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Türkei Säuberungswellen erreichen deutsche Wirtschaft

In Istanbul ist ein Shopping-Center beschlagnahmt worden, weil der Eigentümer der Gülen-Bewegung nahestehen soll. Die deutsche Betreibergesellschaft ECE zieht sich aus dem Center-Management zurück – freiwillig.
29.11.2016 - 16:39 Uhr Kommentieren
Die Firma ECE Projektmanagement ist in der Türkei seit dem Jahr 2000 aktiv und betreibt dort inzwischen 13 Center. Aus dem Management eines Einkaufszentrums in der Metropole Istanbul zieht sich das Unternehmen aber zurück. Quelle: dpa
ECE reagiert auf Säuberungsaktionen in Türkei

Die Firma ECE Projektmanagement ist in der Türkei seit dem Jahr 2000 aktiv und betreibt dort inzwischen 13 Center. Aus dem Management eines Einkaufszentrums in der Metropole Istanbul zieht sich das Unternehmen aber zurück.

(Foto: dpa)

Zürich Das erste deutsche Unternehmen zieht konkrete Konsequenzen aus den Säuberungsaktionen in der Türkei. Die Firma ECE Projektmanagement ziehe sich aus dem Management eines Einkaufszentrums in der Metropole Istanbul zurück, bestätigte ein Firmensprecher dem Handelsblatt. Zuvor war die Inhabergesellschaft des „Modern East“-Zentrums im asiatischen Teil der Stadt beschlagnahmt worden – vermutlich, weil die Inhaber der Gülen-Bewegung nahestehen.

Die Firma ECE, die wie die Otto Group der Eigentümerfamilie Otto gehört, ist in der Türkei seit dem Jahr 2000 aktiv und betreibt dort inzwischen insgesamt 13 Center, ein weiteres soll im nächsten Frühjahr eröffnet werden. Als Investor und Full-Service-Anbieter kümmere sich ECE um alle Angelegenheiten, die mit Bau und Betrieb eines Einkaufscenters einhergehen, darunter Architektur, Management und Finanzierungen.

Da die Firma nur Betreiber und nicht Miteigentümer des Shopping-Centers sei, hätten sie keine offizielle Begründung für die Beschlagnahmung erhalten, erklärte ein Sprecher. Ein Treuhänder habe nun die Geschäfte übernommen und bekanntgegeben, das Center solle verkauft werden.

Für ein professionelles Management benötige ECE einen aktiven Investor, der regelmäßig Entscheidungen treffe, etwa bezüglich der Mietverträge oder beim Marketing. „Dies war hier nicht mehr gegeben, so dass es für uns keinen Sinn gemacht hat, das Center weiter zu führen“, erklärte der Sprecher. Zuerst hatte das Fachmagazin „Textilwirtschaft“ über den Rückzug des Unternehmens berichtet.

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    Seit dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli gehen türkische Behörden mit aller Härte gegen die mutmaßlichen Drahtzieher des Umsturzes vor. Der Regierung zufolge soll der in den USA lebende Geistliche Fetullah Gülen Rädelsführer des Aufstandes gewesen sein, dem rund 250 Menschen zum Opfer fielen.

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