Tourismus-Messe ITB Touristenschreck Trump - Urlauber meiden zunehmend die USA

Die Reisebranche steuert 2018 auf einen Rekord zu. Nur das wichtigste Fernziel der Deutschen macht den Veranstaltern Sorgen.
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ITB: Touristenschreck Donald Trump – USA-Reisen brechen ein Quelle: dpa
Trump verärgert Touristen

Obwohl der Dollar schwach ist, sind Reisen in die USA um 20 Prozent eingebrochen.

(Foto: dpa)

BerlinDeutschlands Urlauber können es anscheinend kaum erwarten: Um 18 Prozent, so hieß es am Dienstag zur Eröffnung der Internationalen Tourismusmesse ITB in Berlin, liegen die Frühbuchungen aktuell über dem Vorjahr.

Die Umsätze der deutschen Urlaubsanbieter und Reiseveranstalter, die schon 2017 mit 64,7 Milliarden Euro einen Rekord markierten, sollen nach einer Prognose des Deutschen Reiseverbands (DRV) nun noch einmal „im mittleren einstelligen Prozentbereich“ steigen.

Umso dramatischer fällt vor diesem Hintergrund der Abstieg des wichtigsten Fernreiseziels der Deutschen auf: Um die USA, wo Präsident Donald Trump seit einem Jahr mit nationalistischen Tönen die Schlagzeilen bestimmt, machen Bundesbürger einen größeren Bogen als von den Reiseveranstaltern befürchtet.

Das sind die beliebtesten Naturschauspiele der USA
US-Nationalparks
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Endlose Weiten, schneebedeckte Bergspitzen, zerklüftete Küstenlandschaften: Die 59 Nationalparks in den USA versprechen Superlative. Um ihren Schutz kümmert sich der National Park Service – und das nun schon seit 100 Jahren.

Grand Canyon
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Am 25. August 1916 unterzeichnete der damalige US-Präsident Woodrow Wilson ein Gesetz, mit dem der National Park Service entstand. Er schützt 59 Nationalparks mit einer Fläche von insgesamt rund 210.000 Quadratkilometern. Insgesamt verwaltet der Service mehr als 400 Anlagen – dazu zählen etwa historische Parks, Monumente, Gedenkstätten oder Reservate. Im vergangenen Jahr zählten sie rund 307 Millionen Besucher. 

Yellowstone-Nationalpark
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Der wohl bekannteste Park ist der Yellowstone-Nationalpark. Dort leben auch Braunbären.

Yellowstone-Nationalpark
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Der Yellowstone-Nationalpark wurde im Jahr 1872 gegründet und ist damit das älteste Naturschutzgebiet der Welt. Der Größte ist der Wrangell-St.-Elias-Nationalpark im südöstlichen Alaska. Er umfasst ein Gebiet von rund 53.320 Quadratkilometern. 

Bisons
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Mit ihren zotteligen Bärten und gebogenen Hörnern prägen Bisons maßgeblich das Bild des Yellowstone-Nationalparks. Zwischen 4000 und 5000 der Tiere leben in dem knapp 9000 Quadratkilometer großen Gebiet, sie verteilen sich auf zwei Herden. Die Ranger warnen aber davor, sich ihnen allzu dicht zu nähern. Angriffe mit Bisons gehören zu den häufigsten Unfällen im Park. Auch übertriebene Fürsorge sollte man sich sparen: Als zwei Besucher im Mai ein Bisonkalb vor der Kälte retten wollten, fällten sie damit letztendlich sein Todesurteil. Weil das Tier sich nicht mehr in seine Herde integrieren ließ, musste es getötet werden.

Sternenhimmel
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In vielen amerikanischen Städten trüben gleißende Lichter den Blick in den Sternenhimmel. Im Joshua-Tree-Nationalpark im Süden Kaliforniens sind die Nächte dagegen pechschwarz, das macht den Park zu einem Anziehungspunkt für Sternengucker. Im Sommer kann man die Milchstraße sehen, im Winter den Orion. Vollendet wird das Postkartenmotiv von rundgeschliffenen Felsen und stachelblättrigen Josua-Palmlilien, denen der Park seinen Namen verdankt.

