Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Travis Kalanick Dieser Brief brachte den Uber-Chef zu Fall

Skandale, Sexismus und Intrigen: Der Sturz von Uber-Chef Travis Kalanick bahnte sich seit Monaten an. Schließlich war es ein Brief von Investoren, der den Gründer zu Fall brachte. Die Geschichte einer Meuterei.
Kommentieren
Der Uber-Chef soll sich unter dem Druck abgekapselt haben, beklagten die Investoren. Quelle: Reuters
Travis Kalanick

Der Uber-Chef soll sich unter dem Druck abgekapselt haben, beklagten die Investoren.

(Foto: Reuters)

New YorkWährend Uber-Chef Travis Kalanick am Dienstagmorgen gerade in Chicago Bewerbungsgespräche für den Posten seines Stellvertreters führte, ahnte er wohl nicht, dass sich sein Entlassungsschreiben schon auf dem Weg befand. Matt Cohler und Peter Fenton, Partner bei der Wagniskapitalfirma Benchmark, flogen persönlich ein, um den Brief zu überbringen. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Der Brief, in dem Kalanick zum Rücktritt aufgefordert wurde, war der Höhepunkt einer wochenlangen Kampagne zum Sturz des umstrittenen Gründers. Angeführt wurde diese von Benchmark-Partner Bill Gurley, der im Aufsichtsrat von Uber sitzt. Unterzeichnet war das Schreiben von fünf wichtigen Investoren, die zusammen bis zu 40 Prozent der stimmberechtigten Anteile halten.

Erst in der Woche zuvor hatte Kalanick nach einer hitzigen Aufsichtsratssitzung beschlossen, eine unbefristete Auszeit zu nehmen. Viele Investoren, die sich um den Ruf der Firma und auch ihre eigene Reputation sorgten, hielten diesen Schritt aber nicht für ausreichend. In dem zweiseitigen Schreiben listeten sie ihre Beschwerden auf. Kalanick wird darin vorgeworfen, das Unternehmen rechtlichen Risiken ausgesetzt zu haben. Uber wird unter anderem von der Google-Schwester Waymo wegen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen verklagt; die US-Behörden ermitteln wegen des Einsatzes einer Spionagesoftware namens „Greyball”.

Indirekt geht es in dem Brief auch um vertrauliche Ergebnisse einer Untersuchung der Uber-Unternehmenskultur, die der frühere Justizminister Eric Holder durchgeführt hat. Dem Aufsichtsrat lagen dazu Details vor, die nicht öffentlich gemacht wurden. Mehrere Investoren befürchteten, dass Kalanicks Rolle bei diesen Vorfällen dem Unternehmen weiter schaden könnte.

Der Brief wurde zwar in einem informellen Ton gehalten, war aber in einem Punkt sehr direkt: Kalanick müsse zurücktreten. Cohler und Fenton spürten Kalanick in seinem Hotel auf. Der 40-jährige Uber-Chef las den Brief, dann diskutierten die drei Männer etwa eine Stunde lang.

Das sind die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 17: Spotify
1 von 17

Eines der wertvollsten Start-ups der Welt wird in diesem Jahr wohl die Rangliste verlassen. Der Musikstreaming-Dienst Spotify setzt laut Medienberichten zu seinem seit langem erwarteten Börsengang an. Derzeit wird das Unternehmen aus Schweden mit 8,5 Milliarden Dollar bewertet, ein Börsengang könnte die Bewertung auf bis zu 20 Milliarden steigern. Der Dienst kommt nach eigenen Angaben auf mehr als 60 Millionen zahlende Abo-Kunden und mehr als 140 Millionen Nutzer insgesamt.

Quelle: WSJ Billion Dollar Club, Januar 2017

(Foto: dpa)
Platz 16. Theranos
2 von 17

Mit nur 19 Jahren gründete Elizabeth Holmes (Bild) im Jahr 2003 die Firma Theranos. Mit einem kleinen Piekser in den Finger sollten innovative Technologien zuverlässige günstige Bluttests liefern. Doch dann wurden immer mehr Probleme mit den Bluttests bekannt. Ergebnisse wurden angezweifelt und letztlich als fehlerhaft zurückgezogen. 2017 konnte Theranos die folgenden Rechtstreite aber beilegen. Die letzte Finanzierungsrunde, die vor dem Skandal stattfand, bewertete das Unternehmen mit 9 Milliarden Dollar.

