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Tui-Chef Frenzel Kommentar: Demontage auf Raten

Klarer kann man seinen Vorstandsvorsitzenden nicht in den Regen stellen. Während Tui-Chef Frenzel die Schifffahrt als eine von zwei wichtigen Säulen in seiner Konzernstrategie preist, verkündet der Aufsichtsrat, die Schifffahrt könne jederzeit verkauft werden, wenn nur der Preis stimmt.

Denn nichts anderes bedeutet die schöne Floskel: „Bei Veränderung der Rahmenbedingungen wird der Vorstand dem Aufsichtsrat alle Aspekte einer Portfolio-Veränderung darlegen.“ Hier droht der Aufsichtsrat selber unverhohlen mit der Zerschlagung des Konzerns.

Deutlich wird jetzt auch, dass der Aufsichtsrat nicht mehr bereit ist, jedem hilflosen Schwenk zu folgen, den Frenzel als neue Strategie verkauft. Eine Demontage auf Raten des Tui-Chefs hat begonnen. Frenzel muss nicht nur mit ansehen, wie ihm Stück für Stück das Vertrauen entzogen wird. Zugleich wird neben ihm ein neuer starker Mann im Vorstand aufgebaut. Der Brite Peter Rothwell ist nun alleine zuständig für die Touristik, das wohl künftig ausschließliche Kerngeschäft der Tui. Bewährt er sich in dieser Funktion, scheint der Aufsichtsrat bereit zu sein, dem Briten den Vorstandsvorsitz des Dax-Konzerns anzuvertrauen.

Sollte ein Käufer für die Schifffahrtssparte gefunden werden, ständen einem neuen Konzernchef attraktive Möglichkeiten offen. Mit dem so entschuldeten Konzern hätte er die Chance, dort nach Übernahmen zu schauen, wo in der Touristik die Zukunft liegt: im Online-Geschäft. Das würde dem Konzern nicht nur Sparpotenzial bei den Kosten bringen, sondern auch Zugang zu den Kunden, die mit dem klassischen Reisebüro nicht mehr erreicht. Dem von zu vielen Strategiewechseln verschlissenen Frenzel traut die Mehrheit des Aufsichtsrats dies wohl nicht mehr zu.

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