Denali-Park in Alaska
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Die bekannteren Parks sind gerade in den Ferienzeiten gut besucht, auch weil die meisten über ein ausgebautes Straßennetz verfügen. Im Denali-Park in Alaska gibt es dagegen nur eine befestigte Straße. Besucher müssen den Bus nehmen, um ins Innere zu gelangen. Rund um den Denali, Nordamerikas höchsten Berg, erstreckt sich eine einsame Tundralandschaft. 

Gingen 2017 die Buchungsumsätze um 17 Prozent zurück, scheint sich die Abneigung deutscher Touristen nun noch zu verstärken. So meldet der Reisevertrieb für die kommende Sommersaison sogar einen erneuten Einbruch um 20 Prozent, wie die Marktforschungsfirma GfK ermittelte. Und das trotz des im Jahresvergleich deutlich schwächeren Dollars.

Auf den starken Dollar hatten Reiseexperten noch 2016 die Zurückhaltung der Deutschen geschoben, deren USA-Reisen damals von 2,27 auf 2,03 Millionen zurückgingen.

Über die Gründe des aktuellen Einbruchs kann DRV-Präsident Norbert Fiebig nur spekulieren. „Es hat anfangs beim Amtsantritt Trumps einen negativen Effekt gegeben“, sagte er in Berlin. „Fraglich aber ist, wie lange sich die Deutschen von der Sympathie zum US-Präsidenten leiten lassen, wenn es um das Traumziel USA geht.“

Schon im vergangenen Sommer waren in den USA viele Hotels leer geblieben, ebenso wie Sitzplätze in Ferienfliegern. Nicht nur Expedia und Hyatt meldeten Rückgänge von USA-Urlaubern, auch die Schlangen in Vergnügungsparks wie Disneyworld wurden kürzer.

Mehr noch als die Deutschen mieden Touristen aus dem Nahen Osten und Lateinamerika das Urlaubsland, nachdem Trump einen Einreisestopp für einige muslimische Länder aussprach und über den Bau einer Mauer zu Mexiko fabulierte.

Nach den neuesten Zahlen sieht es nicht danach aus, als ob sich die Tourismusbranche im Land 2018 erholen könnte. Für die USA eine schwere Bürde. Immerhin steuern ihre Reise- und Gastronomieanbieter 1,6 Billionen Dollar zum Bruttoinlandsprodukt bei.

Ganz anders das Reiseziel Deutschland. Dort zählten die Hoteliers 2017 mehr als 460 Millionen Übernachtungen, was das achte Wachstumsjahr in Folge bedeutete. Bundesbürger übernachteten drei Prozent häufiger in heimischen Herbergen als im Vorjahr, ausländische Gäste brachten ein Plus von vier Prozent.

„Diese Freude am Reisen und an Ausflügen hat dazu geführt, dass der Umsatz des Gastgewerbes um 2,9 Prozent gestiegen ist“, sagte Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) zur ITB-Eröffnung. Die Reiselaune sei zum Jahreswechsel sogar noch gestiegen. Als Grund für den Boom nannte der ehemalige Tui-Vorstandschef die gute Arbeitsmarktlage, aber auch die niedrigen Zinsen und die rückläufige Sparneigung.

Selbst Zielgebiete, die in den vergangenen Jahren durch Terrorattacken Urlaubsgäste verloren hatten, erleben derzeit eine Renaissance. Die Türkei verdoppelte zum Jahresbeginn die Buchungszahlen gegenüber dem Vorjahr. Und selbst Ägypten legte um 64 Prozent zu. Das Land am Nil ist damit – nach Spanien, Griechenland und der Türkei – bei den deutschen Urlaubern wieder auf Platz vier.

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14 Kommentare zu "Tourismus-Messe ITB: Touristenschreck Trump - Urlauber meiden zunehmend die USA"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Typisch fake-News mal wieder: Passt mir der derzeitige Regierungschef eines Landes nicht, mache ich dort keinen Urlaub. Diese Aussage ist genauso ein kompletter Blödsinn, wie die Unterstellung, Trump sei bei den Urlaubern generell unbeliebt. Aber anders können unsere Medien eben nicht. Sie erklären genau das, was sie gerne hätten, zur Wahrheit. Das ist einfach nur billig und primitiv.

  • Schon wenn man Trumps Visage sieht, möchte man abschalten. Dass den Amerikanern so etwas nicht peinlich ist!
    Ausser Herrn Spiegel lacht ganz Deutschland über diese Figur.