(Foto: AP)
Platz 15: Stripe
3 von 17

Die irischen Brüder Patrick (links) und John Collison gründeten 2009 das Start-up Stripe. Die Software-Plattform will Online-Zahlungsabwicklungen erleichtern und verarbeitet jährlich für Unternehmen in 25 Ländern Beträge in Milliardenhöhe. Selbst ist das Jungunternehmen 9,2 Milliarden Dollar wert.

(Foto: Stripe)
Platz 14: DJI
4 von 17

Frank Wang hat seinen Kindheitstraum wahr gemacht und sogar noch weiterentwickelt: Als er noch klein war, träumte er von einem Modell-Helikopter - als er einen besaß, crashte er ihn schnell. Doch er hielt an seinem Traum fest und gründete 2006 DJI, ein mittlerweile 10 Milliarden Dollar schweres Unternehmen, das Drohnen herstellt und verkauft. Mehr als 6000 Mitarbeiter arbeiten weltweit für die Chinesen.

(Foto: dpa)
Platz 13: Dropbox
5 von 17

Wer hat noch keine Dateien per Dropbox verschickt? Das Start-up bietet eine Freigabe- und Speicherlösung von kleinen und großen Dateien. Drew Houston schrieb 2007 den ersten Softwarecode für Dropbox während einer Busfahrt von Boston nach New York. Mittlerweile nutzen über eine halbe Milliarde Menschen weltweit Dropbox. Das Unternehmen ist derzeit 10 Milliarden Dollar wert. Experten erwarten, dass bald ein Börsengang angekündigt wird.

(Foto: Reuters)
Platz 12: Lyft
6 von 17

Der 2012 gegründete Fahrdienst-Vermittler ist der größte Konkurrent von Platzhirsch Uber. Das Start-up ist in rund 300 US-Städten aktiv. Im Oktober 2017 steckte Google eine Milliarde Dollar in das Unternehmen. Damit stieg die Bewertung von Lyft auf 11,5 Milliarden Dollar. Ein Börsengang wird in diesem Jahr erwartet.

(Foto: AP)
Platz 11: Flipkart
7 von 17

Der virtuelle Marktplatz Flipkart ist das indische Pendant zu Amazon. Binny Bansal (rechts, mit Microsoft-Chef Satya Nadella) und Sachin Bansal arbeiteten vor der Gründung für den heutigen Konkurrenten Amazon, wollten dann aber eine E-Commerce-Webseite für Inder gründen. Indische Unternehmen investierten bereits drei Milliarden Dollar in das Start-up, das mittlerweile 11,6 Milliarden Dollar wert ist.

(Foto: Reuters)

Nachdem er den Großteil des Tages darüber nachgedacht hatte, entschloss sich Kalanick zum Rückzug. „Ich liebe Uber mehr als alles andere auf der Welt“, erklärte er am Dienstagabend. In dieser schwierigen Phase meines persönlichen Lebens habe ich der Bitte der Investoren entsprochen, Platz zu machen, damit Uber sich wieder auf das Aufbauen konzentrieren kann, statt durch einen weiteren Kampf abgelenkt zu werden.“

Uber-Mitgründer Garrett Camp versuchte am Mittwoch, die Gemüter nach der Meuterei am Vortag zu beruhigen. „Wir werden einen großartigen CEO anstellen und weiter nach vorne drängen. Veränderung ist gesund und nötig“, schrieb er auf Twitter. „Die Lage ist viel stabiler, als die Leute denken. Wir sind immer noch hier und führen das Unternehmen.“

Auch das Unternehmen beteuerte, dass die Zukunft gesichert ist. „Wir sind glücklich, dass wir ein gestärktes Direktorium mit versierten Mitgliedern haben, die uns anleiten“, hieß es in einer Erklärung. „Wir konzentrieren und darauf, unseren Kunden und Mitarbeitern zu Dienst zu sein, das Wachstum unseres Geschäfts zu bewahren und ein Unternehmen und eine Kultur aufzubauen, auf die wir stolz sein können.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Schattenseiten des rasanten Wachstums
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Travis Kalanick - Dieser Brief brachte den Uber-Chef zu Fall

0 Kommentare zu "Travis Kalanick: Dieser Brief brachte den Uber-Chef zu Fall"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote