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Tourismusmesse ITB wird wegen Coronavirus abgesagt

Mit einem Maßnahmenkatalog versuchten die Veranstalter bis zuletzt, die ITB trotz Coronavirus zu retten. Nun muss die Messe ganz abgesagt werden.
28.02.2020 Update: 28.02.2020 - 19:50 Uhr Kommentieren
Die Tourismusmesse wird dieses Jahr ausfallen. Quelle: Reuters
ITB in Berlin

Die Tourismusmesse wird dieses Jahr ausfallen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Die Reisemesse ITB in Berlin wird wegen des neuartigen Coronavirus abgesagt. Das bestätigte ein Messesprecher am Freitag. Mehrere Vertreter aus Politik und Wirtschaft hatten zuvor die Absage gefordert, um die Besucher und Standmitarbeiter keinem Ansteckungsrisiko auszusetzen.

Die Messe sollte vom 4. bis 8. März in der Hauptstadt die Tore öffnen. In den Tagen und Wochen zuvor hatten sich immer mehr Aussteller abgemeldet, nicht nur aus China. Die Messeleitung hatte aber weiter an der ITB festgehalten. Die Messe war bereits ausgebucht. „In ihrer mittlerweile 54-jährigen Geschichte haben die ITB Berlin und die Messe Berlin noch keine vergleichbare Situation erlebt“, erklärte Wolf-Dieter Wolf, Aufsichtsratsvorsitzender der Messe Berlin.

Nach Angaben der Messegesellschaft hat das zuständige Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf Auflagen stark erhöht. „Unter anderem ordnet die Behörde an: Jeder Messeteilnehmer muss der Messe Berlin belegen, nicht aus den definierten Risikogebieten zu stammen oder Kontakt zu einer Person aus den Risikogebieten gehabt zu haben“, teilte die Messe Berlin mit. „Die Auflagen insgesamt sind von der Messe Berlin nicht umsetzbar.“

Vor zwei Tagen hatten die Veranstalter noch einen Maßnahmenkatalog vorgestellt, um die weltgrößte Tourismusmesse in Berlin zu retten. So sollte Ausstellern der Zutritt verweigert werden, falls sie sich zuvor in gefährdeten Ländern aufgehalten hatten. Zur Kontrolle sollten sie dazu einen Fragebogen ausfüllen.

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    Ein Krisenstab der Bundesregierung hatte am Freitag über die Messeveranstaltung beraten – jedoch am Ende nur eine „Empfehlung“ abgegeben. Insbesondere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte dabei für eine Verschiebung der ITB plädiert. Bei Großveranstaltungen wie dieser sei es schwierig, mögliche Infektionen mit dem Coronavirus zurückzuverfolgen, hatte das Berliner Ministerium gewarnt.

    Auch Staatssekretär Thomas Bareiß (CDU), Tourismusbeauftragter der Bundesregierung im Wirtschaftsministerium, machte sich für eine Absage stark.

    In der Branche stieß die Absage zunächst auf Verständnis. „Wir bedauern natürlich sehr, dass die ITB jetzt nicht stattfinden kann. Man muss aber ganz klar sagen: die Gesundheit und Sicherheit der Menschen geht vor. Deswegen ist die Entscheidung in der aktuellen Situation leider alternativlos - und richtig“, erklärte Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes.

    „Wirtschaftlicher Einschnitt für die Branche“

    „Die Absage der ITB stellt einen harten auch wirtschaftlichen Einschnitt für die Branche dar, ist unter den gegebenen Umständen jedoch eine notwendige Maßnahme, um das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus zu reduzieren“, so Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft.

    Wie groß der Schaden für die Messegesellschaft sein wird, die dem Land Berlin und zu einem geringen Teil der IHK untersteht, steht laut einer ITB-Sprecherin noch nicht fest. Man werde Ansprüche der Aussteller prüfen, die nun zunächst auf ihren Standkosten sitzen bleiben. Zu deren Ausgaben zählen neben den Standgebühren auch Rechnungen der Messebauer, die seit Tagen schon den Auftritt von 10.000 Ausstellern vorbereiten.

    Wie das Handelsblatt erfuhr, ist die ITB für einen solchen Fall nicht versichert. Die Messegesellschaft selbst wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren.

    Kostensteigernd kommt für die ITB hinzu, dass in den vergangenen Tagen nur wenige Aussteller von sich aus absagten. Erst Mitte der Woche bekundeten die ersten prominenten Touristikfirmen, der Messe fernbleiben zu wollen. So strich der Veranstalter DER Touristik am Donnerstag seinen jährlichen Messeabend mit 1700 Gästen, der Münchener Mietwagenbroker Sunny Cars erklärte seine Absage, am Freitag folgte der Kölner Hotelportalbetreiber HRS. Auch Korean Air und mehrere chinesische Aussteller hatten zuvor ihren Messeauftritt gestrichen.

    Weitaus konsequenter als die ITB hatte das traditionell im Vorfeld stattfindende „International Hotel Investment Forum“ auf die Gefahr durch den Coronavirus reagiert. Die im Berliner Hotel Intercontinental geplante Veranstaltung, für die rund 2000 Hoteliers und Investoren erwartet wurden, hatte am Freitagmorgen die Verschiebung bekanntgegeben. Der Veranstalter Questex will das Forum nun Anfang Mai nachholen.

    Mehr: Die Schweiz untersagt alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Betroffen ist der Autosalon, aber auch die Basler Fastnacht.

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