Kurzstrecken-Flügen um rund 76 Prozent teurer.
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Bei längeren Flügen soll die Abgabe um rund 43 Prozent steigen. Quelle: dpa
Flugticket der Lufthansa

Bei längeren Flügen soll die Abgabe um rund 43 Prozent steigen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Das Klimapaket der Großen Koalition in Berlin wird für Reisende wahrscheinlich deutlich heftigere Folgen haben als zunächst gedacht. Die Bundesregierung hat ihre Pläne für mehr Klimaschutz in punkto Luftverkehr zum zweiten Mal nachgeschärft. Das erfuhren Branchenvertreter nun aus dem Bundesfinanzministerium.

Demnach soll die Ticketsteuer für die sogenannte Distanzklasse 1 – das sind Flüge im Inland und in den EU-Staaten – nun um rund 76 Prozent steigen. Bei längeren Flügen soll die Abgabe um rund 43 Prozent angehoben werden. Im Detail bedeutet das: Ab dem 1. April 2020 steigt die Luftverkehrsteuer für Flüge in Europa um 5,65 Euro auf 13,03 Euro – berechnet pro Ticket für einen Flug, der an einem deutschen Flughafen abhebt.

Für längere Strecken bis 6000 Kilometer sieht der Plan eine Steigerung um 9,96 Euro auf 33,01 Euro vor. Jenseits der 6000-Kilometer-Grenze beträgt das Plus 18 Euro – auf dann 59,43 Euro. Die Airlines dürften die Mehrkosten zumindest zum Teil an die Passagiere weitergeben. Der Entwurf soll an diesem Mittwoch dem Kabinett zur Abstimmung vorgelegt werden.

In der Branche sorgt die überraschende „Nachbesserung“ für Unmut. Die noch stärkere Anhebung der Luftverkehrsteuer werde nicht ohne wirtschaftliche Konsequenzen für die Luftverkehrsstandort Deutschland bleiben, warnt Ralph Beisel, der Hauptgeschäftsführer der Flughafenverbandes ADV: „Im harten internationalen Wettbewerb sind solche schwerwiegenden Belastungen der eigenen Industrie eine schwere Hypothek. Mit bis zu 59 Euro pro Flugticket erhebt Deutschland damit künftig so hohe Flugsteuern, wie kaum ein anderes Land in der Welt.“

Betroffen von der Steuererhöhung seien nicht nur Airlines und Flughäfen, sie träfe auch mit voller Wucht die an den Flughäfen tätigen Unternehmen, die Tourismuswirtschaft und die heimische Wirtschaft, die auf Flugverbindungen angewiesen sind, so Beisel. „Wenn Anbindungen verloren gehen, hat dies auch Konsequenzen für unsere Beschäftigten. Der Flughafenverband befürchtet, dass immer mehr deutsche Flughäfen in die rote Zahlen geraten.“

Dass der Luftverkehr, der bereits am EU-Emissionsrechtehandel teilnimmt und zudem eine Ticketsteuer finanziert, im Klimapaket neue Belastungen hinnehmen muss, damit hatte in der Branche jeder gerechnet. Allerdings hatte es zunächst so ausgesehen, als ob die Regierung die Steuer in allen Distanzklassen um den gleichen Prozentsatz anheben werde. Damit habe man leben können, hieß es in der Branche. Doch nun kommt es doch schlimmer.

Mehr: Brüssel hat den Weg für den überlebenswichtigen staatlichen Kredit freigemacht. Condor muss seinen Liquiditätsbedarf nun wöchentlich nachweisen.

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2 Kommentare zu "Ticketsteuer: Kurzstreckenflüge werden deutlich teurer"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Glaubt wirklich irgendjemand, dass diese Besteuerung die Reisenden davon abhält, nicht mehr oder weniger zu fliegen. In welcher Welt leben die Politiker ? Hier ist klar zu erkennen, dass die Lobbyarbeit funktioniert.

  • Ich vermute die massive Preiserhöhung eines innereuropäischen Tickets um unfassbare 7 Euro wird den gesamten Luftverkehr zum Erliegen bringen.