  • Wer ist wir und zweitens, was hat das mit dem Visum zu tun ?
    Herr Manfred Richter
    06.03.2018, 16:44 Uhr
    @Herr Peter Spiegel
    Kleine Korrektur : >Dazu müßten Sie etwas gelernt haben <
    Stimmt ja so nicht , wie wir gelernt haben, ist einbestandener 'Idiotentest'
    (Amerikanischer IQ-Test) à la Trump mehr als ausreichend.

  • TOURISMUS-MESSE ITB
    Touristenschreck Trump – USA-Reisen brechen ein
    von:
    Christoph Schlautmann
    Datum:
    06.03.2018 13:35 Uhr
    Die Reisebranche steuert 2018 auf einen Rekord zu. Nur das wichtigste Fernziel der Deutschen macht den Veranstaltern Sorgen.

    ......................

    WER IN EUROPA KANN NOCH SICH URLAUB oder größere Auslandsreisen leisten ?

    ÜBERALL IN EUROPA STEIGT DIE ANZAHL DER HUNGERSNÖTEN UND DIE ZAHL DER OBDACHLOSEN !

    Und als uns noch halbwegs Gut erging vor circa 10 Jahren, da kämpfte beispielsweise bereits damals PORTUGAL und darunter die Hauptstadt LISSABON wegen das verloren gegangener Ansehen der Stadt Lissabon wegen der zu hoher Anzahl der RUCKSACK Touristen die überall auf abgelegene Stadtteile auf dem Boden geschlafen haben.

    SOLCHE TOURISTEN BRAUCHT DIE USA AUS EUROPA NICHT !



  • https://www.focus.de/finanzen/boerse/handelskrieg-steht-bevor-wenn-zeit-der-drohungen-vorbei-ist-das-sind-die-waffen-der-eu-gegen-trump_id_8569566.html
    Zeit der Drohungen bald vorbei
    Wenn Handelskrieg wirklich kommt: Das sind die Waffen der EU gegen Trump
    Die EU hat in den vergangenen Tagen viel gedroht. Doch was die Europäer im Streit um Strafzölle mit ihrem wichtigsten Handelspartner USA tatsächlich tun, wird sich erst nach der endgültigen Entscheidung von Donald Trump zeigen.
    ..................................

    was wir als 500 MILLIONEN EUROPÄER sagen können über US-PRESIDENT TRUMP ist :

    " TRUMP IST EIN ECHTER VERTEIDIGER DER AMERIKANISCHE INTERESSEN und sorgt sich um die USA und seine Zukunft für Land & Leute !

    WAS KÖNNEN WIR ÜBER EGAL WEM DER EUROPÄISCHE UNION IN BRÜSSEL NACH SO VIELE JAHREN POSITIV SAGEN ? - NICHTS, GAR NICHTS POSITIVES ÜBER DIESE NUR TEUERE EUROPÄISCHE UNION !!!!!

  • @Herr Peter Spiegel
    Kleine Korrektur : >Dazu müßten Sie etwas gelernt haben <
    Stimmt ja so nicht , wie wir gelernt haben, ist einbestandener 'Idiotentest' (Amerikanischer IQ-Test) à la Trump mehr als ausreichend.

  • Das ist doch nachvollziehbar und - ich gestehe - es geht mir genauso. Warum sollte ich in meinen Ferien (!) in ein Land fahren, in dem Rassismus, Schwarzenhass u.ä. wiederentdeckt und tw. gelebt wird und wo jeder auf der Hut sein muss, nicht in irgendeine Schiesserei verwickelt zu werden! Und das bei einem präpotenten, sich irre gebärenden Präsidenten - was zum Teufel soll ich da? Hass und Rassismus habe ich genug um mich herum hier in Deutschland und Europa.
    Aber gemach - Touristen vergessen leicht. Wenn z.B. bei Reisen in Erdgan-Land Schnäppchen zu machen sind, dann kommen die Deutschen aus Schnäppchen-Land wieder als Erste angelaufen - trostlos.

  • Manchmal wünschte ich, es gäbe mehr verständliche Kommentare als wüstes beschimpfen!

    Das ist nunmal Trump Politik.Neuer Stil, neue Verlierer. Diesmal eben die Tourismusindustrie. Muss er nur Aufpassen, dass die, die ihn gewählt haben nicht auch noch auf der Verliererseite bleiben. Denn dann schaut die Bilanz wahrlich traurig aus.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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