Transavia Billigflieger flüchtet vor Lufthansa

Der niederländische Billigflieger Transavia zieht sich von seiner Basis in München zurück. Die Lufthansa-Tochter Eurowings und unklare Gewinnaussichten auf dem hart umkämpften Markt sollen der Grund sein.
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Die Billigfluglinie Transavia wird ihre Maschinen aus München abziehen. Quelle: Reuters
Transavia-Airbus A320

Die Billigfluglinie Transavia wird ihre Maschinen aus München abziehen.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie niederländische Billigfluglinie Transavia schließt angesichts der Konkurrenz durch den Lufthansa-Ableger Eurowings ihre Basis in München. Die vier Flugzeuge am Airport der bayerischen Hauptstadt sollten im Oktober abgezogen werden, teilte die Tochter von Air France-KLM mit. Bereits gebuchte Tickets blieben bis dahin gültig. Neben der härteren Marktssituation hätten auch die unklaren Gewinnaussichten den Ausschlag für die Entscheidung gegeben. Betroffen seien von der Schließung 100 Mitarbeiter, sagte eine Airline-Sprecherin in Deutschland am Dienstag. Der Jobabbau solle sozialverträglich geschehen. Künftig werde sich Transavia auf den Heimatmarkt Niederlande konzentrieren. Dort fliegt sie seit 50 Jahren vor allem zu Urlaubszielen am Mittelmeer.

Der Rückzug markiert das Ende eines ambitionierten Projekts. Die Airline mit 11,5 Millionen Passagieren wollte zu den fünf größten Billigfliegern in Europa aufschließen und expandierte vor einem Jahr erstmals außerhalb des Heimatmarktes. Die Chancen auf einen Erfolg stünden gut, da Billig-Airlines in München kaum vertreten seien, hatte Transavia-Chef Mattijs ten Brink damals in einem Reuters-Interview gesagt. „Es gibt Lufthansa und Air Berlin und dann lange Zeit nichts.“

Hier heben Europas Billigflieger ab
Ohne Platzierung: München (MUC), Berlin-Tegel (TXL), Stuttgart (STR)
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Mit München (Foto), Stuttgart und Berlin-Tegel schafften es laut dem dem Low Cost Monitor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt gleich drei große deutsche Flughäfen nicht unter die besten 30 in Sachen Billigflüge – und das, obwohl sie 2015 alle noch zu Europas Besten gehörten. Insgesamt legen die deutschen Flughäfen aber zu – im Juli 2016 wurden fast 4.400 Billigflüge pro Woche durchgeführt, 350 mehr als ein Jahr zuvor.

Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Low Cost Monitor 2/2016

Platz 26: Hamburg (HAM)
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Auch der Hamburger Flughafen bietet recht viele Strecken im Billigsegment an und belegt somit Platz 26. Im Vergleich zur europäischen Konkurrenz geht es aber abwärts – noch Anfang 2015 belegte Hamburg bei den Billigflügen Platz zehn.

Platz 24: Berlin-Schönefeld (SXF)
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Während es Berlin-Tegel es 2016 nicht mehr unter Top-30 in Europa schafft, ist der zweite Berliner Flughafen Schönefeld dabei und hat im Ranking deutlich zugelegt.. Der Grund: Ryanair hat sein Angebot vervielfacht und bietet in diesem Jahr statt 60 mehr als 220 Flüge pro Woche an.

Platz 19: Düsseldorf (DUS)
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Unter den 30 größten Flughäfen mit einem hohen Anteil an Low-Cost-Angeboten befindet sich auch der Düsseldorfer Airport, von wo mehr als 500 Flugzeuge pro Woche im Billigsegment starten. Dafür verantwortlich ist unter anderem die Lufthansa: Die deutsche Fluggesellschaft lässt inzwischen viele innerdeutsche und europäische Flüge von der Billigtochter Eurowings durchführen.

Platz 18: Köln/Bonn (CGN)
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Der Flughafen Köln/Bonn ist die Heimatbasis der Lufthansa-Billigtochter Germanwings. 2002 startete hier die erste Germanwings-Maschine sowie Flieger der damaligen Billigfluglinie Hapag Lloyd Express. Im aktuellen Ranking ist Köln/Bonn der deutsche Flughafen, von dem aus am meisten Billigflieger starten.

Platz 5: Manchester (MAN)
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Bei der Gesamtanzahl der Flüge pro Woche zählt Manchester nur zum Mittelfeld – bei den Billigflügen aber ist man ganz vorne mit dabei. Über 1000 Low-Cost-Flüge starten hier pro Woche. Ohnehin ist Großbritannien mit über 12.000 Billigflügen pro Woche klarer Spitzenreiter in Europa.

Platz 4: London-Stansted (STN)
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Der Londoner Flughafen Stansted belegt europaweit den vierten Platz bei den Low-Cost-Angeboten. Fast 1500 Billigflieger starten hier jede Woche – im London-internen Ranking reicht das trotzdem nur zum zweiten Platz.

Doch seitdem änderte sich viel. Aufgeschreckt durch den neuen Rivalen am nach Frankfurt zweitwichtigsten Flughafen des Konzerns schickt die Lufthansa ihre Tochter Eurowings nach Bayern. Ab Ende März bedient die sogenannte Low-Cost-Airline mit zunächst vier Maschinen 32 Ziele in den Ferienregionen Süd- und Westeuropas. Auch ein Vorstoß nach Frankfurt sei möglich, aber nicht vor 2018 praktikabel, hatte Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt vor zwei Wochen gesagt. Für die Lufthansa stellt der Schritt einen Strategiewechsel dar, da die Expansion von Eurowings an die beiden großen Drehkreuze lange Zeit ausgeschlossen war. Der Konzern wollte sich nicht im eigenen Haus Konkurrenz machen.

  • rtr
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